Angels‘ Share - Ein Schluck für die Engel  (Prokino)

Angels‘ Share – Ein Schluck für die Engel (Prokino)

91tnEKXAKVL._AA1500_Die Whisky-Komödie des Jahres!

Robbie wird zu gemeinnütziger Arbeit verdonnert und trifft dabei nicht nur auf drei Gleichgesinnte, sondern auch auf eine neue Leidenschaft: Whisky. Um sich und seiner jungen Familie eine Zukunft zu ermöglichen, lässt er sich bald darauf auf einen wagemutigen Coup ein: Irgendwo in den schottischen Highlands sollnämlich noch ein Fässchen des teuersten Whiskys der Welt existieren. Und ein paar Flaschen von diesem „Wasser des Lebens“ könnten ihm und seinen Freunden tatsächlich eine sorgenfreie Zukunft bescheren. Oder aber 5 Jahre hinter Gitter…

Ein raubeiniges und erdiges Loblied auf Schottland, seine Bewohner und ihr heiliges Nationalgetränk, den Whisky!

Mit einer wunderbaren Mischung aus Komödie und Heist-Movie, angesiedelt im Milieu schottischer Underdogs, beweist Regie-Legende Ken Loach wieder einmal sein außergewöhnliches Talent. In Cannes avancierte der Film schnell zum Publikums- und Jury-Liebling (Preis der Jury). Vor allem das authentische Darstellerensemble überzeugt in dieser Komödie, die beim Zuschauer ein ähnlich warmes Gefühl hinterlässt, wie ein Schluck schottischen Whiskys.

ANGELS´ SHARE – EIN SCHLUCK FÜR DIE ENGEL wird am 28. März 2013 von PROKINO Home Entertainment auf DVD, Blu-ray und als Video on Demand veröffentlicht. Die Extras bieten neben dem Making of „Distilling the ANGELS´ SHARE“, neun zusätzliche und erweiterte Szenen, den deutschen Kinotrailer sowie Untertitel in deutscher und englischer Sprache.

Meinung zum Film:

Ken Loach, Jahrgang 1936, gilt seit Jahrzehnten mit seinen Filmen wie „Vaterland“, „Ladybird Ladybird“ und nicht zuletzt besonders mit dem mehrfach preisgekrönten „The Wind That Shakes the Barley“ als der Meister des sozialistisch 51oGi5AYsFLangehauchten Sozial-Dramas.

Auch sein neuster Film, die hier vorliegende Sozialkomödie Angel’s Share – Ein Schluck für die Engel, zeigt den Regisseur von seiner bekannten Seite. Sein unverfälschter und authentischer Blick auf die schottische Arbeiterschicht mit ihren sozialen Brennpunkten liefert hier ein charmantes Bild dieser Gegend und ihrer Bevölkerung! Seine Gabe ist die natürliche, sehr realistisch wirkende Inszenierung mit unverbrauchten und überzeugend agierenden Darstellern, die die Geschichte perfekt tragen können.
Der Zuschauer lernt zu Beginn Robbie (liefert ein überaus überzeugendes Debüt: Paul Bannigan) kennen, ein kleinkrimineller Straßenschläger, der immer wieder mit dem Gesetz in Konflikt gerät. Sein Leben jedoch ändert sich, als seine Freundin ein Kind von ihm bekommt. Als eine Schlägerei für ihn statt einer längeren Haftstrafe mit abzuleistenden Sozialstunden sanktioniert wird, beschließt er, sein Leben grundlegend zu ändern. Doch dafür steht ihm die Familie seiner Verlobten im Weg, die ihn nicht akzeptieren und ihm raten, in eine andere Stadt zu ziehen und den Kontakt zu Leonie (Siobhan Reilly) und dem gemeinsamen Kind Luke abzubrechen. Doch er erhält überraschende Unterstützung von dem liebenswerten Sozialarbeiter Harry (John Henshaw), der den jungen Mann ins Herz geschlossen hat. Dieser zeigt ihm eine komplett neue Welt, die dem jungen Mann eine ganz neue Perspektive eröffnet: die Herstellung von Whiskey! Hier erweist Robbie sich als ein wahres Naturtalent mit einem ausgeprägten Geruchs- und Geschmackssinn, wie geschaffen für den Genuss und die Herstellung dieses alkoholischen Getränks. Doch bei einer Whiskey-Verkostung, die der Sozialarbeiter mit seiner Gruppe von Schützlingen besucht, erfahren sie, dass ein nahezu unbezahlbarer Whiskey dort versteigert werden soll. Robbie und seine Freunde schmieden einen Plan…

Angel’s Share bezeichnet den sogenannten „Engelsanteil“ bei der Herstellung von Whiskey, nämlich der etwa 3% Anteil, der bei der Lagerung in den Fässern verdunstet und somit als eine Gabe an die Engel gesehen wird.

Angel’s Share – Ein Schluck für die Engel erscheint bei Prokino, zur Ansicht lag mir ein Screener vor, so dass ich über die finale Bild- und Tonqualität nichts sagen kann. Der Bonussektor bringt dem geneigten Zuschauer noch neun entfernte Szenen so wie ein informatives, zwanzig Minuten langes Making of.

Ken Loach versucht in seinem neusten Film eine Menge unterschiedlicher Genres zu kombinieren. Dies gelingt ihm teils herrlich unbeschwert, locker und leicht, teils aber merkt man ihm deutlich an, dass ihm die komödiantisch humorvollen Töne und der Sprung ins klassische Heist-Genre nicht besonders liegen. Hier wirkt der Film dann auch an einigen Stellen etwas unsicher und aufgesetzt, hinterlässt im Gesamteindruck jedoch immer noch ein gutes Wohlfühlmoment, welches entsprechend in Cannes mit dem Preis der Jury geehrt wurde.
Angel’s Share – Ein Schluck für die Engel möchte den Zuschauer unterhalten, ihn knapp 100 Minuten aus dem Alltag entführen und ein gutes Gefühl vermitteln. Entsprechend entspannt und gut gelaunt verfolgt man als Zuschauer auch den Abspann, der der Grundstimmung des Films musikalisch passend mit „I’m Gonna Be (500 Miles)“ von The Proclaimers abrundet.

Christian Funke-Smolka