"Arctic Circle - Der unsichtbare Tod" (Edel Motion)

„Arctic Circle – Der unsichtbare Tod“ (Edel Motion)

Darsteller: Maximilian Brückner, Clemens Schick, lina Kuustonen, Pihla Viitala

Regisseur: Hannu Salonen

Inmitten der unbarmherzigen, eisigen Landschaften Lapplands entdeckt die finnische Polizistin Nina Kautsalo (Iina Kuustonen) eine halbtote Prostituierte in einer verlassenen Hütte. Als im Blut der Frau ein tödlicher Erreger entdeckt wird, nimmt der Fall eine überraschende Wendung. Um das Virus zu untersuchen, reist der deutsche Virologe Thomas Lorenz (Maximilian Brückner) nach Lappland, finanziert von Marcus Eiben (Clemens Schick), Multimillionär und Vorstandsvorsitzender eines Pharmakonzerns. Die Ermittlungen führen Nina und Thomas in ein undurchsichtiges Netz aus kriminellen Machenschaften. Um den Auslöser der viralen Bedrohung zu identifizieren, sehen sich die beiden gezwungen, den Pfad der Legalität zu verlassen. Denn es geht um Leben und Tod. Und die Zeit wird knapp…

Arctic Circle – Der unsichtbare Tod nimmt uns mit auf eine visuell kraftvolle und intensive Reise in eine Welt voller Widersprüche und Extreme am finnischen Polarkreis.

© Edel Motion

Meinung zur Veröffentlichung:

Die finnische Polizistin Nina Kautsalo (Iina Kuustonen, Downshifters) stößt bei ihrer Suche nach Wilderern auf eine beinahe erfrorene russische Prostituierte. Kurze Zeit später finden sie eine weitere Frau, die jedoch bereits tot ist. Bei der Untersuchung der Leiche entdeckt man im Blut der Toten ein tödliches Virus, weshalb man den deutschen Virologen Thomas Lorenz (Maximilian Brückner, Wer früher stirbt ist länger tot), der für das „European Centre for Disease Prevention and Control“ in Helsinki arbeitet, hinzuzieht. Gemeinsam mit der Polizistin versucht man das Ausmaß der Vireninfektion zu ermitteln und stößt dabei auf ungewöhnliche und lebensgefährliche Machenschaften…

Arctic Circle – Der unsichtbare Tod, bereits im Jahr 2017/18 von Hannu Salonen inszeniert, hätte wohl zu keinem idealeren Zeitpunkt veröffentlicht werden können. Auch wenn das in der Serie vorkommende fiktive Jemen-Virus ein sexuell übertragbares ist, bekommt die Handlung mit Blick auf die aktuelle Corona-Pandemie einen gruselig anmutenden Beigeschmack. So entwickelt sich auch hier ein spannender Wettlauf gegen die Zeit, de zudem mit allerlei Nebenhandlungen und zahlreichen Charakteren angereichert ist. Nicht alles dabei ist gut oder klug gewählt, zumal die Figurenskizzierung häufig etwas feiner hätte ausfallen könne. Doch ein echter Pluspunkt ist die toll in Szene gesetzte Landschaft und speziell die interessante Person der Polizistin Nina Kautsalo, die in der ganzen Geschichte nicht nur beruflich involviert ist. Hier kann Iina Kuustonen mit einem facettenreichen Schauspiel überzeugen, was ihrem Serienpartner Maximilian Brückner leider nicht immer gelingt. Dies liegt jedoch auch an der etwas zu glattgebügelten Synchronisation, weshalb ich es unbedingt empfehlen kann, sich Arctic Circle im deutlich ansprechenderen, wesentlich raueren mehrsprachigen Originalton anzuschauen. Arctic Circle – Der unsichtbare Tod bietet neben der spannenden Rahmenhandlung eine Vielzahl an richtig starken Momenten, leider aber auch einigen Klischees und unglaubwürdigen Handlungssträngen. Im Gesamteindruck jedoch bleibt eine spannende, angenehm düstere Serie in einem ungewöhnlichen Setting.

© Trailer: KrimiKollegen

Arctic Circle – Der unsichtbare Tod (Originaltitel: Ivalo/Arctic Circle, Finnland, Deutschland 2018) erscheint bei EDEL Motion als ansprechend gestaltete DVD, bei der die zehn Episoden auf drei Discs verteilt sind. Bild (16:9) und Ton (Deutsch & Finnisch: Dolby Digital 5.1) befinden sich auf einem durchweg guten Niveau, im Bonusbereich befinden sich auf der dritten Disc ausführliche Programmhinweise.

Der in Nord-Lappland, dem Eismeer und Helsinki gedrehte Zehnteiler besticht durch seine tolle Hauptdarstellerin, einer unglaublich schön in Szene gesetzten Landschaft und einer nahezu durchgängig spannenden Geschichte, die durch die aktuelle Corona-Pandemie zusätzlich an Brisanz gewonnen hat. Wer auf düstere Thriller-Unterhaltung steht, wird hier bestens bedient.

Christian Funke