Arrietty – Die wundersame Welt der Borger

Arrietty – Die wundersame Welt der Borger

Arrietty-Die wundersame Welt der Borger
(Universum Film)

Das japanische Zeichentrickfilmstudio Ghibli verkörpert wie kaum ein anderes Studio seiner Zunft einen bestimmten Typus Film. Gegründet im Jahre 1985 steht der Name sinnbildlich für den „frischen Wind“, den das Studio in die Filmlandschaft bringen wollte. Dass ihnen dies ausgerechnet mit den klassischen Traditionen der Animationstechnik gelang und immer noch gelingt, ist ein Zeichen, dass die Verantwortlichen ein Gespür dafür haben, die richtigen Geschichten in der entsprechenden Form zu präsentieren. So gelang es ihnen in den letzten Jahren, eine reihe von Filmen zu kreieren, die zu Recht mittlerweile zu den weltweiten Klassikern des Animationsfilmes gehören, wie zum Beispiel Chihiros Reise ins Zauberland, Prinzessin Mononoke, Das wandelnde Schloss oder Die letzten Glühwürmchen. Immer wieder gelingt es dabei den Machern, sowohl erfolgreiche, als auch von den Kritikern wegen ihrer Geschichte und der Umsetzung hochgelobte Filme zu drehen.

Der derzeit aktuelle und hier vorliegende Film Arrietty – Die wundersame Welt der Borger, basierend auf den Fantasy-Roman Die Borger von Mary Norton (The Borrowers aus dem Jahr 1952), schließt hier erneut an den hohen Qualitätsstandard nahtlos an.

Die Geschichte der Borger dürfte weitestgehend bekannt sein. Hier lernen wir die kleine Borgerin Arrietty und ihre Eltern kennen, die versuchen, unentdeckt zu leben. Da sie eine Körpergröße von etwa 10cm haben, gelingt ihnen dass auch ganz gut unter den Dielen eines Familienhauses. Alle Gegenstände und Nahrung, die sie zum Leben benötigen, „borgen“ sie sich von den Großen, also den Menschen. Als der 12 jährige Sho in das Haus seiner Großtante zieht, entdeckt er jedoch die kleine Arrietty, was das Leben der kleinen Familie grundlegend ändert. Ihren Gesetzen zufolge müssten sie ihr zuhause nun fluchtartig aufgeben, da sie nun nicht mehr sicher wären. Aber kann man Sho vertrauen? Es entwickelt sich ein Abenteuer um eine geheime Freundschaft, die das Leben beider Seiten für immer verändern wird.

Regisseur Hiromasa Yonebayashi präsentiert und hier mit Arrietty – Die wundersame Welt der Borger eine Perle der Animationskunst. Auf unnachahmliche Art erzählt er seine Geschichte sehr entspannt und einfühlsam, was dem Film eine angenehme Grundatmosphäre verleiht, die es dem Zuschauer ermöglicht, die großartig gestalteten und wunderschönen Bilder zu genießen. Der Verzicht auf jegliche Effekthascherei ist dem Team dabei hoch anzurechnen, verlassen sie sich doch voll und ganz auf die Tiefe der Geschichte und ihre Kunst, diese in fesselnde und faszinierende Bilder zu übersetzen. Dadurch hat der Film seinen ganz eigenen Charme, der sich angenehm von dem aktuellen Trend des Animationsfilmes absetzt, alles lauter, schneller und bunter zu gestalten.

Arrietty – Die wundersame Welt der Borger ist ein zeitloser, toll gezeichneter Kinderfilm, der jung und alt verzaubern wird!

CFS