Berlinale 2016: "Maggies Plan"

Berlinale 2016: „Maggies Plan“

Gut zur Entspannung. Denn Lachen entspannt. Gut für zwischendurch, wenn all das Politische und Tragische und Schwere und Wichtige das die Berlinale durchzieht mal Pause machen soll. Dabei ganz Zeitgeist und einfach ein gut gemachter, dialogstarker, witziger Film.

Greta Gerwig spielt den netten Kontrollfreak Maggie. Sie will ein Kind und engagieSzene 1rt dafür einen Gurkenmann aus Brooklyn (eingelegte Gurken als HipsterHotShit) für eine Samenspende und verliebt sich in einen Kollegen von der Uni (Ethan Hawke), der aus seiner scheinbar unglücklichen Ehe mit zwei Kindern flieht. Weshalb Maggie drei Jahre später plötzlich drei Kinder hat und alles im Alltag regelt und macht und auch das Geld verdient – während ihr Mann nun an seinem Buch arbeitet, das nie fertig wird. Und weil sie plötzlich nicht mehr so sicher ist, dass das alles so sein soll und er sowieso stundenlang mit seiner Exfrau (Julianne Moore) quatscht, die traurige Bücher über ihre Trennung schreibt, heckt Maggie einen weiteren Plan aus.

Screwball Komödie mit Dialogen, die (so natürlich wie schwierig) an Woody Allen oder Komödien von Julie Delpy oder Noah Baumbach (nur schneller) erinnern. Und natürlich geht es auch um den Kinderwunsch und die Fragen: wie ist die Ehe, was ist Liebe, kann ich das allein besser und wie findet man eigentlich zu einer Entscheidung, wenn doch alles so kompliziert und durcheinander ist.

Und vor allem dann, wenn man keinem weh tun will, sonder immer alles regeln und für alle nur das Beste will wie Maggie. Ethan Hawke spielt den unentschiedenen Lappen, aber mit Schlagfertigkeit wie bei Linklater und Julian Moore spielt die skandinavische Uniprofessorin in New York, die Powerfrau und Eiskönigin – in ihrer Direktheit und „Ehrlichkeit“ auch so etwas wie ein Klischee der „Europäerin“. Toll. Zusammen mit Greta Gerwig die zwei Enden der Parabel moderner Weiblichkeit. Und in der Mitte der „neue Mann“ gespielt von Ethan Hawke, irgendwo zwischen dauernder Selbstfindung, Selbstzweifel und unterdrückten Bedürfnissen. Aber kauft sich am Ende ein Motorrad und auch die Frauen bekommen (irgendwie) was sie wollen. Happy End ohne Hollywood Ending.

„We are investing our destinys today.“ Rebecca Miller
She is acting out of pure internal values und wishes – more or less without being for or against social conventions.

Aber will sie ein Kind, nur um nicht einsam sein, weil ihre Beziehungen nie funktioniert haben? Und am Ende organisiert sie den Mann weg und bekommt das was sie wollte? Happy End?

first published on festivalblog

Christian Caravante

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