Black Heaven

Black Heaven

Black Heaven
(Koch Media/ Memento Films)

Ha, wie schnell man sich von einem Cover ködern last, und als Zuschauer direkt auf die falsche Fährte tappt, zeigt der vorliegende Film Black Heaven von Regisseur Gilles Marchand deutlich. Auf Grund des dort gezeigten Motives dachte ich an einen Erotikthriller der Marke Femme Fatale, aber dies trifft es nur ansatzweise.
Regisseur Gilles Marchand (Wer tötete Bambi?) erzählt in seinem zweiten Langfilm die Geschichte von Gasperd (Grégoire Leprince-Ringuet) und seiner Freundin Marion (Pauline Etienne), welche mit ihren Freunden den Sommer in Südfrankreich genießen. Eines Abends finden sie ein Handy, und wollen es seinem Besitzer zurückbringen. Dieser jedoch ist tot, und wie es scheint, beging er unter mysteriösen Umständen Selbstmord. Neben der Leiche liegt ein bewusstloses hübsches Mädchen namens Audrey (Louise Bourgoin). Diese erzählt dem jungen Mann nach Erwachen von einem Onlinespiel namens Black Hole, welches einem ungeahnte Möglichkeiten in der Cyberwelt bietet. Interessiert folgt ihr Gasperd in diese geheimnisvolle Welt, und stellt fest, dass er a) den Reizen der geheimnisvollen Frau verfällt und b) es ihm bald nicht mehr möglich ist, zwischen Fiktion und Realität zu unterscheiden. Immer mehr verliert er die Kontrolle über das Geschehen und bewegt sich unaufhörlich auf einen selbstmörderischen Untergang zu.
Hauptdarstellerin Louise Bourgoin (Der kleine Nick, Adéle und das Geheimnis des Pharaos) liefert eine perfekte und sehr betörende Darstellung der Femme Fatale, aber auch die anderen Darsteller, wie etwa Grégoire Leprince-Ringuet (Djinn, the Army of Crime) oder Melvil Poupaud (Speed Racer, 44 Inch Chest) wissen mit ihren Leistungen zu überzeugen.
Trotzdem braucht es seine Zeit, sich als Zuschauer von dem Film fesseln zu lassen, wird der Film doch durch seine zweite, virtuelle und Computeranimierte Ebene in zwei Hälften gerissen. Dabei ist die gezeigte Optik zwar gut animiert, aber irgendwie kahl, steril und nichtssagend gestaltet. Dadurch bedarf es einer großen Portion Phantasie, sich vorzustellen, sich in dieser Welt verlieren zu können. Da der Film seine Geschichte eher ruhig präsentiert, wird eine gewisse Spannung nur langsam, dafür aber intensiver aufgebaut.
Die Blu ray aus dem Hause Koch Media ist technisch auf sehr hohem Niveau, im Bonussektor der Blu ray befinden sich neben dem Trailer und einer Programmshow noch behind the scenes- Material und Interviews mit der Crew.
Black Heaven ist ein Film, auf den man sich als Zuschauer einlassen muss. Wenn man sich von dem Gedanken an einen herkömmlichen Thriller verabschiedet hat, und sich auf das Gezeigte einlässt, wird man schnell in das Geschehen gezogen, und erliegt der Faszination des Filmes, der gerade in der zweiten Hälfte seine Spannungskurve erhöht und das Tempo dabei ordentlich anzieht. Ein Film, der edel gefilmt seine Geschichte über den Realitätsverlust zu erzählen weiß! Nicht dass, was ich bei dem Covermotiv erwartete, aber trotzdem faszinierend und fesselnd!

CFS

Trailer