Blank City (Rapid Eye Movies)

Blank City (Rapid Eye Movies)

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BLANK CITY ist ein Liebesbrief an eine Generation ungestümer Filmemacher und ihren Wirkungsort New York City. Bis in die 80er Jahre war Manhattan eine Brache mit billigen Mieten und Drogen, eine Brutstätte unabhängigen Kunstschaffens. Hier trafen sich junge Regisseure wie Jim Jarmusch und John Waters, um mit Musikerinnen wie Debbie Harry und Lydia Lunch wilde, richtungsweisende Independent-Filme zu drehen.

BLANK CITY bringt Zeitzeugen zusammen und porträtiert die Geschichte des „No Wave Cinema“ und des „Cinema of Transgression“, einer einmaligen Underground-Filmbewegung, und ein ungekannt schroffes New York der 70er.

Meinung zum Film:

71Vr0olleVL._SL1500_Wir befinden uns im New York der späten 70er Jahre des letzten Jahrhunderts. Rückblickend eine Zeit der Drogen, des Punk, der lauten Musik und der „No Future“-Bewegung. Aber hiervon ist nichts zu spüren, denn viele der in der faszinierenden Dokumentation von Regisseurin Céline Danhier versammelten Künstler hatten sich nicht weniger vorgenommen, als das kulturelle Verständnis der damaligen Zeit auf den Kopf zu stellen und was komplett neues, völlig unverfälschtes zu erschaffen. Es ist eine Zeit des Aufbruchs, sowohl in der Film, -Kunst, als auch Musik-Szene. Bands wie Sonic Youth, die Sängerin Debbie Harry, Filmemacher wie Jim Jarmusch, John Lurie oder John Waters wollen provozieren, beweisen darüberhinaus aber auch noch, dass sie großes Talent besitzen und in der Lage sind, ihre Vision herunter zu brechen und etwas Handfestes zu erschaffen. Energiegeladen erschaffen sie Werke, die hypnotisieren, fesseln und eine Reihe anderer Menschen motivierte, sich mit dieser neuen, unverfälschten Kunst auseinanderzusetzen und eigenes zu kreieren.

Die DVD von dem Festival-Hit Blank City, welche bei Rapid Eye Movies erscheint, präsentiert die überaus interessante Dokumentation in einer in Bild und Ton überzeugenden Fassung. Dabei sind die Bildqualität und der Sound bei den aktuellen Einblendungen natürlich qualitativ besser als das wesentlich ältere Archivmaterial, was aber hier den rauen Charme des Filmes ausmacht. Der Bonusbereich bietet zusätzliche interessante Eindrücke, so findet man ein kurzes Interview mit der Regisseurin Céline Danhier über ihr Debütwerk, fast vierzig Minuten an geschnittenem Interviewmaterial, einige Outtakes und den Originaltrailer. Zusätzlich gibt es noch ein beiliegendes interessantes Poster mit Motiven des Films und Textinformationen.619SN2hbyxL._SL1500_

Blank City ist eine Reise in eine Zeit, als die Kultur-Szene New Yorks brodelte und Künstler noch überraschen, provozieren und etwas verändern konnten. Die bekannten und etwas weniger bekannten Stars unter ihnen werden hier versammelt und liefern ein Bild einer Zeit, dessen Werk auch heute noch stilprägend und wegweisend war und ist. Einige der noch lebenden Künstler kommen auch im Entstehungsjahr 2010 zu Wort, um ihre Sicht im Rückblick darzustellen. Blank City ist dabei ein Film über eine Generation Künstler, die wild und unverbraucht Werke erschufen, die die Jahrzehnte überdauerten, ohne an Intensität einzubüßen. Rebellen der Kultur und Revoluzzer der unabhängigen Szene, die loszogen, um mit ihren Ideen die Welt zu verändern und damit eine kulturelle Bewegung mitgestaltet haben, die auch heute noch beeindruckt!

Christian Funke-Smolka