Blumhouse präsentiert:  „Wahrheit oder Pflicht“ - Extended Director’s Cut (Universal Pictures Germany)

Blumhouse präsentiert: „Wahrheit oder Pflicht“ – Extended Director’s Cut (Universal Pictures Germany)

Darsteller:
Lucy Hale, Tyler Posey, Violett Beane, Landon Liboiron

Regie:
Jeff Wadlow

Ein harmloses Partyspiel unter Teenagern wird zur tödlichen Realität, als jemand – oder etwas – beginnt, diejenigen zu bestrafen, die nicht die Wahrheit sagen oder die Mutprobe verweigern… Das Spiel ist erst zu Ende, wenn alle Spieler tot sind!

In dem Horrorfilm „Wahrheit oder Pflicht“ aus dem Hause Blumhouse („Happy Deathday“, „Get Out“) spielen die Jungstars Lucy Hale („Pretty Little Liars“) und Tyler Posey ein tödliches Spiel.

© Universal Pictures Germany

Meinung zur Veröffentlichung:

„Springbreak, Bitches!“

Truth or Dare, oder Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht, wie er etwas umständlicher in Deutschland tituliert wurde, ist einer jener klassischen Gruselfilme, die in Besetzung, Freigabe und Story eindeutig auf eine bestimmte Zielgruppe ausgerichtet sind. Dies nimmt einem Film auf der einen Seite natürlich ein wenig das Überraschungsmoment, als Zuschauer weiß man allerdings auf der anderen Seite, was man zu erwarten hat. In Wahrheit oder Pflicht ist es, hier wird jetzt nicht zu viel verraten, dass bekannte Kinderspiel, dem sich eine Gruppe Jugendlicher stellt. Doch hier nimmt das bekannte Spiel eine unerwartete Wendung, denn es ist verflucht und richtet sich reihum gegen den Spieler. Denn erfüllt er die an ihn gestellte Anforderung nicht, muss er dies teuer bezahlen.

Ich persönlich verstehe nicht, wie man eine befreundete Gruppe zu einem Spiel motivieren kann, in dem man ihnen sagt, dass sie dort ihre Freunde Dinge tun lassen können, die sie eigentlich nicht tun wollen würden. Hier bin ich wahrscheinlich noch mehr Gutmensch, als die gesellschaftliche Spaßbremse Lucy Hale in ihrer Rolle als Olivia. Erstens möchte ich ja nicht, dass meine Freunde gegen ihren Willen unangenehme Sachen machen müssen, zweitens hätte ich wahrscheinlich anschließend genau diese Freunde nicht mehr. Aber egal, hat man diesen MacGuffin geschluckt, geht es relativ flott in die Vollen. Denn natürlich bleibt das Spiel nicht ohne Konsequenzen und unsere Clique muss schnell feststellen, dass sie in den unmöglichsten Situationen in das Spiel zurückgezogen werden. Dies geschieht in Form von Mitmenschen, deren Gesicht sich wie bei einem schlechten Snapchat-Filter verzerrt und ihnen eine Frage oder Aufgabe stellt. Erfüllen sie dies nicht zur vollsten Zufriedenheit… BÄMM!

Nein, besonders innovativ ist Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht nicht. Aber er ist trotzdem unterhaltsam, bietet das nötige Quäntchen Emotion, die eine oder andere sympathische Figur und einige wirklich ansprechende Ideen. Hier steht für mich weniger der klassische Grusel im Vordergrund, sondern eher das Spannungsmoment, wie es wen als nächstes erwischt. Dadurch erinnert mich Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht eher an Final Destination als an andere Blumhouse-Werke, was dem Unterhaltungsfaktor in meinen Augen jedoch keinen Abbruch tut.

 

 

Blumhouse präsentiert: Wahrheit oder Pflicht (Originaltitel: Blumhouse presents Truth or Dare, USA 2018) erscheint bei Universal Pictures Germany auf DVD, Blu-ray und Video on Demand. Für die Heimkinoauswertung wirbt man mit dem Extended Director’s Cut, der im Endeffekt knapp 31 Sekunden mehr Laufzeit bietet. Hierin befinden sich laut Schnittbericht.com zwölf Zensurschnitte und 23 mal alternatives Bildmaterial. Allerdings sind dies kaum Gewaltzensuren, sondern liegen eher in der PG-13-Freigabe der Amerikaner begründet, die entsprechend sämtliche Bezüge zu Alkoholkonsum in der Kinofassung tilgten und hier wieder einfügten. Und gesoffen wird viel in diesem Film… Mir lag zur Ansicht die DVD vor, die sich in Bild (2,40:1/16:9 anamorph) und Ton (Deutsch & Englisch: Dolby Digital 5.1) auf einem soliden Niveau befand. Im Bonusbereich befinden sich neben einem Audiokommentar von Regisseur Jeff Wadlow und Darstellerin Lucy Hale ein siebenminütiges Making of und das vierminütige Featurette „Die Inszenierung der Tode“.

Es muss nicht immer die ausgewogene Vollwertnahrung sein, manchmal hat man auch einfach nur Lust auf Fast Food! Ähnlich verhält es sich hier mit diesem Film. Natürlich kann man ihm eine mangelnde inhaltliche Komplexität, eine eher unterdurchschnittliche Figurenzeichnung oder ein Aufbau mit bekannten Versatzstücken vorwerfen, aber geschenkt! Wahrheit oder Pflicht ist ein Unterhaltungsfilm mit mehr oder weniger angenehmen Charakteren, der einen über anderthalb Stunden kurzweilig unterhält. Kann man sich als Feierabendfilm nach einem stressigen Arbeitstag sehr gut angucken und bekommt deshalb von mir eine klare Empfehlung! Wer auf der Suche nach einem intellektuell nicht übermäßig fordernden, trotzdem spaßigen Gruselfilm ist, kann hier bedenkenlos zugreifen!

Blumhouse Productions – Die Erfolgswelle der Horrorspezialisten

Manche Filmproduktionsgesellschaften bringen bevorzugt Animationsfilme auf den Markt, andere sind eher im Action-Genre zuhause. Blumhouse Productions hingegen haben sich auf Horrorfilme spezialisiert – und das mit Erfolg! Immerhin stammen aus ihrem Hause einige der weltweit erfolgreichsten Horror-Franchises der jüngeren Vergangenheit.

Zur Veröffentlichung von BLUMHOUSE PRÄSENTIERT WAHRHEIT ODER PFLICHT – EXTENDED DIRECTOR‘S CUT am 13. September 2018 auf DVD und Blu-ray möchten wir euch die Geschichte dieser außergewöhnlichen Filmproduktion einmal näherbringen.

Die Anfänge

Die Blumhouse Productions Filmproduktionsgesellschaft wurde im Jahr 2000 durch den Filmproduzenten Jason Blum gegründet. Blum war bis dahin unter anderem für Miramax Films und als freier Produzent für Warner Bros. tätig. Während seiner Zeit bei Miramax lehnte er den Kauf des damals gerade frisch produzierten Low-Budget-Horrorfilms „Blair Witch Project“ (1999) ab, der sich anschließend zu einem Hit an den Kinokassen entwickelte und Blums Einstellung zur Filmbranche nachhaltig beeinflussen sollte.

Der Durchbruch

Ihren ersten und bis heute bekanntesten Erfolg feierte Blumhouse mit der Produktion von „Paranormal Activity“ im Jahr 2009. Der mit einem Budget von gerade einmal 15.000 US-Dollar vergleichsweise lächerlich unterfinanzierte Horrorfilm im Found-Footage-Stil wurde zum weltweiten Publikumsmagneten und entwickelte sich schnell zum Kultfilm. Er spielte dabei weltweit mehr als das Hundertfache seiner Produktionskosten ein und ebnete den Weg für bisher vier Fortsetzungen und ein Spin-Off.

Angestachelt durch diesen gigantischen Erfolg erschienen in den folgenden Jahren weitere Horrorfilme in ähnlichem Stil, u.a. „Insidious“ (2010), „Sinister“ (2012) und „Ouija“ (2014), die allesamt ähnliche Erfolge feiern konnten und ihre eigenen Franchises begründeten.

Das Erfolgsrezept

Der besondere Kniff in der Herangehensweise an neue Produktionen ist so einfach wie genial. Während große Produktionsgesellschaften ihre Projekte heutzutage oftmals mit einem ausufernden Budget versorgen und dafür ein ausgedehntes Mitspracherecht fordern, drehen Blumhouse Productions den Spieß einfach um: Zunächst wird das Budget minimal gehalten und übersteigt selten eine Höhe von 4,5 Mio. US-Dollar, so dass die Produktionen auch dann ihr Budget wieder einspielen, wenn der Film an den Kinokassen floppt. Darsteller und Stab werden in diesem Zusammenhang zunächst nur mit den gewerkschaftlich vereinbarten Mindestlöhnen bezahlt. Im Erfolgsfall werden die Gewinne an Besetzung und Stab weitergegeben und damit die niedrigen Löhne ausgeglichen. Außerdem gewährt Blumhouse den Filmemachern im Gegenzug für das geringe Budget die größtmögliche kreative Freiheit, was sich positiv auf die Qualität der Umsetzung auswirkt.

Dass dieses Vorgehen funktioniert, beweisen die zahlreichen extrem erfolgreichen Franchises, für die Blumhouse mittlerweile weltbekannt ist und die bis 2015 bereits über zwei Milliarden US-Dollar einspielten.

Die Zukunft

Betrachtet man den aktuellen Stand, können Blumhouse Productions in eine rosige Zukunft blicken. Filmreihen wie „Paranormal Activity“, „Insidious“ und „The Purge“ genießen bei Horrorfans einen außerordentlich guten Ruf und werden durch zahlreiche Sequels und Spin-Offs beständig fortgeführt. Abgerundet wird das Portfolio zudem auch von Kritikern hochgelobten Produktionen wie „Split“ (2016) und „Get Out“ (2017), wobei letzterer sogar eine Oscar®-Auszeichnung für das beste Originaldrehbuch erhielt und für drei weitere Awards nominiert wurde.

Im Jahr 2014 verlängerten Blumhouse Productions außerdem ihren zunächst auf drei Jahre ausgelegten First-Look-Deal mit Universal Pictures um weitere zehn Jahre, wodurch auch zukünftige Produktionen gesichert sind.

Wer sehen will, wie Blumhouse Productions ihren Siegeszug auch im Jahr 2018 fortsetzen, sollte sich die Veröffentlichung von BLUMHOUSE PRÄSENTIERT WAHRHEIT ODER PFLICHT – EXTENDED DIRECTOR‘S CUT am 13. September 2018 auf DVD und Blu-ray nicht entgehen lassen!

Christian Funke