Bounty Hunters  (Schröder Media)

Bounty Hunters (Schröder Media)

Jules (Trish Stratus) und ihre Freunde sind Kautionsagenten, auch bekannt als Kopfgeldjäger. Als sie den flüchtigen Peter Wallace (Rodrigo Fernandez – Stoll) stellen, erzählt dieser ihnen von einem sicheren Job, der locker 100.000 Dollar einbringen würde. Der gesuchte Mafia-Kronzeuge Mario Antonio wäre an einem geheimen Ort, der ihm jedoch bekannt sei. Da dieser aber auch vom örtlichen Mafia-Mob gesucht wird, bietet der Obergangster Hal den Kopfgeldjägern eine Million für den Kronzeugen. Dies jedoch ist für das Team eine moralische Zwickmühle. Einerseits benötig man das Geld, anderseits ist es nicht Rechtens, dafür den Tod des Kronzeugen in Kauf zu nehmen. Doch der Mafiosi lässt nicht locker, und bald wird die Situation für Jules persönlich…

Bounty Hunters ist ein Film, der auf ein Publikum zugeschnitten ist, welches ein eher männliches, Testosterongesteuertes zu sein scheint, und zwar in einer Altersgruppe, die zwar laut Cover schon Volljährig sein müsste, dieses biologisch vorgegebene Alter aber wohl nur gestreift haben.
Der Film von Regisseur Don McBrearty erinnert frappierend an die Showkämpfe des WWF. Es wird hier mit den Fäusten und Füßen ausgeteilt, dass in der Realität der Anspruch auf ein Bett in der Koma-Station nicht unrealistisch wäre, während in Bounty Hunters nur leicht mit dem Kopf geschüttelt wird und nicht mal eine Platzwunde zu verzeichnen ist. Nun gut, mit dem nötigen intellektuellen Abstand kann auch so was mal unterhaltsam sein, und so, wie man wohl in keinem Freunde-Buch der Welt in der Rubrik „Hobbies“ erwähnen würde, dass man leidenschaftlicher Hulk Hogan-Fan ist, wird es wohl auch Bounty Hunters ergehen. Man sagt, dass man solche Filme nicht gucke, aber einen Blick riskiert man trotzdem.
Da der Film aber, und es ist jetzt keine große Überraschung, inhaltlich so gar nicht überzeugen kann, bleibt anzumerken, dass jedoch die Hauptdarstellerin Trish Stratus, Jahrgang 1975, von 1993-2003 Fitnessmodel, danach preisgekrönte Wrestlerin, eine ziemlich coole Granate mit Hang zur herrlichen Selbstironie ist. Ihr gelingt es, alle anderen Darsteller locker an die Wand zu spielen oder zu schlagen! Leider ist sie damit die einzige im ganzen Film!

Die Blu-ray aus dem Hause Schröder Media präsentiert Bounty Hunters in einer guten Bild- und Tonqualität. Im Bonussektor befinden sich ein kurzes Interview mit den Beteiligten, einige Minuten vom Set, in welchem zum Beispiel das Kampftraining gezeigt wird und der Originaltrailer.
Nachdem die letzten Veröffentlichungen dieses Labels als recht gelungen bezeichnet werden konnten, hat man hier bei der Synchronisation leider wieder das Gefühl, dass es sich hier um eine Gruppe verhaltensauffälliger junger Menschen im angetrunkenen Zustand handelt. Samstagsmorgens im Nachtexpress haben die Unterhaltungen ein ähnliches Niveau…

Bounty Hunters zielt auf eindeutige Bedürfnisse ab. Wenn man als Zuschauer diese befriedigt haben will, ist die Wahl eindeutig die richtige, legt man jedoch Wert auf ein intelligentes und tiefsinniges Drehbuch, charismatische und talentierte Schauspieler, anspruchsvoll-bissigen Humor und große Überraschungsmomente in der Handlung, dann ist man hier falsch. In Bounty Hunters gilt: Chips auf den Tisch, unglaubliche Mengen an Bier kaltstellen, Hirn in Stand-by und den Film genießen…..

Christian Funke-Smolka