Broken City  (Universum© Film) +++Review+++Mark Wahlberg-Feature+++

Broken City (Universum© Film) +++Review+++Mark Wahlberg-Feature+++

81VNLbXcbFL._SL1500_Billy Taggart (Mark Wahlberg) war ein Cop, bis ihm ein unglücklicher Fall von Polizeigewalt zum Verhängnis wurde. Danach musste er seine Marke abgeben, und dass er nicht auch noch ins Gefängnis kam, verdankte er hauptsächlich einem Mann: Nicolas Hostetler (Russell Crowe), dem Bürgermeister von New York City. Acht Jahre später lebt Taggart als Privatdetektiv in einer verwahrlosten Ecke der Stadt, und jetzt fordert Hostetler einen Gefallen von ihm. Er soll feststellen, ob seine Frau Cathleen (Catherine Zeta-Jones) eine Affäre hat. Klingt wie ein einfacher Fall, aber kaum hat Taggart den Verdacht von Hostetler bestätigt, stirbt auch schon Cathleens Lover. Das Schwierige daran: Taggart entdeckt hinter dem Mord einen viel größeren Skandal, und mittendrin steckt der Bürgermeister. Jetzt beginnt eine gefährliche Jagd, denn Taggart will Gerechtigkeit erzwingen, egal ob ihn das Freiheit oder Leben kosten wird.

Meinung zum Film:

Man wundert sich bei so manchen Veröffentlichungen, die direkt für den Heimkinosektor ausgewertet werden, warum ihnen eine Kinopräsenz verwehrt blieb. Broken City ist solch ein Film. Souverän und fesselnd inszeniert von Allen Hughes (Dead Presidents, From Hell) und mit Russell Crowe, Catherine Zeta-Jones und Mark Wahlberg prominent besetzt, präsentiert sich hier ein kompromissloser Thriller, der sich vieler klassischer Elemente bedient und den Genre-Fan somit sehr gut unterhalten wird.817-s+3UGQL._SL1500_

Wahlberg spielt seine Rolle als in die Schusslinie geratener Cop, der den Dienst quittieren muss sehr gut, überragend in seiner Rolle als skrupelloser Bürgermeister Hostetler jedoch begeistert Russel Crowe. Erneut kann er beweisen, welche schauspielerische Bandbreite er souverän abdecken kann. Aber auch alle anderen Darsteller liefern überzeugende Leistungen. Das Drehbuch setzt weniger auf den schnelllebigen Thrill, sondern setzt eher auf geradlinige und gut strukturierte Spannung, so dass Broken City als ein in sich stimmiger und gut besetzter Film präsentiert.

Broken City wird von Universum© Film als solide Blu-ray veröffentlicht. Das Bild ist in Ordnung, einzig in den dunklen Szenen fallen dem geübten Auge Defizite auf, der Ton ist sauber und gut verständlich. Der Bonussektor ist mit etwa 45 Minuten Zusatzmaterial gut ausgestattet. Hier findet man neben einem sechsteiligen Making of, welches alle Aspekte vom Skript zum fertigen Film abdeckt, noch drei entfernte Szenen, ein alternatives Ende und den Originaltrailer.

Allen Hughes legt hier einen soliden und unterhaltsamen Polit-Thriller vor, der das Genre zwar nicht neu erfindet, aber dank einer stringenten Story, einer überzeugenden Regie, der passenden musikalischen Untermalung und den charismatischen Darstellern zu überzeugen vermag.

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Mark Wahlberg – vom Teenie-Popstar zum Charakterdarsteller

Mark Wahlberg, der zu Zeiten seiner Karriere als Popstar stets im Schatten seines Bruders und Mitglieds der Boygroup New Kids On the Block zu agieren hatte, hat sich mittlerweile in die Top-Riege der Charakterdarsteller in Hollywood gearbeitet und übernimmt seit Jahren sowohl in Blockbustern als auch in anspruchsvollen Kinofilmen die Hauptrollen. Wir skizzieren seinen Werdegang mit allen Hochs und Tiefs und den wichtigsten Stationen.

Mark Robert Michael Wahlberg wurde 1971 als jüngstes von neun Kindern in Boston geboren, wo er im Arbeiterstadtteil Dorchester aufwuchs, der für seine hohe Kriminalitätsrate bekannt ist. Die elfköpfige Familie lebte trotz Berufstätigkeit beider Elternteile an der Armutsgrenze.

Wahlbergs Jugend war alles andere als harmonisch: Im Alter von 13 Jahren war er bereits abhängig von Kokain und weiteren illegalen Substanzen, zwei Jahre später begann er mit rassistischen Beleidigungen und schlug mit 16 einen vietnamesischen Mann nieder, den er zuvor beleidigt hatte. Auch verprügelte er einen weiteren vietnamesischen Mann so sehr, dass dieser auf einem Auge erblindete und brach seinem Nachbarn den Unterkiefer. Für seine Straftaten wurde Wahlberg unter Anderem wegen versuchten Mordes angeklagt und zu einer Haftstrafe von zwei Jahren verurteilt, kam aber nach 45 Tagen wieder frei. Im Gefängnis beschloss er, sein Leben zu ändern, aus seiner Ga91FDe-3cLcL._SL1500_ng auszusteigen und keine Straftaten mehr zu begehen. Seine Jugend hätte vielleicht anders ausgesehen, wäre er mit seinem älteren Bruder Donnie in der Band geblieben, die später als „New Kids on the Block“ (NKOTB) berühmt wurde und große Erfolge feierte. Er war Mitglied in der Anfangsformation der Band, stieg aber als Dreizehnjähriger aus. Später jedoch fand Wahlberg trotzdem wieder zur Musik und nahm als „Marky Mark and the Funky Bunch“ das Album „Music for the People“ auf, aus dem der Song „Good Vibrations“ ein Nummer 1 Hit wurde. Produziert wurde Marky Mark von seinem inzwischen mit NKOTB sehr erfolgreichen Bruder Donnie, der ihm somit eine Musikkarriere ermöglichte.

Durch seine Musikvideos wurde auch die Werbeindustrie auf Mark Wahlberg aufmerksam: stählerne Muskeln, ein durchtrainierter Körper, markante Gesichtszüge, kurz: Marky Mark war das geborene Unterwäschemodel! Das erkannte auch Calvin Klein und machte den jungen Musiker zum Gesicht (bzw. Körper) ihrer Unterwäschekollektion. Sein weiblicher Gegenpart hierbei: Kate Moss. Auch in der Filmindustrie konnte der ehemalige Rapper Fuss fassen, als er 1993 in der Fernsehprodukton „Die Wahrheit führt zum Tod“ mitwirkte, damals noch als Marky Mark. Bald darauf legte er seinen Künstlernamen jedoch ab und trat seitdem unter seinem bürgerlichen Namen in Erscheinung.

Es folgten weitere Rollen in kleineren Filmen, bis er für seine Darstellungen in „Three Kings – Es ist schön, König zu sein“ (1999), „Der Sturm“ (2000) und „The Italian Job – Jagd auf Millionen“ (2003) viel positive Kritik erhielt. Für seine Rolle als Bostoner Polizist Bryce Dignam in „Departed – Unter Feinden“ (2006) wurde er im Rahmen der Oscarverleihung 2007 als Bester Nebendarsteller nominiert. 2007 spielte Wahlberg einen ehemaligen Scharfschützen in „Shooter“ und wurde als neuer Actionheld gefeiert. Später zeigte er in „Max Payne“ (2008) und „The Fighter“ (2010), dass er diese Rolle tatsächlich perfekt ausfüllt.

In „Broken City“ (2013) beweist Wahlberg als Ex-Cop und Privatdetektiv Billy Taggert, dass ihm die Rolle als Ex-Cop mit schwieriger Geschichte und Gerechtigkeitssinn liegt: In der Vergangenheit brachte Taggart (Wahlberg) einen Vergewaltiger um, der sich an der Schwester seiner Freundin vergangen hatte. Jedoch musste er dafür nicht ins Gefängnis, da sein Vorgesetzter die Sache gemeinsam mit New Yorks Bürgermeister Nicholas Hostetler (Russell Crowe) vertuschte. Jahre später kommt Hostetler mit einer Bitte auf Taggert zu, der sich seitdem als Privatdetektiv verdingt: Er soll seine Frau beschatten, der er eine Affäre unterstellt. Was als normaler Fall beginnt, entpuppt sich bald als tödliches Spiel und Taggart sieht sich einem mächtigen Gegner gegenüber.

Christian Funke-Smolka