„Bruce Lee - Der Unbesiegte“ (FilmArt)

„Bruce Lee – Der Unbesiegte“ (FilmArt)

Ein Film von Bruce Li

Darsteller: Bruce Li, Sze-Ma Lung, John Ladalski, Wei Ping-Ao, Dan Inosanto, Peng Kong, Chao Ting

Der Amerikaner John reist nach Hongkong, um sich mit den Besten des Kung Fu zu messen. Seinem harten Kampfstil ist keiner gewachsen, bis er eines Tages den jungen Tang Wei kennen lernt. Aus Gegnern werden Freunde und beide beschließen, fortan den Weg gemeinsam zu gehen. Als Tang Wei mit der Versicherung eines Filmstars betraut wird, findet er heraus, dass es sich dabei um ein Mordkomplott handelt, bei dem er selbst zur Zielscheibe wird. Gemeinsam mit seinem Freund John verwandelt er Hongkong zum Hexenkessel und ihre Fäuste zertrümmern die Knochen ihrer Feinde!

© filmArt

Meinung zur Veröffentlichung:

Kampfkunst in Perfektion! Bruceploitation in Perfektion!

Der Amerikaner John (John Ladalski) ist ein meisterhafter Kung Fu – Kämpfer und ist, um neue Herausforderungen zu suchen, nach Hong Kong gereist. Hier trifft er auf Tang Wei (Bruce Li), der ihm mindestens ebenbürtig ist. Die Kontrahenten schließen nach einem gnadenlosen Kampf Freundschaft und teilen sich alsbald eine WG. Tang Wei arbeitet in einer Versicherungsgesellschaft, die ihm den Auftrag gibt, einen populären Kung Fu – Actionstar mit einer unglaublich hohen Summe über dessen Studio versichern zu lassen. Doch hinter diesem Auftrag steckt ein perfides Komplott, in welches der ahnungslose Tang Wei hineingezogen wird.

Die Todeskralle tötet wieder!“

Inszeniert vom taiwanischen Kampfkünstler, Schauspieler und Regisseur Ho Chung Tao (Mit den Fäusten von Bruce Lee), der unter seinem Künstlernamen Bruce Li gleichzeitig die Hauptrolle besetzt und immer noch als eines der besten Bruce Lee-Doubles gilt. Warum der damalige deutsche Verleih die Martial Arts-Ikone in den Titel einbaute, werden nur sie selber wissen, denn bis auf einen kleinen Gimmick am Rande (lediglich die Figur John blättert im Film einmal durch das Magazin Bruce Lee – The Immortal Dragon) kommt diese zu keiner Sekunde im Film erwähnt. Aber egal, was scheren einen solche Kleinigkeiten, ähnliches kennt man ja auch von den Django-Filmen. Doch zurück zu Bruce Lee – Der Unbesiegte. In seiner zum Teil mit humorvollen Einschüben versehenen Krimihandlung vermag es der Film zwar nicht, über die gesamte Laufzeit zu fesseln, dafür sind die einzelnen Handlungsstränge doch etwas zu verworren und wenig stringent, auch die Charaktere wirken zum Teil so, als habe man zwischendurch einfach vergessen, sie weiter auszubauen. Was aber wirklich faszinierend ist, ist der Aspekt des Blicks auf die Entstehung eines klassischen Martial Arts-Films. Hier werden nicht nur die Abläufe von Dreharbeiten gezeigt und auf die schwierige Finanzierung eingegangen, sondern man bekommt auch Einblicke über das Kampftraining, und was man als Fighter beachten muss, wenn man im Wettkampf, oder auf der Leinwand kämpft. Natürlich werden diese Einblicke in eine fiktionale Story um Versicherungsbetrug eingebunden, aber ich halte sie doch für relativ nahe an der Realität. Die Kämpfe selber sind sauber choreografiert, natürlich wird keine Sekunde ungenutzt gelassen, diese in Szene zu setzen… ob es inhaltlich nun passt, oder eben nicht… Hey, was guckst Du?… Wie, ich? Wuuusch, BÄMM! Zack! Bumm! Massenkloppe! Das ist vielleicht nicht besonders schlau, aber unter bestimmten Bedingungen (hier spielen eine Couch, Bier, Chips und die richtigen Filmfreunde eine große Rolle ) extrem unterhaltsam! Wer ein cineastisches, feingeistiges Meisterwerk erwartet, wird enttäuscht werden (sich aber wahrscheinlich auch keinen Film mit diesem Titel kaufen und was anderes als das Gebotene erwarten!). Wer jedoch Spaß an einer durchaus interessanten Story und tollen Kämpfen hat, der kann hier unbesorgt zugreifen!

Bruce Lee – Der Unbesiegte (Originaltitel: Lung Dik Ying Ji Taiwan 1981) erscheint bei filmArt als eine auf 500 Exemplare limitierte DVD im Amray. Der Hauptfilm wurde dazu von einer Archivkopie restauriert und ist hier die weltweit einzige Fassung im originalen Bildformat. Eine Szene, die in dieser Kopie nicht enthalten war, wurde von einer qualitativ schlechteren Materialquelle integriert. Dadurch erhalten wir hier die längst mögliche Version dieses mit einer FSK 18 – Freigabe Films in einer in Bild (2,35:1 Scope) und Ton (Deutsch: Dolby Digital 1.0 Mono) qualitativ ansprechenden Fassung. Im Bonusmaterial befinden sich die drastisch gekürzte Videofassung (68 statt der 90 Minuten), der Kinotrailer, eine Bildergalerie und Programmhinweise.

Mit Bruce Lee – Der Unbesiegte, seiner zweiten und letzten Regiearbeit, präsentiert Ho Chung Tao einen mit etwas Humor aufgepeppten Kriminalfilm, der seine Handlung als Rahmen für möglichst viele Fights nutzt. Aber auch die Handlung, die vielleicht nicht besonders tiefgründig ist, aber einen für den Fan nicht uninteressanten Blick hinter die Fassade des HK-Actionkinos der späten 1970er und frühen 1980er wirft, ist unterhaltsam und äußerst kurzweilig. Kein Martial Arts-Meilenstein, aber durchaus schmackhafte, souverän choreografierte Genrekost!

Christian Funke