Buffalo Soldiers `44

Buffalo Soldiers `44

Buffalo Soldiers `44
(Ascot Elite)

Regisseur Spike Lee, mit Filmen wie Do the Right Thing, Malcolm X oder Jungle Fever ehemaliger Vorzeigeregisseur des Black Cinema legt hier mit Buffalo Soldiers ’44 – Das Wunder von St. Anna sein erstes Antikriegsdrama vor, einer Verfilmung des Romanes von James McBride .
Die Geschichte beginnt in einer Poststation in der Gegenwart, wo der kurz vor der Pensionierung stehende Postbeamte Hector Negron (Laz Alonso) an seinem Schalter einen Mann erschießt. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel, erst recht, als man in Negrons Wohnung noch den sehr wertvollen Kopf einer seit Mitte der 40er verschollenen italienischen Statue findet. Im Verhör erzählt Negron nun seine Geschichte, welche im 2. Weltkrieg in der George Company, eine Armee, bestehend aus 15000 farbigen Soldaten, beginnt. Wir lernen seine Freunde kennen, zum Beispiel Bishop (Michael Ealy) oder Train (Omar Benson Miller), welche zu Beginn der Geschichte bei einem Gefecht von ihrer Einheit getrennt wurden. Man trifft auf einen verletzten italienischen Jungen, dem man hilft, im Gegenzug führt er die Soldaten in sein Heimatdorf, wo sie nach Abzug der Deutschen erstmal wohlwollend aufgenommen werden. Die Soldaten helfen den Partisanen im Kampf gegen die Deutschen, der Weg zurück zu ihrer Einheit jedoch ist nach wie vor versperrt von feindlichen Truppen. Als man einen deutschen Kriegsgefangenen ins Dorf holt, scheint dies die feindlichen Truppen anzulocken. Eine Situation, die erstmal aussichtslos erscheint.

Dem Regisseur ist mit Buffalo Soldiers ’44 – Das Wunder von St. Anna auf den ersten Blick ein wirklich imposanter, epischer, spannend erzählter, zweieinhalbstündiger Film gelungen, der auf Grund seiner dramatischen Geschichte, den hervorragenden Darstellern (vor Allem Michael Ealy, aber auch John Leguizamo oder der großartige John Turturro) und der hervorzuhebenden bildgewaltigen Kameraführung beeindruckt. Was jedoch auffällt, ist, das es Spike Lee leider nicht gelungen ist, nach einem gelungenen Einstieg diesen Bogen aufrecht zu halten. Es scheint, als habe er zwischenzeitlich den Überblick verloren, denn plötzlich erscheint der Film fahrig, teils unschlüssig, versucht einige Defizite mit zu viel Pathos und Schmalz zu übertünchen, um dann plötzlich wieder voll in der Spur zu stehen, und einen geradlinigen und effektiv mitreißenden Film zu präsentieren. Dadurch gelingt es jedoch nicht, den Zuschauer über die gesamte Lauflänge bei der Stange zu halten, zu stark fallen diese zwei Richtungen zum Teil ins Gewicht.
Im Bonusbereich der vorliegenden DVD befinden sich geschnittene Szenen, ein historisches Essay, ein Trailer und eine Programmshow.
Buffalo Soldiers ’44 – Das Wunder von St. Anna ist bis auf die angesprochenen Mängel in der Kontinuität der Qualität ein wirklicher Augenschmaus, der dem geneigten Zuschauer beeindruckende Landschaftsaufnahmen und eine interessante Geschichte bietet. Mit ein bisschen mehr Stringenz in der Regie wäre der Film ein echtes Meisterwerk geworden.

CFS