Casa de mi Padre (pecom/ Ascot Elite Home Entertainment)

Casa de mi Padre (pecom/ Ascot Elite Home Entertainment)

Ein Will Ferrell (ANCHORMAN) wie man ihn noch nie zuvor gesehen hat: Als Ranch-Besitzer Armando Alvarez kämpft der Hollywoodstar für sein Land und seine Liebe und das mit heißblütiger Leidenschaft eines „waschechten“ Mexikaners.

Die Fans von Will Ferrell können sich freuen. Von den Erfolgsproduzenten von ANCHORMAN 1 + 2 inszeniert, zeigt CASA DE MI PADRE den Star-Comedian in einer Rolle, die cover_bd_bigverrückter ist als je zuvor. An der Seite der mexikanischen Superstars Gael García Bernal (BABEL) und Diego Luna (CONTRABAND) nimmt Ferrell in dieser hinreißend hirnrissigen Parodie alle Klischees lateinamerikanischer Daily-Soaps auf den Arm. Er landet damit einen brillanten Lacher nach dem anderen. Dabei erinnert der Film an eine Mischung aus dem Komödienspektakel NACKTE KANONE und Tarantinos Kinohit DJANGO UNCHAINED. Regisseur Matt Piedmont (SATURDAY NIGHT LIVE) lässt keine Möglichkeit aus, jedes mexikanische Klischee auf die Spitze zu treiben. Ob nun die Dialoge, halsbrecherische Wendungen der Geschichte oder die theatralischen Emotionsausbrüche, bei CASA DE MI PADRE wird alles geboten, was einen spitzen Comedy-Western ausmacht. Der wunderbar dramatische Titelsong („La Casa“) zum humoristischen Feuerwerk stammt zudem von niemand Geringerem als Pop-Star
Christina Aguilera.

Inhalt:

Armando Alvarez hat sein gesamtes Leben auf der Farm seines Vaters in Mexiko geschuftet. Als sich die Schulden häufen und die Existenz auf dem Spiel steht, kehrt Armandos kleiner Bruder Raul auf die Ranch zurück, seine überaus attraktive Verlobte Sonia im Schlepptau. Raul hat im Ausland große Kasse gemacht und verspricht großspurig, alle Schulden des Vaters zu begleichen. Doch dann verfällt Armando der heißen Sonia mit Haut und Haar, Rauls Reichtum entpuppt sich auf Sand gebaut. Und schon haben die Brüder den mächtigen Drogenbaron Onza an der Backe, der ihnen den Krieg erklärt…

Meinung zum Film:

Der Schauspieler Will Ferrell ist bekannt für seine sensible und nuancierte Darstellung komplexer Charaktere. Sein Können darf er nun in dem vorliegenden Casa de mi Padre erneut unter Beweis stellen. szenenbild_Casa_De_Mi_Padre5Er spielt Armando Alvarez, ein nicht übermäßig strebsamer Rancharbeiter. Nach dem Tod des Vaters soll er die runtergewirtschaftete Farm aufrechterhalten, was ihn jedoch maßlos überfordert. Doch der schielende Blick auf schnellen Reichtum erweist sich als nur sehr schwer umsetzbar, so dass Armando recht schnell mit dem örtlichen Drogenboss aneinandergerät…

Man sollte sich schon auf den Film einlassen, um ihn wirklich genießen zu können. Stilistisch orientiert sich der Film an die Form der südamerikanischen Telenovela. In klassischer 70er Jahre-Optik, schwülstigen Dialogen und szenenbild_Casa_De_Mi_Padre3schmachtenden Blicken haben die Protagonisten sowohl ein schmissiges Lied auf den Lippen als auch die Pistole in der Hand. Man sollte sich den Film im Original anschauen, da es neben dem inhaltlich wie visuellen Blödsinn zudem extrem witzig ist, Will Ferrell seine Rolle stilecht in Spanisch interpretieren zu sehen, zumal er diese Sprache definitiv nicht beherrscht. Ein Mann tut für eine Rolle eben, was ein Mann tun muss. Aber Herr Ferrell ist ja auch dafür bekannt, dass ihm nur sehr wenig peinlich ist…

Casa de mi Padre erscheint bei pecom im Vertrieb von Ascot Elite. Die Blu-ray bietet eine sehr gute Bild- und Tonqualität, im Bonusbereich befinden sich neben einem kurzen Interview mit dem kurz nach den Dreharbeiten verstorbenen Pedro Armendáriz Jr. (1940-2011) ein Mszenenbild_Casa_De_Mi_Padre1aking of mit diversen Interview-Einblendungen und Szenen vom dreh, elf entfernte Szenen und der Originaltrailer.

Casa de mi Padre ist ein Film für Fans des typischen Ferrell-Humors. Freunde des subtilen Humors und der leisen Zwischentöne sollten nach einem anderen Film gucken, allen Anderen jedoch, die sich für anderthalb Stunden mit gepflegtem Schwachsinn unterhalten lassen wollen, sei Casa de mi Padre dringend empfohlen!

Christian Funke-Smolka