City Of Violence (Splendid Film)

City Of Violence (Splendid Film)

 

 

Es ist noch gar nicht lange her, da galt der koreanische Martial Arts – Film als die größte Bedrohung des sich bis dahin fest in chinesischer Hand befindlichen Filmmarktes. In einem Interview mit dem Martial Arts – Künstler Donnie Yen erklärte dieser, dass es dem Hong Kong – Film immer schlechter ginge, da die Konkurrenz aus Korea oder Thailand immer härter würde.
Beispiele wie die tollen Running Wild, Shiri oder die Filme von Park Chan-Wok zeigten, wo die offensichtlichen Stärken des koreanischen Filmmarktes liegen. Hier wurden gute, mehrschichtige Geschichten gepaart mit begabten Schauspielern, hypnotisierenden Soundtracks (man denke nur an den Soundtrack von Oldboy oder Bittersweet Life!) und hippen Ideen der Bildgestaltung in eine kompakte Form gebracht.
Mittlerweile hat sich diese Situation wieder eingependelt, und auch Hong Kong liefert mittlerweile nach einer längeren Durststrecke wieder gute Kampffilme, aber die koreanischen Filme haben immer noch nichts von ihrer unglaublichen Faszination verloren!
Aus dem Hause Splendid Film, bekannt für gute und liebevoll aufbereitete asiatische Veröffentlichungen kommt nun erneut ein Beispiel dieser harten Konkurrenz!

City of Violence, ein Film vom koreanischen Regisseur Ryoo Seung-wan (bekannt geworden mit den Krachern Arahan, No Blood No Tears oder Crying Fist), der hier auch gleich die Hauptrolle übernimmt, zeigt, woher die Faszination für diese Filme stammt, denn City of Violence ist ein Paradebeispiel, die besten Momente der großen Action- und Krimiklassiker zu mischen, und damit etwas frisches, neues zu kreieren. Ryoo Seung-wan macht dies ähnlich seinem Bruder im Geiste, Quentin Tarantino, und erschafft dabei einen eigenen Stil. Stilistisch an die Filme der 70er angelehnt (Split-Screens, Überschneidungen, Zeitlupen in Massenszenen, etc. Gerade die letzten zwanzig Minuten, wo der Showdown eine Huldigung der Western eines Leone oder Peckinpah sind, ist es wirklich ganz großes Kino!), unterlegt mit coolen Beats, aber gewalttätig wie es nur asiatisches Kino sein kann, schafft er eine Bildsprache, der man sich als Zuschauer nur schwer entziehen kann.

In der Story geht es um einen Cop, der nach zehn Jahren in seine alte Heimat zurückkommt, um seinen guten Freund zu beerdigen. Dieser ist offensichtlich in einem Streit mit rivalisierenden Jugendgangs erstochen worden. Man trifft sich mit alten Freunden, schwelgt in alten Zeiten, und schmiedet den Plan, den Fall alleine aufzuklären, nicht ahnend, in welch gefährliche Gewässer der örtlichen Unterwelt man sich begibt.
Die Story macht es einem zu Beginn nicht leicht. Oft wird in einer Handlungsebene ein Zeitsprung in die Vergangenheit gemacht, um die Aktivitäten der Freunde aus damaliger Sicht auf das Heute zu überschneiden oder umgekehrt. Aber genau das macht auch den Reiz aus, da man immer konzentriert sein muss, der spannenden und verschachtelten Geschichte folgen zu können.

Die Blu-ray aus dem Hause Splendid Film bietet dabei eine perfekte Umsetzung, liefert sie den Film in einer wirklich guten Sound- und Bildqualität. m Bonussektor der Amasia Premiumedition befinden sich neben einem Making of noch Interviews und Featurettes.
Wer sich schon immer von der Qualität des modernen Martial Arts – Films überzeugen wollte, hat mit der Veröffentlichung von City of Violence eine gute Wahl getroffen, bietet sie doch alles das, was das koreanische Kino ausmacht!

Christian Funke-Smolka