Countdown in den Tod

Countdown in den Tod

Ich muss gestehen, ich bin ein großer Fan von 70er Jahre Filmen. Die heutzutage auftretende Flut an bombastischen Computereffekten, welche oftmals eine nicht vorhandene Geschichte zu übertünchen versuchen, war damals aus technischer Sicht noch nicht möglich, und so merkte der Zuschauer recht schnell, ob ein Film was kann, oder eben nicht. Das Augenmerk auf Story, Darsteller, Kameraführung und Dynamik war wesentlich konzentrierter und die Konzentration auf die elementaren Dinge eines Filmes unabkömmlich. Deshalb freue ich mich auch über die vorliegende DVD aus dem Hause Koch Media, wird hier doch wieder bewiesen, wie liebevoll man alte Klassiker neu auflegen kann.

Countdown in den Tod, auch bekannt als Zwei Minuten Warnung, ist ein typisches Vehikel der späten 70er. Das Genre des Katastrophenfilms hatte seinen Zenit eigentlich überschritten, produzierte aber trotzdem noch in seinen letzten Zügen Klassiker wie Achterbahn, oder dem hier vorliegenden Film. Regisseur Larry Peerce (Batman, Die grüne Hornisse) gelingt es dabei, einen seiner Zeit recht populären Cast von Darstellern wie Charlton Heston (Der Omega-Man, Tombstone, Ben Hur, Der Planet der Affen), John Cassavetes (Das dreckige Dutzend, Teufelskreis Alpha), Jack Klugman (Quincy, Die 12 Geschworenen), Beau Bridges (Der Feind in Dir, Hotel New Hampshire) oder Gena Rowlands (Monk, Night on Earth) vor der Kamera zu vereinen.

Schauplatz ist ein vollbesetztes Footballstadion, das laufende Spiel befindet sich in der Endphase (den sogenannten „two minutes warning“), als ein Amokläufer entdeckt wird, der sich auf einer erhöhten Position sicher verschanzt hat, und mit seinem Scharfschützengeweht das Publikum im Visier hat. Das Sicherheitsteam um den Leiter Peter Holly (Heston) versucht alles, um der Situation Herr zu werden, kann aber nicht an den Schützen heran.

Der Reiz des Filmes liegt darin, dass der Sniper anonym und völlig ohne Motiv seine Taten begeht. Die gezeigten Handlungen und Maßnahmen sind realistisch und nachvollziehbar dargestellt, was dem film einen halbdokumentarischen Charakter verleiht. Auch wenn man die erste Hälfte etwas hätte straffen können, zieht sich die Einführung doch stellenweise etwas in die Länge, fährt der Film in seiner zweiten Hälfte dann den Vorschlaghammer aus und übertrifft so ziemlich alles, was man in diesem Genre bisher zu sehen bekam. Selten habe ich solch eine beklemmende Massenpanik in einem Film zu sehen bekommen. Erschreckend aber auch beeindruckend wird hier zum einen völlig gegen die Erwartungen des Zuschauers gehandelt, als auch die Dynamik des Filmes rasant nach oben geschraubt.

Die DVD von Koch Media ist mal wieder aus technischer Sicht hervorragend bearbeitet worden. Das Bild und der Ton sind für einen Film diesen Alters sehr gut. Im Bonusmaterial findet man dann neben dem Originaltrailer noch eine Bildergalerie und eine 15 Minuten lange Super – 8 – Fassung des Filmes. „Countdown in den Tod“ ist spannendes Genrekino vom Feinsten, welches einzig in der ersten Hälfte etwas mehr von dem Tempo hätte vorlegen können, welches der Film dann später aufweist. Darstellerisch solide, in seiner Geschichte aber heute noch so aktuell wie damals, ist dem Regisseur ein Musterbeispiel eines Actionfilmes gelungen, der auch heute noch nichts von seiner Faszination eingebüßt hat!

Countdown in den Tod
(Koch Media)

CFS