Das Leben ist nichts für Feiglinge (NFP marketing & distribution)

Das Leben ist nichts für Feiglinge (NFP marketing & distribution)

image005Dass das Schicksal manchmal hart zuschlägt gehört zum Leben wie das Amen nach dem Trauergottesdienst. Was aber, wenn es soweit ist – etwa wenn man einen geliebten Menschen verliert? Markus Färber (Wotan Wilke Möhring) und seine Tochter Kim (Helen Woigk) wissen es beide nicht. Denn als Babette Färber, Ehefrau und Mutter, völlig überraschend und auf durchaus nicht alltägliche Weise aus dem Leben scheidet, sind sie wie paralysiert. Markus versucht die Reste der Normalität zusammenzusammeln und tut so, als sei nicht viel passiert – was natürlich nicht funktioniert. Kim wiederum fühlt sich allein gelassen und zieht sich noch weiter zurück, als sie es ohnehin schon getan hatte – bis sie es nicht mehr aushält und mit ihrem Schwarm Alex (Frederick Lau) durchbrennt. Markus bleibt nichts anderes übrig als sich auf die Suche nach ihr zu machen – zusammen mit seiner Mutter Gerlinde (Christine Schorn) und ihrer durchgeknallt-gewöhnungsbedürftigen Pflegerin Paula (Rosalie Thomass), die eigentlich Schauspielerin werden möchte und Gerlinde das Leben und ihre Krankheit mit ihrem speziellen Humor und ganz besonderen Keksen versüßt. Gemeinsam fahren sie los und begeben sich auf eine turbulente Reise, auf der sie nicht nur einander suchen, sondern auch beginnen, einen Weg zurück ins Leben zu finden…

DAS LEBEN IST NICHTS FÜR FEIGLINGE basiert auf dem gleichnamigen Roman von Gernot Gricksch (Robert Zimmermann wundert sich über die Liebe), der auch für das Drehbuch verantwortlich ist. Produziert wurde der Film von Riva Filmproduktion Hamburg, Michael Eckelt, in Koproduktion mit Senator Film, Helge Sasse und Ulf Israel, sowie WDR/arte. Unterstützt wurden die Dreharbeiten von der Film- und Medienstiftung Nordrhein-Westfalen, der Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein, der nordmedia fonds GmbH, dem Deutschen Filmförderfonds (DFFF) und der FFA.

Meinung zum Film:

Manchmal trifft man als vielsehender Zuschauer auf einen Film, der einen genau an der richtigen Stelle abholt. Da passen dann Darsteller, Story und die Dialoge so zusammen, dass sich ein homogenes, funktionierendes Gesamtbild aufbaut und einen über die gesamte Lauflänge in seinen Bann zieht. So geschehen bei Das Leben ist nichts für Feiglinge, welches Regisseur André Erkau nach einer Buch- und Drehbuchvorlage von Gernot Gricksch inszenierte.81+58rThZqL._SL1500_

Die Geschichte handelt von Markus Färber (Wotan Wilke Möhring) und seiner heranwachsenden, 15 Jahre alten Tochter Kim (Helen Woigk), die lernen müssen, mit dem plötzlichen Verlust der Ehefrau und Mutter zu leben. Doch beide machen dies auf völlig unterschiedliche Weise, so dass sie, aus Mangel an einer funktionierenden Kommunikation, sich immer weiter voneinander entfernen. Als die Tochter aus dem deprimierenden Alltag ausbricht, machen sich der Vater und seine an Krebs erkrankte Mutter auf, das Kind zu suchen. Für alle ist dies trotz des tragischen Anlasses ein Weg zurück ins Leben.

91D2YkoxPlL._SL1500_Das Leben ist nichts für Feiglinge macht an nahezu allen Stellen alles richtig! Die Schauspieler, durch die Bank überzeugend und passgenau besetzt, agieren auf eine natürliche und damit charmant- überzeugende Art, die getragen wird durch die pointierten, sowohl humorvollen als auch emotional berührenden Dialoge. Dabei meistert der Film den brisanten Spagat zwischen Dramatik und Humor mit Bravour, so dass der Zuschauer einen fesselnden, musikalisch perfekt unterlegten Road Trip erleben darf, der von der ersten bis zur letzten Minute in sich stimmig ist und voll überzeugt.

Die Blu-ray aus dem Hause NFP marketing & distribution ist dazu eine gelungene Veröffentlichung. Bild und Ton befinden sich auf einem hohen Niveau, zudem liegt in Form eines knapp 50 Minuten langen Making of, verschiedenen Interviews mit den am Film beteiligten, einem kurzen Premierenvideo so wie einem informativen Audiokommentar von Autor und Regisseur ein alle Aspekte des Films beleuchtendes Bonusmaterial vor.

Das Leben ist nichts für Feiglinge ist ein Film, der die ganze Emotionspalette in sich vereint und sowohl schnodderig als auch tiefsinnig, lustig wie dramatisch ein cineastisches Spiegelbild des Lebens in all seinen Facetten darstellt.

Christian Funke-Smolka