“Dave Made a Maze” (Pandastorm Pictures) +++Rezension, Special & Gewinnspiel+++

“Dave Made a Maze” (Pandastorm Pictures) +++Rezension, Special & Gewinnspiel+++

Mit Nick Thune, Meera Rohit Kumbhani, Adam Busch, James Urbaniak

Regie: Bill Watterson

Der erfolglose Träumer Dave baut in seinem Wohnzimmer ein gigantisches Labyrinth aus Pappkartons und verirrt sich darin heillos. Daves Freundin Annie macht sich mit einem Team von Freunden und Kurzentschlossenen an seine Rettung. Doch das Labyrinth entwickelt ein magisches Eigenleben und ist gespickt mit fiesen Fallen, fantastischen Kreaturen und einem blutrünstigen Minotaurus. In all dem irrwitzigen Durcheinander versucht Dave, wenn schon nicht den Ausgang, dann doch zumindest zu sich selbst zu finden.

Regisseur Bill Watterson ist mit seinem Debüt DAVE MADE A MAZE ein einzigartiger Geniestreich gelungen. Die turbulente und zitatreiche Indie-Komödie ist gespickt mit schrägen Ideen, urkomischem Witz, überbordender Kreativität und einer kindlichen Fantasie. Beeinflusst von Terry Gilliam, Michel Gondry und den Fantasy-Abenteuerfilmen der 80er Jahre, verbirgt sich hinter dem Festival-Hit und Kritikerliebling zugleich ein einfühlsamer Blick auf die Künstlerseele.

© Pandastorm Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

Annie (Meera Rohit Kumbhani) ist irritiert. Als sie nach einer Dienstreise nach Hause kommt, findet sie in ihrer Wohnung ein merkwürdiges Pappgebilde vor. Offensichtlich hat ihr Freund Dave (Nick Thune) dieses in ihrer Abwesenheit gebaut. Als jedoch seine Stimme aus den Tiefen dieses Kartonmonstrums kommt und er ihr mitteilt, dass er sich in seinem selbstgebauten Labyrinth heillos verirrt hat, versammelt sie ihren Freundeskreis, um gemeinsam den Irrgarten zu betreten und Dave zu retten. Doch das komplexe Gebilde scheint nicht nur ein mysteriöses Eigenleben zu haben, sondern ist zudem auch mit zahlreichen Fallen gespickt…

Willkommen in der wunderbaren Welt des Bill Watterson. Der Schauspieler und Synchronsprecher erfüllte sich mit seinen Regiedebüt den langgehegten Traum, eine Abenteuer zu starten und sich wie die Helden seiner Kindheit zu fühlen. Entsprechend wirkt Dave Made a Maze wie ein Tummelplatz für Erwachsene, die sich die Magie, das Staunen und die überbordende Phantasie von Kindern erhalten haben und hier einen klassischen Abenteuerfilm präsentieren, der sich all der alten, liebgewonnen Dinge wie Puppenspiel, Stop-Motion, Zeichentrick und optischen Illusionen bedient. Dabei bediente er sich einer Anekdote aus seiner Kindheit, wo er sich aus alten Kartons eine Burg baute und seine Mutter ihn zum Essen nicht finden konnte. Da wahrscheinlich alle Kinder spaß daran hatten, sich verstecke und Burgen zu bauen, gelang es ihm, eine Gruppe an Gleichgesinnten zu finden, die sich mit ihm in das Abenteuer seines ersten Spielfilms stürzten und mit einfachen, aber sehr charmanten Mitteln einen Spielfilm kreieren, der eine Ode an die Macht der Phantasie darstellt. Ein Film, der vor Kreativität übersprudelt, der seine Absurdität mit viel Liebe zum Detail wett macht und, wenn man sich als Zuschauer darauf einlassen kann, eine Wundertüte voller verspielter, emotionaler und einfach wundervoller Ideen ist.

Der Festival-Hit Dave Made a Maze erscheint bei Pandastorm Pictures auf DVD, Blu-ray und Video on Demand. Zur Ansicht stand mir die wundervoll aufgemachte Special Edition als Blu-ray zur Verfügung, die stilecht im Pappkarton-Design im Schuber gestaltet war. Bild (2,00:1/1080p24/AVC) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) befanden sich auf dem erwartet guten Niveau, im Bonusbereich gab es neben einem Audiokommentar von Regisseur Bill Watterson und dem Drehbuchautor Steven Sears die Soryboards, ein zweiundzwanzigminütiges Hinter-den-Kulissen-Featurette, ein Special vom Slamdance Festival, fünf entfernte und erweiterte Szenen, witzige Grußbotschaften an das deutsche Publikum, den Trailer und eine Programmübersicht, so wie ein 16-seitiges, reich bebildertes Booklet mit vielen Informationen, die der Regisseur hier zusammengetragen hat. Eine im Gesamteindruck echt gelungene und liebevoll gestaltete Veröffentlichung.

Dave Made a Maze ist ein Film für all diejenigen, die noch an die Magie des Kinos, die Macht der Phantasie und der Liebe zu einer Geschichte glauben. Ein Film, als hätten Terry Gilliam und Michael Gondry ein paar Bier zu viel getrunken und anschließend einen Kindheitstraum wahr werden lassen. Wer sich seine kindliche Vorstellungskraft noch erhalten hat, der ist hier definitv an der richtigen Adresse!

10 erstaunliche Fakten über ein pappiges Abenteuer

1.    Der Regisseur

„DAVE MADE A MAZE“ ist das Regiedebut von Bill Watterson (nicht zu verwechseln mit dem gleichnamigen „Calvin und Hobbes“ Comiczeichner). Watterson ist schon länger im Filmbiz tätig. Als Produktionsassistent für die Fernsehserie „Lass es Larry!“ oder als Schauspieler vor der Kamera in Filmen wie „Ouija – Spiel nicht mit dem Teufel“. Den deutschen Zuschauern ist er aber vor Allem durch eine ganz andere „Rolle“ bekannt. Dazu später aber noch mehr.

2.    Operation: Death Maze

Bill und Drehbuchautor Steven Sears lernten sich beim Improvisationstheater im „The Second City Hollywood“  kennen. Sears hatte schon an verschiedenen Shows mitgearbeitet, wie zum Beispiel „Dance Your Ass Off“ oder Paris Hilton’s Serie „My New BFF“. Steven hatte die Nase voll von Reality TV und wollte sich seiner Lust am Drehbuchschreiben widmen. Heraus kam ein Script mit dem Titel „Operation: Death Maze“, welches der Prototyp zu „DAVE MADE A MAZE“ war.

3.    Kindheitsgeschichten

Die Geschichte von „DAVE MADE A MAZE“ ist inspiriert von Bill Watterson’s Kindheit. Als  Kind baute er eine riesige Festung aus Decken und Kartons, die den gesamten Fußboden seines Kinderzimmers bedeckte. Danach ging er einen Freund besuchen. Seine Mutter übersah einen Zettel den er ihr geschrieben hatte und machte sich Sorgen. Sie befürchtete Bill sei in der Papier-Festung gefangen, woraufhin sie das komplette Gebilde auseinander nahm. Sehr zum Unmut des kleinen Bauherren. Diese Geschichte erzählte er Drehbuchautor Steven Sears. Sears überschlug sich nur so vor Ideen und 3 Tage später hatte er „Operation: Death Maze“ komplett überarbeitet. Der 64-seitige Entwurf bildete die Grundlage aus der er und Watterson dann „DAVE MADE A MAZE“ machten.

4.    Inspiration

Watterson und Sears waren inspiriert von den Abenteuerfilmen ihrer Kindheit wie „Die Goonies“ oder „Die Reise ins Labyrinth“. Das Gefühl, das sie beim Gucken der Filme hatten, wollten sie mit „DAVE MADE A MAZE“ wiederbeleben.  Mit dem Unterschied, dass es dieses Mal eine Handvoll Erwachsener sein sollte, die auf die Abenteuerreise gehen. Besonders faszinierte die Beiden die Wirkung von realen Puppen und Spezialeffekten im Gegensatz zu den heutigen, weitestgehend computeranimierten Filmen. Daher wollten sie soweit möglich mit praktischen Tricks arbeiten. Im Film werden daher viele Effekte wie Stop-Motion Animationen, optische Täuschungen und Cut-Paper-Animationen verwendet.

5.    Crowdfunding?

Zu Beginn der Finanzierungsphase existierten noch keine der heute so populären Crowdfunding-Webseiten. Stattdessen drehte das Team ein Fundraising Video voller Videoclips und Songs, an denen sie gar keine Rechte besaßen. Es war sozusagen ein „Video Lookbook“. Laut Watterson war es das schlechteste Fundraising Video aller Zeiten. Trotzdem gelangte es letztendlich in die richtigen Hände und man konnte mit der Produktion beginnen.

6.    2800m²

Soviel Pappe brauchte es, um die Sets für „DAVE MADE A MAZE“ fertig zu stellen. Gestartet wurde mit Spenden von Freunden, Verwandten und eines großen Bekleidungsunternehmens. Doch schon nach einer Woche ging das Material aus. Zum Glück war in Studionähe ein großer Solaranlagen-Hersteller ansässig. Produzent John Charles Meyer ging also jeden Morgen „Containern“, so war für Nachschub gesorgt.

7.    Improvisation

Gedreht wurde der Film in einem kleinen Studio in Glendale, Kalifornien. Das Studio war so klein, dass maximal zwei Sets zur gleichen Zeit aufgebaut werden konnten. Da die Macher sich maximal 20 Drehtage leisten konnten, mussten die Sets so effizient wie möglich genutzt werden. Während auf einem Set gedreht wurde, wurde Set Nr. 2 umgebaut. Einen Drehplan zu erstellen war nahezu unmöglich, da niemand genau wusste wann welche Sets gebaut werden konnten. Einige Szenen entstanden daher auch spontan. Eine Pappkarton-Spende wäre fast aussortiert worden, weil alle Pappen durchlöchert waren. Stattdessen wurde daraus, durch eine spontane Eingebung, der Kubrick-Korridor – ein Mix aus „2001: Odyssee im Weltraum“ und dem Korridor, der zur finalen Auseinandersetzung zwischen Luke Skywalker und Darth Vader in „Star Wars: Episode V – Das Imperium schlägt zurück“ führt.

8.    Die Trickkiste

Durch die räumliche Begrenzung musste das Team oft mit optischen Tricks arbeiten. Die Szene, in der die Schauspieler durch ein Origami-Bällebad stapfen (Die Müllpresse vom Ersten Todesstern lässt grüßen), hätte die Dimensionen des Studios gesprengt. Deshalb mussten die Schauspieler die Szene auf ihren Knien spielen. So entstand die Illusion einer großen Halle. Zum Glück war alles nach einem halben Tag im Kasten und die Schauspieler durften wieder aufrecht gehen.

9.    Cardboard Institute of Technology

Klingt wie eine Erfindung aus einem Science-Fiction Film, gibt es aber wirklich. Gegründet 2007, handelt es sich dabei um ein Künstlerkollektiv aus San Francisco das begehbare Installationen aus Pappe herstellt. Einer der selbsternannten Papp-Wissenschaftler, Michael Murnane, baute viele der abgedrehten Gadgets wie zum Beispiel das Zoetrop aus dem Finale des Films oder den Kopf des Minotaurus.

10.  Den kenne ich doch aus…

Viele der Teammitglieder wurden aus dem kreativen Freundeskreis der Filmemacher rekrutiert. Unter den Schauspielern sind aber auch einige bekannte Gesichter, so zum Beispiel Adam Bush, bekannt als „Warren“ in „Buffy: im Bann der Dämonen“ oder der Bassist der Band OK GoTimothy Nordwind. Sehr viele werden auch Regisseur und Schauspieler Bill Watterson kennen:  er ist der Jever Mann! Zwischen 2008 und 2015 mimte der gebürtige Amerikaner die ikonische Werbefigur. Bis heute besteht ein freundschaftlicher Kontakt zu den Brauern aus dem hohen Norden.

Gewinnspiel:

Ich freue mich, zum Verkaufsstart von „Dave Made a Maze“

1 x die Blu-ray

1 x die DVD

verlosen zu können.

Frage:

Was ist eure liebste Indie-Komödie?

Wer mir bis zum 06. Juni 2019 eine Mail mit dem Betreff „Dave Made a Maze“ (plus der Anschrift & der Antwort) an:

christian@wewantmedia.de

schickt, das Gewinnspiel freiwillig auf Facebook mit jemandem teilt, dem das auch gefallen könnte und mir, wer mag, noch ein “gefällt mir” auf meiner Facebook – Seite (https://www.facebook.com/wewantmedia) gibt, nimmt an der Verlosung teil!

Bestimmt durch die Reihenfolge der Teilnahme bekommt jeder Teilnehmer eine Nummer zugeordnet, über den oder die Gewinner/in entscheidet ganz unparteiisch und unbestechlich Random.org.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der/die Gewinner/in wird zeitnah benachrichtigt.

Herzlichen Glückwunsch! Die Gewinner stehen fest und wurden per Mail informiert. Die Filme sind bereits auf dem Weg, viel Spaß damit! Allen anderen Teilnehmenden meinen herzlichen Dank für die große Resonanz und viel Glück beim nächsten Gewinnspiel!

Christian Funke