Dead Cert (I-On New Media)

Dead Cert (I-On New Media)

 

Als Robert Rodriguez (Sin City, Planet Terror) und Quentin Tarantino (Pulp Fiction, Death Proof) den Genrebastard From Dusk Till Dawn auf das unvorbereitete Publikum losließen, war keinem klar, dass man mit diesem Film quasi ein Genre kreierte. Nun folgten in den letzten Jahren einige Filme dem groben Konzept der Genrevermischung, wie zum Beispiel der hier vorliegende Dead Cert von Regisseur Steven Lawson (Just For The Record).

Freddie „Dead Cert“ Frankham (Craig Fairbrass – Devils Playground, Sprecher des Gaz im PC-Spiel Call of Duty Modern Warfare) ist ein tougher Kerl, den so schnell nichts einschüchtert. Mit der Eröffnung eines Striplokals namens Inferno erhofft er sich den Karriereschub in der Londoner Unterweltsszene. Was er jedoch nicht ahnt, ist der Umstand, dass sein Lokal auf dem Boden einer ehemals dort ansässigen schwarzen Kirche erbaut wurde, welche im 17. Jahrhundert einem berüchtigten Vampir-Fürsten gehörte.
Es kommt, wie es genretypisch kommen muss, am Tage der Eröffnung kommt der dunkle Fürst, um seinen Ort zurück zu fordern. Er rechnet jedoch nicht mit der Gegenwehr von Freddie „Dead Cert“ und seinen Männern, was zu einer blutigen Auseinandersetzung um Leben und Tod führt.

Dead Cert kann man als einen kurzweiligen, relativ straff inszenierten und ohne langatmige Pausen inszenierten Film bezeichnen, der zwar keine übermäßige langfristige Gewichtung im Genre erreichen wird, aber nichts desto trotz zu unterhalten weiß. Die guten und vor Allem bekannten Schauspieler werden zwar darstellerisch wenig gefordert, aber man erwartet hier ja auch keine Literaturverfilmung auf hohem Niveau. Deutlich jedoch merkt man den Mitwirkenden, wie etwa Jason Flemyng (From Hell), Steven berkoff (Rambo 2) oder in einer kleineren Rolle Danny Dyer (Severance) den Spaß an.

Bild und Ton der ungeschnittenen Blu ray aus dem Hause I-On New Media sind dynamisch und auf einem guten Niveau, einzig die Synchronisation lässt einen öfter mal böse zusammenzucken. Im Bonusbereich findet der Zuschauer neben einem knapp 30 Minuten langen Making of noch einen Originaltrailer und eine Programmshow.

Dead Cert ist unterhaltsam, stellenweise sogar echt pfiffig (nette Ideen bei der Vampirbekämpfung, allerdings dann wiederum recht „blutarm“ inszeniert), und zum Ende hin legt der Film beim Tempo noch mal eine ordentliche Portion zu. Einem kurzweiligen Filmabend steht mit diesem Streifen also nichts im Weg!

Christian Funke-Smolka