Dead Snow - Eins, zwei, die (Splendid Film)

Dead Snow – Eins, zwei, die (Splendid Film)

 

Dead Snow- Eins, zwei, die ist DIE norwegische Hommage an die Klassiker des Splatterfilmes. Regisseur Tommy Wirkola (Kill Buljo, Hansel & Gretel) zeigt dem geneigten Zuschauer das, was dieser a) bei der inhaltlichen Beschreibung erwartet und b) genau so sehen möchte!!!
Die Geschichte ist dabei an die üblichen Klischees des Genres angelehnt. Acht Medizinstudenten machen einen Wochenendausflug in die norwegischen Berge. Hier treffen sie auf einen alten und eher unheimlichen Mann, der ihnen die Geschichte von der SS-Armee in den Bergen erzählt, die dort auch Jahrzehnte nach dem zweiten Weltkrieg ihr Unwesen treiben. Erst noch belächelt, stellt sich bald heraus, dass die Geschichte einen erschreckend hohen Wahrheitsgehalt besitzt, und es gilt für die acht Studenten, sich gegen die Armee der untoten Nazisoldaten zu wehren.

Dead Snow ist eine echte Überraschung! Der Trailer, der längere Zeit im Netz kursierte, versprach dem geneigten Genrefreund schon, ohne wirklich was zu zeigen, sehr viel! Jedoch die erste Hälfte des Filmes brachte eine große Ernüchterung, zeigte diese doch einem altbekannten und wenig innovativen Einstieg in den Film. Jedoch wird schnell deutlich, dass dies erstens so gewollt, und zweitens überhaupt nicht langweilig, eher kurzweilig inszeniert wurde. Schnell wird die Spannung gesteigert, und spätestens als die ersten Übergriffe anfangen, ist der Film nicht mehr zu bremsen! Hierbei steigert der Film nicht nur kontinuierlich sein Tempo, sondern auch das Gewaltlevel, und die wirklich unglaublich guten Effekte treiben den Film in ungeahnte Höhen, die der geneigte Fan so schon lange nicht mehr bewundern durfte.

Hier vorliegend haben wir die Limited Edition der Blu-ray aus dem Hause Splendid Film. Aufgemacht in einem ästhetischen Schuber mit Prägedruck-Cover befindet sich die ungeschnittene Version des Filmes in einer sehr guten Bild- und Tonqualität.
Im reichhaltigen Bonussektor findet der interessierte Zuschauer mehr als 60 Minuten an Bild- und Filmmaterial vom Dreh in Form eines Videotagebuches und zusätzlich verschiedene Beiträge zu den Masken und Spezialeffekten, so wie den Trailer und eine Programmschau. Am skurrilsten ist wohl der Moment, als Komparsen in Naziuniform als Zombies maskiert durch die Einkaufspassage marschieren, um Werbung für den Film zu machen. In Deutschland wäre man wegen solch eines Aufzugs und der entsprechenden Armbinde verhaftet worden, dort lässt man sich in entsprechenden Posen mit ihnen ablichten.
Allerdings ist der Coververweis „Hatchet meets The Descent meets Night of the Living Dead“ irreführend, denn keiner der erwähnten Film beschreibt auch nur annähernd das Gefühl, welches den Zuschauer gerade in der letzten Hälfte von Dead Snow befällt. Selten habe ich ein so hemmungsloses Splatterfest gesehen, wie es in den letzten 30-40 Minuten von Dead Snow zelebriert wird. Erinnerungen an Braindead oder Evil Dead werden hier recht schnell wieder wach, und es erstaunt, dass der Film unzensiert veröffentlicht werden konnte! Hier trifft der spezielle skandinavische Humor auf makabre Ideen gepaart mit Nazi-Zombies und unglaublich viel morbiden Slapstick! Ich kann Dead Snow jedem empfehlen, der sich bei diversen Knabbereien und Kaltgetränken (dem entsprechenden Humor vorausgesetzt) gut unterhalten lassen möchte!

Christian Funke-Smolka