Der Exorzismus der Emma Evans (Universum Film)

Der Exorzismus der Emma Evans (Universum Film)

Nach The last Exorcism, Der Exorzismus der Emily Rose und Der Exorzismus der Anneliese M. folgt nun Der Exorzismus der Emma Evans, und es scheint dem geneigten Zuschauer, dass es wohl einen aktuellen Filmtrend im Bereich der Teufelsaustreibung gibt. Was dies über unsere gesellschaftliche, politische und soziale Lage aussagen kann, diskutiert man dabei besser an anderer Stelle!

Hier vorliegend hat man nun die Blu-ray Der Exorzismus der Emma Evans aus dem Hause Universum Film. Regisseur Manuel Carballo (Die Wächter der Apocalypse) und das Produktionsteam von REC servieren uns hier also den spanischen Genrebeitrag.
Die Geschichte handelt von der pubertierenden, 15 jährigen Emma Evans (Sophie Vavasseur, Resident Evil: Apocalypse), die mit ihren Eltern und ihrem jüngeren Bruder in einem normalen familiären Umfeld zusammenlebt. Erste Kontakte mit dem anderen Geschlecht, dezenter Alkoholgenuss und die üblichen Querelen mit den Eltern prägen ihren Alltag. Doch eines Tages hat sie krampfartige Anfälle, sie fängt an, sich in die Hand zu schneiden, und spürt den Drang, Familienmitglieder zu verletzen. Ihre eher rational denkenden Eltern bringen sie zu einem Psychologen, als die Symptome aber immer deutlicher werden, schaltet man einen befreundeten Priester für einen Exorzismus hinzu (hier wird dann wieder mit den Augen gerollt, gezuckt und sich auf den Tisch übergeben. Eigentlich ein Umstand, der wohl auf jeder zweiten Party vorzufinden ist, ohne dass sofort ein Exorzist einschreitet). Damit ist die Situation noch lange nicht geklärt, sondern offenbart ein viel größeres Geheimnis für alle Beteiligten.

Es ist ein wenig schade, dass der Regisseur so massiv auf die Hollywood-Beiträge geschielt hat, denn so hat er die Chance verpasst, etwas Eigenständiges zu kreieren. Auch wenn er stellenweise neue Ideen einbringt, hängt der Film im Mittelteil ein wenig durch, da er sich hier beinahe 1:1 von anderen, ähnlich gelagerten Filmen hat beeinflussen lassen. Erst das temporeiche Finale bringt da wieder, trotz der wirklich gelungenen Atmosphäre des gesamten Filmes, eine gewisse Frische.

Die Blu-ray liefert ein gutes Bild und einen klaren Ton, im Bonussektor findet man dann zusätzlich noch ein knapp einstündiges Making of mit Interviews und Szenen vom Dreh. Dazu gesellen sich dann der Originaltrailer und eine Programmshow.

Der Exorzismus der Emma Evans ist ein typischer Beitrag, der stellenweise versucht, das enge Raster der Genreraster durch neue Ideen zu durchbrechen. Trotzdem greift er an anderen Stellen auf genau diese Vorgaben wieder massiv zurück, so dass sich im Mittelteil ein spürbarer Mangel an Innovation breit macht, der aber durch eine gelungene Atmosphäre ein wenig wett gemacht werden kann.
Alles in Allem bleibt dabei am Ende ein Film, der zwar gut unterhält, aber das Genre nicht unbedingt erneuert.

Christian Funke-Smolka