Der Mandant (Universum Film)

Der Mandant (Universum Film)

Bei dem Titel Der Mandant denke ich zuerst mal an eine neue Grisham-Verfilmung, aber weit gefehlt, denn es handelt sich hier um eine Adaption des von mir sehr geschätzten Michael Connelly (Der Poet, die Harry Bosch-Romane) und heißt im Original The Lincoln Lawyer, was den Inhalt ein wenig treffender beschreibt, denn unser Hauptprotagonist Anwalt Mick Haller (sehr souverän und ungewohnt ernsthaft: Matthew McConaughey) lässt sich die meiste Zeit von seinem Chauffeur in seinem Lincoln durch die Straßen fahren, um dort direkt vor Ort den Kontakt mit seinen Klienten, in der Regel Motorradgangs und Prostituierte, zu halten.
Als er plötzlich an einen für ihn wohl sehr lukrativen Fall gerät, muss Haller nicht lange überlegen, und greift zu. Er soll den wohlhabenden Louis Roulet (großartig: Ryan Phillipe) verteidigen, der eine junge Frau schwer verletzt haben soll. Sie spricht von einem Mordversuch, er jedoch, mit Unterstützung seiner resoluten Mutter, streitet dieses ab. Anscheinend bestätigen die Indizien auch seine These, aber als Haller Kollege Frank Levin (darstellerisch immer eine sichere Bank: William H. Macy) erste Widersprüche entdeckt, erscheint der Fall in einem anderen Licht. Und dies wird erst der Anfang sein, denn der Fall entwickelt sich zu einem Alptraum für alle Beteiligten!

Die Blu ray von Der Mandant aus dem Hause Universum Film zeichnet sich durch ein super Bild und einen dynamischen Sound aus. Im Bonussektor befinden sich neben einem Making of mit Interviews von Cast, Crew und dem Autoren noch zwei Featurettes über Michael Connelly (der stark in die Dreharbeiten involviert war), so wie weitere Interviews, entfernten Szenen, dem Originaltrailer und einer Programmshow.

Der Mandant ist ein Film, der seine Spannung subtil und langsam aber unaufhörlich aufbaut. Die Geschichte zieht sich dabei immer enger zusammen wie eine Schlinge um den Hals des Protagonisten, und ähnlich ergeht es auch dem Zuschauer. Wer einen typischen Gerichtsthriller erwartet, wird überrascht sein, wie cool, lässig, und überaus spannend der Film daher kommt. Dabei entwickelt er seine eigene, leicht bluesige Note, die ihn atmosphärisch Richtung, ich nenn es mal den New Orleans-Style, schiebt (hier meine ich Filme wie zum Beispiel Mississippi Delta oder In The Electric Mist).
Der Film unterhält auf eine angenehm zurückhaltende, lässige, und trotzdem sehr spannende Art, wie man sie leider nur noch selten vorfindet!

Christian Funke-Smolka