“Der schwarze Korsar“ (Koch Films)

“Der schwarze Korsar“ (Koch Films)

Regie: Sergio Sollima

Darsteller: Kabir Bedi, Carole André, Mel Ferrer u.a.

Der Schwarze Korsar (Kabir Bedi), ein Pirat adeliger Herkunft, schwört, nicht eher zu ruhen, bis er den Mord an seiner Familie gerächt hat. Einst fiel sie dem skrupellosen flämischen Gouverneur von Maracaibo, Herzog Van Gould (Mel Ferrer), zum Opfer. Nun trachtet der Korsar danach, Van Gould mitsamt seinen Nachkommen zu töten…

Das mitreißende Piratenspektakel von Sergio Sollima (DER GEHETZTE DER SIERRA MADRE) vereinte das SANDOKAN-Traumpaar Kabir Bedi und Carole André auf der großen Leinwand. Ein packendes, aufwendig inszeniertes Abenteuer, das von Anfang bis Ende fesselt.

© Koch Films

Meinung zur Veröffentlichung:

Der Schwarze Korsar (Kabir Bedi, Das Geheimnis der verschollenen Stadt), ehemaliger Cavaliere Emilio di Roccabruna, Herr von Valpenta und Ventimiglia, ist auf dem Weg nach Maracaibo, um sich mit seinen beiden jüngeren Brüdern, dem Roten und dem Grünen Korsar zu treffen und den Tod ihrer Eltern zu rächen. Diese wurden von dem flämischen Herzog Van Gould (Mel Ferrer, Großangriff der Zombies, Falcon Crest) grausam ermordet. Doch seine Brüder wollen nicht warten und kommen bei dem Versuch, ihre Eltern zu rächen ums Leben. Der Schwarze Korsar, der auf seinem Weg die junge Yara (Sonja Jeannine, Steiner – Das Eiserne Kreuz, 2. Teil) rettete und die ihn nun begleitet, verbündet sich mit Piraten, um Van Gould zur Rechenschaft zu ziehen…

Sergio Sollima, fasziniert von den historischen Abenteuerromanen des italienischen Schriftstellers Emilio Carlo Giuseppe Maria Salgari (* 21. August 1862; † 25. April 1911), verfilmte im Jahr 1976 die Geschichte des Sandokan – Der Tiger von Malaysia als TV-Mehrteiler. Aufgrund des großen Erfolgs nahm er sich im selben Jahr der Geschichte des Schwarzen Korsaren an, um diese im großen Stil für das Kino zu adaptieren. Gemeinsam mit Alberto Silvestri, mit dem er schon Der Tiger von Malaysia umsetzte, wurde ein Drehbuch geschrieben. Die Dreharbeiten erwiesen sich aufgrund von Unfällen am Set, finanziellen Problemen und anderen Umständen als schwierig, aber das Endergebnis konnte überzeugen. Musikalisch sehr schmissig von Maurizio und Guido de Angelis untermalt, erleben wir hier gut aufgelegte Darstellerinnen und Darsteller, viele bekannt aus der Sandokan-Verfilmung, die ihre Figuren zum Leben erwecken und so aus Der schwarze Korsar einen schön in Szene gesetzten, farbenprächtigen Abenteuerfilm machen, der die klassischen Zutaten zu einem herrlichen Gesamtbild zusammenfügt. Ein herrlich nostalgischer Film, der einem viel Liebe, Drama, wilde Kämpfe und ganz viel Spektakel bietet!

Der schwarze Korsar (Originaltitel: Il Corsaro Nero, Italien 1976) erscheint bei Koch Films als Mediabook und beinhaltet den Film auf Blu-ray und DVD. Bild (2,35:1 / 16:9) und Ton (Deutsch & Italienisch: PCM 2.0) der ungekürzten Fassung sind dank einer neuen 4K-Abtastung sehr gut aufbereitet, im Bonus befinden sich (auf der Blu-ray) die deutsche Schnittfassung (107 Minuten, die internationale Fassung geht 123 Minuten), ein etwa halbstündiges Interview mit Sergio Sollima, welches Mike Siegel im Jahr 2004 mit dem Regisseur führte, die deutsche dreiteilige Super-8-Fassung (insgesamt 45 Minuten), der tschechische Vorspann, Trailer und eine Bildergalerie. Dieses Bonusmaterial liegt zudem auf eine extra Bonus-DVD vor. Da mir zur Ansicht lediglich die Screener vorlagen, kann ich zur Gestaltung des finalen Verkaufsproduktes nichts sagen.  

Mit Der schwarze Korsar zeigt Sergio Sollima, dass er nicht nur im Westerngenre eine gute Figur macht, sondern auch dynamische, farbenprächtige Abenteuerfilme zu inszenieren weiß. Trotz schwierigster Drehbedingungen haben wir hier einen extrem unterhaltsamen, musikalisch exzellent untermalten und darstellerisch überzeugenden Piratenfilm, der seine exotischen Drehorte perfekt in Szene zu setzen weiß und mit einer liebevollen Ausstattung und ebensolchen Kostümen glänzt. Der Film macht auch heute, 45 Jahre nach seiner Premiere immer noch Spaß und liegt hier in einer Veröffentlichung vor, die einen den Film neu erleben lässt!

Christian Funke