Der Shootist

Der Shootist

Der Shootist
(Koch Media)

 

Wie kaum ein anderer Schauspieler wird der Name John Wayne (26. Mai 1907-11. Juni 1979) eng mit einem bestimmten, klar definierten Charaktertypus identifiziert. In seinen Filmrollen prägte er das Bild des raubeinigen, geradlinigen Mannes mit klaren Wertvorstellungen, dieses versuchte er auch in seinem Privatleben mit einer eher fragwürdigen politischen Haltung zu vereinen (und machte sich damit nicht unbedingt zum beliebtesten Darsteller seiner Generation). Trotzdem gilt er als der Schauspieler mit den meisten Hauptrollen (bei 153 Filmrollen belegte er 142mal die Hauptrolle), und prägte vielen dieser Filme seinen eigenen, persönlichen Stempel auf! Nahezu alle seine Filme mit den ganz großen Regisseuren dieser Zeit, zum Beispiel Howard Hawks (Red River) und John Ford (Rio Grande, Der schwarze Falke) sind auch heute noch Meisterwerke mit einem beinahe legendären Ruf!
In Laufe seiner über 40 Jahre andauernden Karriere bekam er unzählige Preise, zum Beispiel den Oscar und den Golden Globe für seine überzeugende Darstellung in Der Marshal, so wie einen Stern auf dem Hollywood Walk of Fame!

Bei dem hier vorliegenden Spätwestern The Shootist unter der Regie des begnadeten Don Siegel (Dirty Harry) handelt es sich um den letzten Film von John Wayne, und besser hätte man eine Westernkarriere nicht beenden können. Er spielt hier den alten Revolverhelden J.B. Brooks, der von seinem Arzt (James Stewart) die Diagnose: Krebs in fortgeschrittenem Stadium attestiert bekommt. Ihm bleibt die Wahl zwischen einem qualvollen Tod oder einem würdigen Abgang. Von hier an verfolgt der Film die letzten Tage Brooks, seine einfühlsamen und beinahe zärtlichen Kontakte zu einer befreundeten Witwe (Lauren Bacall) und ihrem Sohn (Regisseur Ron Howard), aber eigentlich plant er seinen großen Abgang, indem er sich mit den Verbrechern und Falschspielen der Gegend anlegt, und diese zu einem letzten Duell herausfordert.

Der gesamte Film, erstellt von einem Altmeister, ist zugeschnittenen auf seine alte Garde an Darstellern, allen Voran John Wayne. Als Abgesang auf den klassischen Western zeigt er uns im Vorspann den Lebensweg des Helden Brooks an Hand von Szenen aus alten Wayne-Filmen, nur um dann stilsicher in die filmische Gegenwart um 1901 zu wechseln, wo sich neben Straßenbahnen auch erste Automobile in die Szenerie schleichen. Betrachtet man den Film auf seiner Metaebene, so ist es weniger ein melancholischer als mehr ein versöhnlicher Abgang einer Generation, die nicht in die modernere Gegenwart passt, und deshalb einem passenden und respektvollen Ende entgegengeht.

Tolle Darsteller und eine würdige Umsetzung mit einem klaren und gut restaurierten Bild, so wie einem Trailer und einer Bildergalerie im Bonussektor machen den Film zu einem unverzichtbaren Beitrag jeder Westernsammlung!
Koch Media präsentiert John Wayne zu Ehren eine DVD-Box mit drei grandiosen Filmen dieses Mannes, die auch heute noch zu fesseln und zu begeistern wissen!

CFS