Der Übergang - Rites of Passage  (Universum Film)

Der Übergang – Rites of Passage (Universum Film)

Manchmal ist es erstaunlich, wenn man die Karriere so mancher Schauspieler betrachtet. Stephen Dorff zum Beispiel bewies sein Talent in Filmen wie „Backbeat“ (als der „fünfte“ Beatle Stuart Sutcliff) oder als diabolischer Deacon Frost in der ersten „Blade“-Verfilmung. Mittlerweile findet man ihn öfter in Filmen der B-Kategorie wie „Felon“ oder „FearDotCom“, und ab und an in höher budgetierten Beiträgen a’la „Public Enemies“ und „Krieg der Götter“.
Selbiges kann man bei Christian Slater beobachten, der mit „Name der Rose“, „Interview mit einem Vampir“ oder „True Romance“ brillierte, sich dann aber Drogen und Alkohol widmete und dadurch seine Karriere etwas aus den Augen verlor. Nichts desto Trotz sind beide sehr gute Schauspieler, die zu selten die richtigen Filme angeboten bekommen und hier nach der Spieleverfilmung „Alone In The Dark“ erneut gemeinsam vor der Kamera stehen.

Der Übergang – Rites of Passage ist der Debütfilm von Regisseur W. Peter Illiff, der als Drehbuchautor von Filmen wie „Mörderisches Spiel“, „Gefährliche Brandung“ oder „Die Stunde des Patrioten“ bekannt wurde.
Die Geschichte handelt von dem Studenten Nathan (Ryan Donowho), der seine Freunde und Professor Nash (Stephen Dorff) mit dem Versprechen einer großen Party auf das verlassene Anwesen seiner Familie lockt. Doch in Wirklichkeit möchte er dort ein geheimnisvolles Ritual zelebrieren, da das Anwesen auf einem alten Indianerfriedhof gebaut wurde. Dort angekommen trifft man jedoch auf zwei sonderbare Gestalten: der drogenbenebelte Benny (Wes Bentley, American Beauty) und der aggressive und rachsüchtige Delgardo (Christian Slater). Beide reagieren nicht unbedingt freundlich auf die feierwütigen Studenten und versuchen ihnen da leben zur Hölle zu machen.

Die Geschichte, man merkt es als kundiger Genrefan schnell, ist nicht unbedingt neu oder innovativ. Zwar ist Regisseur Illiff bemüht, Tempo und Atmosphäre aufzubauen, jedoch benötigt er für diese Art Film einfach etwas viel Zeit, um auf den Punkt zu kommen. Etwas mehr als das erste Drittel des Filmes vergehen, bis die genreübliche Hatz losgeht, hier wäre etwas mehr Straffung seitens des Drehbuchs sinnvoll gewesen.

Die Blu-ray von Der Übergang – Rites of Passage aus dem Hause Universum Film präsentiert den Mystery-Thriller in einer guten Bild- und Tonqualität, im Bonussektor befinden sich neben einem sechs Minuten langen Making of noch ein Originaltrailer und eine Programmshow.

Der Übergang – Rites of Passage bietet dem Genrefreund solide, etwas holprig inszenierte Unterhaltung mit guten aber leicht unterfordert wirkenden Schauspielern. Ein Film, der unterhaltsam ist, jedoch sein Potential, gerade mit Blick auf die Darsteller, verschenkt. Hier wäre mit einem routinierteren Regisseur wahrscheinlich mehr zu holen gewesen, so jedoch kommt es nicht über das Mittelmaß hinaus.

Christian Funke-Smolka