Detour

Detour

Detour
(Ascot Elite/ MFA+)

Dass skandinavische Horrorfilmregisseure ein extrem gutes Händchen für eine beängstigende Atmosphäre haben, ist bekannt. Allerdings ist auch bekannt, dass frische Ideen für solche Filme ebenfalls nicht unbedingt von dort kommen. So kann man getrost sagen, man habe es hier mit einer stimmungsvollen Huldigung der Klassiker zu tun. Dies trifft auch auf den vorliegenden Film Detour von Regisseur Severin Eskeland zu.
Die Geschichte handelt von einem jungen Pärchen namens Lina und Martin, welche für einen Freund Alkohol über die Grenze schmuggeln wollen. Sie nehmen wegen einer Straßensperrung die Abkürzung durch ein nahes Waldgebiet, nur um kurze Zeit später eine Reifenpanne zu haben, welche durch ein herumliegendes Nagelbrett verursacht wurde. Man versucht sich selbst zu helfen, indem man eine nahegelegene, verschlossene Tankstelle aufsucht, wobei Martin bei der darauffolgenden Hilfsmittelsuche auf einen Polizisten trifft. Auf dem Weg zum Wagen findet man ein panisches junges Mädchen, welches nach Aussage des Polizisten wohl bei einem älteren Ehepaar in der Nähe wohnen würde, und wieder einmal ausgerissen sei. Dort angekommen, stellen unsere Protagonisten jedoch bald fest, das nichts so ist wie es scheint, und die Schmuggelware im Kofferraum noch ihr kleinstes Problem darstellen wird.
Der routinierte Genrefan merkt schnell, dass diese Geschichte nicht gerade neu und unverbraucht ist. Das wesentlich größere Manko ist jedoch, das man den einzig innovativen Aufhänger der Geschichte direkt im Vorspann und auf dem Klappentext der Blu Ray verrät. Das dies trotz Allem dem Film nicht das Genick bricht liegt an den guten Darstellern, welche motiviert und charismatisch ans Werk gehen, sowie der unglaublich intensiven Atmosphäre, die aufkommt. Der Verzicht auf zu explizit dargestellte Brutalitäten, der geschickte Einsatz von diversen Stilmitteln und die hohe schauspielerische Qualität der einzelnen Darsteller machen den Film dann letztendlich doch zu einem gelungenen Ganzen.
Die Blu Ray aus dem Hause Ascot Elite/ MFA+ liefert auf der audiovisuellen Seite saubere Werte, im Bonussektor befinden sich jedoch lediglich der Originaltrailer und eine Programmschau. Das ist natürlich bei einem Film mit einer Lauflänge von knapp 75 Minuten recht wenig.
Detour hat auch trotz der altbekannten Geschichte an vielen Stellen einen hohen Unterhaltungswert. Genrefans werden mit einer gelungenen Grundstimmung, und dem teils schon auffälligen Verzicht zu offensichtlicher Storytwists belohnt. Mich persönlich hat er auf jeden Fall kurzweilig und gut unterhalten!

CFS