Die Brücke - Transit in den Tod (Edel: Motion)

Die Brücke – Transit in den Tod (Edel: Motion)

Es ist erstaunlich, in welcher Regelmäßigkeit derzeit wieder hochwertige skandinavische Thriller-Kost unsere Abende versüßt. Habe ich gerade erst kürzlich die grandiose Reihe Nordlicht – Mörder ohne Reue (Edel: Motion) für mich entdeckt, kommt nun direkt Nachschub, und das sogar mit einem meiner liebsten Darsteller aus diesen Breitengraden: Kim Bodnia (Nachtwache, Pusher, In China essen sie Hunde)!!!

Die Situation ist prekär: auf der Öresundbrücke, der Verbindung zwischen Schweden und Dänemark findet man eine zweigeteilte Frauenleiche. Diese ist so platziert, dass sie direkt auf der Grenze liegt. Schnell wird klar, dass es bei den einzelnen Körperhälften um die Leichenteile zweier Frauen handelt, nämlich einer schwedischen Politikerin und einer dänischen Prostituierten.
Für die gemeinsame Ermittlung setzt man ein schwedisch-dänisches Ermittlerpärchen an den Fall, die jedoch unterschiedlicher nicht sein können. Auf der einen Seite haben wir den dänischen Martin Rohde (Kim Bodnia), einen relativ gemütlichen Familienmenschen, auf der anderen Seite die schwedische Polizistin Saga Norén (Sofia Hellin – Kommissar Beck), beziehungsunfähig mit beinahe autistischen Charakterzügen. Dies sorgt schon alleine auf Seiten der Ermittler dank ihrer unterschiedlichen Charaktere für eine Menge Zündstoff, aber auch der Fall entwickelt sich nicht in die erhoffte Richtung, denn es folgen weitere grausame Morde. Der Täter sieht sich als moralisch motivierter Terrorist, der seine Botschaften an die Medien weitergibt, und dadurch immer mehr in den Blick der Öffentlichkeit gerät. Die Zeit drängt, doch der Täter scheint den Ermittlern immer einen Schritt voraus zu sein!

Die Brücke – Transit in den Tod ist ein von Regisseurin Charlotte Sieling (Kommissarin Lund, Die Spezialisten) stilsicher inszenierter Thriller, der sich Zeit nimmt, seine Geschichte und die darin vorkommenden Charaktere zu entwickeln. Die Story wird dabei extrem spannend und dank mehrerer Handlungsstränge komplex erzählt. Das ganze Szenario jedoch ist in sterile, teils kalte Bilder gebettet, die einen nüchternen Blick auf einen trostlosen Alltag bietet. Überzeugen können die Darsteller in unterschiedlichen Rollen, die immer wieder auf Grund ihrer totalen Gegensätze einen humorvollen Schwung in das sonst eher deprimierende Umfeld bringen.

Edel: Motion präsentiert uns die ZDF – Produktion Die Brücke – Transit in den Tod als schön aufgemachte Box mit fünf DVDs. Bild und Ton sind auf einem hohen Niveau, im Bonusbereich befinden sich neben Interviews mit Cast und Crew noch ein Blick hinter die Kulissen mit Szenen vom Dreh.

Es macht mittlerweile Freude, den Sonntagabend mit anspruchsvoller TV – Krimiunterhaltung ausklingen zu lassen, aber sein wahres Potential entfaltet die Serie Die Brücke – Transit in den Tod aus meiner Sicht erst auf DVD, da man hier direkt weiterschauen kann, ohne die Unterbrechung einer Woche dazwischen zu haben, denn eines ist gewiss, die Serie macht süchtig. Wendungsreich, spannend und intelligent erzählt, fiebert man als Zuschauer mit den kantigen und lebensnahen Charakteren mit und wird förmlich in die Geschichte gesogen! Grandios und eine absolute Empfehlung meinerseits! Mehr davon bitte!!!

Christian Funke-Smolka