"Die Brücke: Staffel IV - Das Finale" (edel: Motion)

„Die Brücke: Staffel IV – Das Finale“ (edel: Motion)

Am Fuße der Brücke wird eine zu Tode gesteinigte Frau gefunden. Es handelt sich um Margrethe Thormod, Generaldirektorin der Migrationsagentur in Kopenhagen, die kürzlich in einen Abschiebungsskandal verwickelt war. Gemeinsam mit seinem dänischen Kollegen, Jonas Mandrup, nimmt Henrik Sabroe eine Aktivistengruppe namens „Red October“ ins Visier. Aber steckt hinter dem grausamen Mord ein noch viel düsterer Plan?

Auch privat steht Henrik vor großen Herausforderungen: Noch immer sucht er verzweifelt nach seinen Kindern, und er vermisst seine Kollegin und Freundin Saga Norén, die wegen des Mordes an ihrer Mutter verhaftet wurde. Kann sie ihm dennoch helfen, den neuen Fall zulösen?

In der finalen Staffel stoßen Henrik und Saga an ihre persönlichen Grenzen. Ihre besondere Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt, und wieder einmal holen Ereignisse aus der Vergangenheit sie ein. Am Ende wird für die beiden nichts mehr so sein, wie es war…

© edel: Motion

      Meinung zur Veröffentlichung:

Während die schwedische Kriminalkommissarin Saga Norén (Sofia Helin) wegen Mordverdachts inhaftiert ist, muss ihr dänischer Kollege Henrik Sabroe (Thure Lindhardt) in einem grausamen Mordfall an der Öresundbrücke ermitteln. Die Generaldirektorin der Migrationsagentur in Kopenhagen wurde unter der Brücke grausam hingerichtet, der Verdacht fällt auf einen kürzlich ausgewiesenen iranischen Asylbewerber, mit dem sich sich kurz vor ihrem Tod heimlich getroffen hat. Doch die Recherchen legen den Verdacht nahe, dass hinter dem Fall deutlich mehr steht, als zuerst angenommen. Da ist es gut, dass Saga aus der Haft entlassen wird, um ihre Kollegen vor Ort bei den Ermittlungen zu unterstützen.

Nun ist es soweit. Ich habe es immer geahnt, dass dieser Moment einmal kommen wird, aber immer gehofft, dass es nicht so plötzlich ist. Die finale Staffel der dänisch-schwedischen Krimi-Produktion Die Brücke – Transit in den Tod.Verantwortlich für die seit 2011 produzierte Serie ist Autor Hans Rosenfeldt, der die Idee entwickelte und auch (mit diversen Koautoren) für die Drehbücher verantwortlich war. Vier Staffeln sind dabei entstanden, alle jeweils von einer verblüffend hohen Qualität. Dabei war das Grundprinzip, nicht nur pro Staffel einen sehr düsteren, inhaltlich verzwickten und komplexen Fall zu lösen, sondern einen besonderenFokus auf die Figuren zu richten. Hierbei sticht natürlich die Kriminalkommissarin Saga Norén, grandios verkörpert von Sofia Helin, hervor. Diese offensichtlich an einer tiefgreifenden Entwicklungsstörung leidenden Frau (es wird während der gesamten Reihe nicht einmal der Begriff Asperger Syndrom verwendet, ihre emotionalen Probleme und die Schwächen in der sozialen Interaktion sowie der Kommunikation legen dies jedoch nahe) ist das Kernstück der Serie und man erfährt von Folge zu Folge und Staffel zu Staffel mehr über ihren persönlichen Hintergrund. Dies erfordert natürlich eine sehr starke Darstellerin, die man in der phantastischen Sofia Helin gefunden hat und die ganz offen berichtet, dass sie während der Dreharbeiten immer mehr mit ihrer Filmfigur verschmolzen ist und viele ihrer Eigenschaften während der Dreharbeiten angenommen hat. Doch auch das Zusammenspiel mit ihren Schauspielkolleginnen und -kollegen ist von einer atemberaubenden emotionalen Dichte. Auch in der vierten Staffel konzentrierte man sich auf eine stimmige Nebenhandlung, die nicht minder spannend ist, wie der eigentliche Fall und die damit zusammenhängenden Ermittlungen. Da die vierte Staffel zeitlich irgendwo zwischen 2016 und 2017 angesiedelt ist, konzentriert man sich auf die politisch aktuelle Flüchtlingswelle, der die beiden Länder recht unterschiedlich begegnen. Thematisch geht es dabei um den Begriff „Identität“, der sowohl auf einer sehr personenbezogenen, jedoch auch auf einer kulturellen und gesellschaftlichen Ebene beleuchtet wird. Politisch in einer sehr brisanten Zeit angesiedelt, zeigt sich dies in grundlegendenVeränderungen für die Ermittler, aber auch für die Bevölkerung. Es herrscht Misstrauen, die Brückenübergänge, jahrelang unkontrolliert, werden erstmals wieder geschlossen und mit Kontrollposten versehen. Man sieht, dass sich auch die vierte Staffel nahe an der Realität bewegt und eine fiktive Krimihandlung in ein authentisches Korsett presst. Somit ist auch die finale Staffel grandiose Unterhaltung und damit ein würdiger, lange nachklingenderAbschluss einer beeindruckenden Serie!

© Trailer: KrimiKollegen

Die finale vierte Staffel der mehrfach preisgekrönten dänisch-schwedischen Produktion Die Brücke – Transit in den Tod (Originaltitel: Broen/Bron, Dänemark/Schweden, 2018) erscheint bei edel:Motion auf DVD und Blu-ray. Mir lag zur Ansicht die Blu-ray vor, die erstmals die Episoden nicht als spielfilmlange Doppelfolgen, sondern in ihrer ursprünglichen Episodenform bietet. Diesmal sind es statt der bisherigen zehn Folgen pro Staffel lediglich acht einstündige Episoden, die sich auf zwei Discs verteilen. Bild (1,78:1/1080i/25) und Ton (Deutsch & Dänisch/Schwedisch: dts-HD Master Audio 5.1) sind auf einem qualitativ guten Niveau, auf der zweiten Disc befinden sich kurze Interviews mit Sofia Helin, Thure Lindhardt und Drehbuchautor und Produzent HansRosenfeldt. Zudem gibt es noch eine Programmübersicht über die aktuellen Serien-Highlights.

Ich muss gestehen, dass ich das Ende einer mir sehr ans Herz gewachsenen Reihe mit gemischten Gefühlen betrachte. Froh bin ich, dass sich die Verantwortlichen zu einem würdigen Abschluss auf der Höhe ihres Erfolgs entschieden haben. Traurig bin ich, dass es nun keine weiteren Geschichten um eine der wahrscheinlich facettenreichsten und interessantesten Figuren der gegenwärtigen TV-Geschichte mehr geben wird. Für mich ist DieBrücke eine Krimi-Reihe, die man sich immer wieder anschauen kann und dabei immer neue Details entdecken wird. Jeder, der sie kennt, weiß was ich meine, allen anderen kann ich diese grandiose Serie nur wärmstens empfehlen!

Christian Funke