“Die Geiselnahme” (DCM) +++Rezension & Gewinnspiel+++

“Die Geiselnahme” (DCM) +++Rezension & Gewinnspiel+++

Regie: Paul Weitz

Cast: Juliane Moore, Sebastian Koch, Ken Watanabe, Christopher Lambert

Abendkleider, Champagnergläser und Operngesang. Die begnadete Sopranistin Roxane Coss gibt im Rahmen eines Empfangs in Südamerika für den japanischen Industriellen Katsumi Hosokawa, ihren größten Bewunderer, ein Privatkonzert im Palazzo des Vizepräsidenten. Es soll ein glanzvoller Auftritt der Feierlichkeit werden, doch plötzlich bekommt der Abend eine grauenhafte Wendung: Es fallen Schüsse und eine schwerbewaffnete Gruppe von maskierten Guerilla-Kämpfern nimmt die Abendgesellschaft brutal in Geiselhaft.

Abgeschnitten von der Außenwelt und die tödliche Gefahr stets vor ihren Augen, durchleben die Geiseln die Schrecken und das Martyrium einer Gefangenschaft. In quälender Unkenntnis, wie lange ihre Gefangenschaft und die Freilassungsverhandlungen unter Medienbeobachtung noch anhalten werden, kommen sich nicht nur Gefangene und Rebellen näher. Auch Operndiva Coss erkennt, dass sie trotz Sprachbarrieren mit der Kraft ihrer Stimme nicht nur ihren größten Bewunderer für sich gewinnen kann…

© DCM

Meinung zur Veröffentlichung:

In einem von einer militärischen Diktatur beherrschten Südamerika findet in einer Botschaft ein Konzert statt. Die renommierte Opernsängerin Roxane Coss (Juliane Moore) soll auf der Geburtstagsfeier des japanischen Industriellen Katsumi Hosokawa (Ken Watanabe) ein Privatkonzert vor einem ausgewählten internationalen Publikum geben. Doch dieses Konzert wird durch eine Gruppe Guerillas unter der Leitung von Comandante Benjamin (Tenoch Huerta) unterbrochen, die in einem Staatsstreich den Präsidenten als Geisel nehmen wollen. Doch dieser hat kurzfristig abgesagt und ist entsprechend nicht anwesend. Um ihren Forderungen Druck zu verleihen, besetzen die Guerillas die Botschaft und nehmen die anwesenden Gäste als Geisel…

Basierend auf dem im Jahr 2001 erschienen Buch Bel Canto von Schriftstellerin Ann Patchett präsentiert Regisseur und Drehbuchschreiber Paul Weitz mit Die Geiselnahme seine filmische Adaption der Geschichte, an der er sechs Jahre lang gearbeitet hat. Auch wenn versucht wird, die Handlung nicht in Bezug zu tatsächlichen Begebenheiten zu setzen, werden Parallelen zu den Geschehnissen deutlich, die sich 1996 in der japanischen Botschaft in Peru zugetragen haben. Um die Authentizität zu unterstreichen, sind zudem viele der Dialoge in Originalsprachen mit deutschen Untertiteln gehalten, so dass die Kommunikationsschwierigkeiten aller Beteiligten besonders deutlich werden. Getragen wird die Geschichte durch einen hervorragenden Cast, der neben Juliane Moore und Ken Watanabe auch Sebastian Koch und Christopher Lambert aufweist. Doch meiner Meinung nach werden die bekannten Darsteller, die allesamt sehr gut spielen, von den beiden jungen Darstellern María Mercedes Coroy und Gabo Augustine auf Seiten der Terroristen komplett an die Wand gespielt. Ihnen gelingt es auf eine natürliche und sehr glaubhafte Weise, die Ambivalenz in ihrer Situation auf beeindruckend intensive Weise zu verkörpern. Genau hier liegt auch die stärke des Films, der jedem beteiligten eine Geschichte und einen glaubhaften Hintergrund schenkt, so ein facettenreiches und letztendlich emotional berührendes Bild zeichnet, welches keinen unbeteiligt lassen dürfte. Erzählerisch eher ruhig, gewinnt der Film im Verlauf  eine beunruhigende Dynamik, die unaufhörlich an Dramatik gewinnt und ein wunderbarer, fesselnder Beitrag über Menschen in einer unmenschlichen Situation ist.              

Die Geiselnahme (Originaltitel: Bel Canto, USA 2018) erscheint als DVD, Blu-ray und Video on Demand bei DCM, mir lag zur Ansicht die Blu-ray vor. Diese ist in Bild (2,40:1) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) auf einem qualitativ überzeugenden Niveau, im Bonusbereich befinden sich die zwei kurzen Interview-Featurettes „Characters“ und „History“, so wie eine Programmübersicht.

Mit seinem Film Die Geiselnahme gelingt Paul Weitz ein sehr ruhig erzählter, emotional gerade zum Ende wuchtiger und durchweg fesselnder Beitrag, der bewusst hinter die Fassade von Geiselnahmen und Terrorismus schaut und dabei allen Beteiligten eine in die Tiefe gehende Persönlichkeit spendiert. Ein wichtiger und sehr berührender Film, der von seiner Geschichte, der Inszenierung, aber vor allem von seinen starken Darstellern lebt!

Macht, Ohnmacht, Menschlichkeit: Facetten von Geiseldramen entfesselt in den spannendsten Filmen

In DIE GEISELNAHME nimmt eine Gruppe von Guerillas die illustre Abendgesellschaft in einer südamerikanischen Botschaft gefangen. Der mit Julianne Moore und Ken Watanabe hochkarätig besetzte Thriller taucht tief in das Innenleben einer wochenlangen Geiselnahme und das der Beteiligten ein. Denn in der schier ausweglosen Situation verlieren Gefangene und Geiselnehmer nie das, was sie vereint: ihre Menschlichkeit.

Vom Spannungsverhältnis aus Macht und Ohnmacht über das erstaunliche Phänomen der Empathie – bekannt als Stockholm Syndrom – bis zu Entscheidungsprozessen auf höchster staatlicher Ebene: Die politischen, psychologischen und auch zwischenmenschlichen Komponenten einer Geiselnahme bieten faszinierenden Stoff für Filme aller Couleur.

Zur Heimkino-Veröffentlichung von DIE GEISELNAHME am 22. Februar 2019 zeigen wir, wie vielschichtig das brisante Thema in Thrillern, Dramen und Dokumentationen behandelt wird.

7 TAGE IN ENTEBBE (2018)

Im Juni 1976 wurde Air-France-Flug 139 von Tel Aviv nach Paris entführt und die Maschine mit über 250 Passagieren an Bord nach Entebbe, Uganda, gelotst. Unterstützt vom damaligen ugandischen Diktator Idi Amin, forderten die Geiselnehmer die Freilassung palästinensischer Gefangener im Austausch gegen die überwiegend jüdischen Passagiere. Eine Woche dauerte das Martyrium der Geiseln, ehe israelische Elitesoldaten in einer nächtlichen Befreiungsaktion die Geiselnahme beendeten. Trotz großer Präzision kamen dabei neben allen Terroristen, darunter die beiden Deutschen Wilfried Böse und Brigitte Kuhlmann, auch drei der Geiseln ums Leben.

José Padilhas Thriller ist bereits der vierte Film über die „Operation Entebbe“. Vor Daniel Brühl waren bereits Horst Buchholz, Helmut Berger und Klaus Kinski in der Rolle von Wilfried Böse zu sehen.

VERHANDLUNGSSACHE (1998)

Als Polizist Danny Roman, der beste Verhandlungsspezialist in Sachen Geiselnahmen der Stadt, selbst des Mordes bezichtigt wird, entwickelt sich daraus ein packendes Psycho-Duell. Um seine Unschuld zu beweisen und zudem eine Verschwörung korrupter Cops aufzudecken, wechselt Roman die Fronten. Er nimmt seine eigenen Kollegen sowie Zivilisten im Polizeigebäude als Geiseln und versucht damit, der Wahrheit näher zu kommen. Da er in seinem Bezirk niemandem über den Weg traut, verlangt er, dass der berüchtigte Verhandlungsführer Chris Sabian dazu stößt. Er soll als Außenstehender zusammen mit Roman die Wahrheit ans Licht bringen. Doch eines wird immer deutlicher: Fast jeder Cop der Stadt will Roman schnappen, Verhandlung und Vertrauen geraten völlig aus dem Ruder…

In „Verhandlungssache“ liefern sich die zwei Topstars Samuel L. Jackson und Kevin Spacey ein nervenaufreibendes Duell der Worte und Taten. Der Thriller wurde dafür auf dem Acapulco Black Film Festival als Bester Film ausgezeichnet.

EIN TAG IM SEPTEMBER (1999)

„Die heiteren Spiele“ lautete das Motto der Sommerolympiade 1972 in München. Doch sie sollten als eines der dunkelsten Kapitel in die deutsche Nachkriegsgeschichte eingehen. Am Morgen des 5. Septembers nahm ein palästinensisches Terrorkommando elf Athleten des israelischen Teams im Olympischen Dorf als Geiseln. Eine versuchte Befreiungsaktion auf einem nahegelegenen Flugplatz endete am späten Abend in einer Katastrophe: alle israelischen Geiseln wurden an diesem Tag ermordet, auch fünf der acht Geiselnehmer und ein Polizist fanden im Kugelhagel den Tod.

Unter ausschließlicher Verwendung von Archivmaterial und Interviews mit Zeitzeugen, beleuchtet „Ein Tag im September“ diese erschütternden Ereignisse aus verschiedenen Perspektiven. Die spannende Rekonstruktion dieses schicksalhaften Tages wurde 2000 mit dem Oscar® als „Bester Dokumentarfilm“ ausgezeichnet.

PERFECT WORLD (1993)

Auf ihrer Flucht aus dem Gefängnis fallen die Schwerverbrecher Butch und Terry in das Haus der alleinerziehenden Gladys ein und entführen ihren achtjährigen Sohn Phillip. Da sich Terry immer mehr als gewalttätiger Psychopath entpuppt, führt Butch die Geiselnahme in einem gestohlenen Auto alleine fort. Doch was als kriminelle Machenschaft beginnt, entwickelt sich sukzessive zu einer tiefen, emotionalen Bindung: Kidnapper und Geisel kommen sich immer näher und Butch wird zu einer Art Vaterfigur für den kleinen Phillip. Auf ihrer Odyssee mit vielen neuen Begegnungen und Wechselbädern der Gefühle bleibt ihnen Sheriff Red Garnett immer dicht auf den Fersen…

Regisseur Clint Eastwood setzte ein seinem stimmungsvollen Roadmovie mit Kevin Costner in der Hauptrolle weniger auf rasante Action, als vielmehr auf die facettenreiche Entwicklung einer Vater-Sohn-ähnlichen Beziehung hin zu einer Freundschaft. 

CAPTAIN PHILLIPS (2013)

In diesem extrem spannenden Hochsee-Thriller kapern Piraten das US-amerikanische Containerschiff „MV Maersk Alabama“ vor der Küste Somalias und bringen die Besatzung in ihre Gewalt. Die Piratentruppe, angeführt von Muse, fordert eine hohe Summe an Geld. Nachdem die Verhandlungen eskalieren, flüchten die Piraten mit einem Rettungsboot. Dabei nehmen sie in letzter Minute den Kapitän des Frachters, Richard Phillips, gefangen, in der Hoffnung, Lösegeld für seine Freilassung erpressen zu können. Inmitten der Kidnapper muss sich Phillips vielen Auseinandersetzungen und seinen größten Ängsten stellen, lernt aber auch die Beweggründe der Piraten für ihre Taten kennen…

Der Film mit Tom Hanks in der titelgebenden Hauptrolle gibt die wahren Ereignisse des Piratenangriffs auf die Maersk Alabama im Jahr 2009 wieder. Regisseur Paul Greengrass ist Spezialist für nervenaufreibende Thriller mit dokumentarischen Inhalten. Seine Arbeit wurde 2014 mit vielen Golden Globe®– und Oscar®-Nominierungen belohnt.

DIE GEISELNAHME (2018)

Die begnadete Sopranistin Roxane Coss gibt im Rahmen eines Empfangs in Südamerika ein Privatkonzert für ihren größten Bewunderer, einen japanischen Industriellen. Doch der glanzvolle und feierliche Abend bekommt eine grauenhafte Wendung: Eine schwerbewaffnete Gruppe von maskierten Guerilla-Kämpfern nimmt die Abendgesellschaft brutal in Geiselhaft. In quälender Unkenntnis, wie lange ihre Gefangenschaft und die Freilassungsverhandlungen noch anhalten werden, kommen sich nicht nur Gefangene und Rebellen näher. Auch Operndiva Coss erkennt, dass sie trotz Sprachbarrieren mit der Kraft ihrer Stimme nicht nur ihren größten Bewunderer für sich gewinnen kann …

DIE GEISELNAHME ist ab 22. Februar 2019 auf DVD, Blu-ray und digital erhältlich! Paul Weitz‘ Thriller mit Hollywood-Ikone Julianne Moore basiert auf dem Bestsellerroman „Bel Canto“ von Ann Patchett, der sich wiederum das Geiseldrama in der japanischen Botschaft in Lima 1996 als Grundlage nahm.

Gewinnspiel:

Ich freue mich, zum Verkaufsstart von “Die Geiselnahme”

1 x die Blu-ray

1 x die DVD

verlosen zu können.

Frage:

Was ist euer liebster Polit-Thriller?

Wer mir bis zum 22. Februar 2019 eine Mail mit dem Betreff “Die Geiselnahme” (plus der Anschrift & der Antwort) an:

christian@wewantmedia.de

schickt, das Gewinnspiel freiwillig auf Facebook mit jemandem teilt, dem das auch gefallen könnte und mir, wer mag, noch ein “gefällt mir” auf meiner Facebook – Seite (https://www.facebook.com/wewantmedia) gibt, nimmt an der Verlosung teil!

Bestimmt durch die Reihenfolge der Teilnahme bekommt jeder Teilnehmer eine Nummer zugeordnet, über den oder die Gewinner/in entscheidet ganz unparteiisch und unbestechlich Random.org.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der/die Gewinner/in wird zeitnah benachrichtigt.

Christian Funke