Die letzte Flut  (Koch Media)

Die letzte Flut (Koch Media)

Regisseur Peter Weir ist dank Filmen wie Der einzige Zeuge, Der Club der toten Dichter oder die Die Truman Show jedem Filmliebhaber ein Begriff, aber kaum einer kennt seine Frühwerke aus der Zeit, als er noch in Australien lebte und drehte. Schon hier zeigte er seine Fähigkeit, intelligente, auch heute noch beklemmend aktuelle Themen beeindruckend zu inszenieren.
Die letzte Flut ist neben dem Klassiker Picknick am Valentinstag wohl der Film, der auch heute noch als Meisterwerk und Kultfilm des australischen Kinos der 70’er Jahre benannt wird.

Der Rechtsanwalt David Burton (Richard Chamberlain) soll im australischen Sydney eine Gruppe Aborigines, die des Mordes beschuldigt sind, vor Gericht verteidigen. Da er sich während seiner Recherchen sehr tief in den Fall und die damit in Verbindung stehende Kultur der Aborigines einarbeitet, bemerkt er, dass er immer öfter von geheimnisvollen Kultsteinen und einem mysteriösen Eingeborenen träumt.
Parallel dazu häufen sich in Sydney unerklärliche Naturphänomene, so kommt es plötzlich zu schwarzem Regen oder Hagelstürmen bei wolkenlosem Himmel. Seine Visionen werden von Davids Vater als das „zweite Gesicht“ erkannt, eine Gabe, die ihn befähigen würde, in die Zukunft zu schauen. Als er beginnt, die Traumvisionen realistisch zu interpretieren, kommt er einem furchtbaren Geheimnis auf die Spur.

Koch Media, das Liebhaber-Label, präsentiert hier die Blu-ray des Klassikers aus dem Jahre 1977, Die letzte Flut in seiner unzensierten Form. Ehemals fehlende Szenen wurden deutsch untertitelt in den Film integriert.
Der Film, der von seinen beeindruckenden Bildern lebt, wurde für die Blu-ray sehr gut auf HD-Niveau remastered. Das Bild ist trotz des hohen Alters sehr farb- und kontrastreich und bietet eine gute Schärfe. Der Ton liegt im Audio 2.0 vor.
Neben dem Trailer findet man noch eine Bildergalerie mit seltenem Werbematerial im Bonusmaterial.

Regisseur Peter Weir wurde 1944 in Sydney, Australien geboren. Hier studierte er Kunst und Jura, erlangte aber relativ schnell, nämlich direkt mit seinem zweiten Film Die Autos, die Paris auffraßen, seinen Durchbruch. Endgültig wurde er dann jedoch ein Jahr später mit seinem modernen Klassiker Picknick am Valentinstag bekannt, und heimste sowohl vom Publikum als auch den Kritikern großes Lob ein.
Zwei Jahre später veröffentlichte er den hier vorliegenden Die letzte Flut, und machte seinen Hauptdarsteller Richard Chamberlain (Die Dornenvögel, Shogun) zum Star, genau wie er Mel Gibson 1981 durch die Filme Gallipoli und Ein Jahr in der Hölle (1982) nach seinem Mad Max – Erfolg seinen Ruf als Schauspieler weiter stärkte. Aber erst die in Amerika gedrehten Filme wie Der einzige Zeuge, Der Club der toten Dichter, Die Truman Show oder Master & Commander festigten international den Ruf des Regisseurs, spirituelle, ernsthafte, philosophische Themen so in seine Filme zu integrieren, dass diese intellektuell fordernd sein können, aber trotzdem hervorragend unterhalten, und sich dabei aus inhaltlicher und formeller Sicht auf einem sehr hohen Niveau befinden, und verschafften ihm bis jetzt sechs Oscar-Nominierungen.
Nach knapp siebenjähriger Pause veröffentlichte Peter Weir 2010 seinen bisher letzten Film The Way Back – Der lange Weg.

Regisseur Peter Weir gelingt hier mit Die letzte Flut ein beeindruckender, inszenatorisch und inhaltlich beklemmender Film mit visionärer Kraft. Phantastische Momente treffen auf beinahe prophetische Kernaussagen, die visuell kraftvoll und faszinierend kombiniert wurden. Zu Recht als ein frühes Meisterwerk des Regisseurs tituliert, ist Die letzte Flut einer der Filme, die bei jeder erneuten Sichtung hinzugewinnen!

Christian Funke-Smolka