Die Nacht Der Wölfe (Sunfilm Entertainment/ Tiberius Film)

Die Nacht Der Wölfe (Sunfilm Entertainment/ Tiberius Film)

 

Manchmal kann man als Zuschauer in den ersten Minuten erkennen, welcher Film bei der Gestaltung Pate stand. Ab und an kommt es dann sogar vor, dass dies dem Filmgenuss keinen Abbruch tut, sondern ein gut kopierter, und liebevoll ausgestatteter Film trotz des offensichtlichen Plagiats zu unterhalten weiß.

Die Nacht der Wölfe vom kanadischen Regisseur Philippe Gagnon (Reverse Angel, Living with the Enemy) ist solch ein Kandidat. Nicht nur der Titel erinnert an Pakt der Wölfe und Zeit der Wölfe, auch die Ausstattung und die Erzählstruktur wird offensichtlich kopiert, ähem, gehuldigt.

Wir schreiben das Jahr 1665 und befinden uns in Neufrankreich in Quebec. Der Trapper Joseph soll wegen verschiedener Delikte gehängt werden, jedoch gelingt ihm in letzter Sekunde die Flucht, indem er sich das Gewand eines Jesuitenpaters überstreift. Einige Zeit später trifft er auf eine Gruppe Männer, die ihn deshalb für den berühmt-berüchtigten Werwolfjäger und Priester Brind’amour halten. Als später aber ein Mann von einem Werwolf getötet wird, ohne dass Joseph dieses verhindern konnte, macht man ihn für die Tat verantwortlich.

Ich hatte mich wirklich auf Die Nacht der Wölfe gefreut. Geschichte und Ausstattung machten einen gelungenen Eindruck, der auch im ersten Viertel aufrechterhalten werden konnte. Dann jedoch verpasst der Film die Chance, diesen eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen, sondern driftet hin- und her. Dies schadet dem Tempo und Erzählfluss, und sorgt für einige langatmige Passagen.

Die Blu ray aus dem Hause Sunfilm Entertainment/ Tiberius Film glänzt mit einem hervorragenden Bild und Ton. Im Bonussektor findet man dann noch ein Making of und den Originaltrailer.

Die Nacht der Wölfe hinterlässt einen zwiespältigen Eindruck. Liebevoll ausgestattet, darstellerisch im passablen bis guten Bereich, fallen einem dann aber sofort die zurückhaltenden Effekte und die Blutarmut auf, die man bei einem Film dieser Thematik nicht erwartet hat. Dazu kommt die Geschichte dann auch nicht jederzeit in das richtige Tempo, so dass man über einen mittelmäßigen Genuss nicht hinaus kommt. Schade, denn die richtigen Grundtöne hat der Regisseur eigentlich getroffen!

Christian Funke-Smolka