Die Sonne, die uns täuscht - Die Zitadelle  (Sunfilm Entertainment/Tiberius Film)

Die Sonne, die uns täuscht – Die Zitadelle (Sunfilm Entertainment/Tiberius Film)

81jsjTo042L._AA1500_ Mit Die Sonne, die uns täuscht – Die Zitadelle veröffentlicht Sunfilm Entertainment und Tiberius Film den abschließenden Teil der epischen Kriegs-Trilogie von Regisseur Nikita Mikhalkov, welcher in seinem Finale das Ende des zweiten Weltkrieges bebildert und die Geschichte zu einem stimmigen und sehr emotionalen Ende bringt.

Wir schreiben das Jahr 1945, Divisionskommandant Sergej Petrowitsch Kotov (erneut in dieser Rolle: Regisseur Nikita Mikhalkov) belagert mit seinen Männern aus dem Strafgefangenen Bataillon die Zitadelle, eine uneinnehmbare Festung der Deutschen. Hier trifft er auf seinen Erzfeind KGB Oberst Mitja, welcher ihm einen perfiden Plan offenbart. Stalin rehabilitiert den in Ungnade gefallenen Kotov, wenn dieser die Zitadelle erstürmt. Ein wahres Himmelfahrtskommando, da die Männer des Strafbataillons nur mit Spatenstielen und Knüppeln bewaffnet sind. Stalin jedoch möchte durch diese Aktion den aus seiner Sicht feigen Vaterlandsverrätern, als welche er die Künstler, Intellektuellen und Musiker sieht, die sich vor dem Wehrdienst drücken wollten, die Chance geben, sich „reinzuwaschen“, indem sie ihr Blut für ihr Land geben. Kotov bleibt, steht für ihn doch viel auf dem Spiel, keine andere Wahl, als erneut zu kämpfen.

Nikita Mikhalkov drehte Die Zitadelle parallel zum zweiten Teil der Trilogie, „Der Exodus“, so dass ihm neben seinen Darstellern auch der Komponist Eduard Artemyew zur Verfügung stand. Dadurch ergibt sich ein stimmiges, aufeinander abgestimmtes Filmerlebnis, welches hier sein fulminantes Finale findet. Auch wenn hier erneut der auftretende Patriotismus in Verbindung mit der teils überzuckerten Verklärung etwas störend auftritt, so ist dies dieses mal nicht so markant wie es in dem Mittelteil der Trilogie auffiel.81gztQTLbnL._AA1500_
Die Sonne, die uns täuscht ist eine eindeutige und eindringliche Parabel über die Schrecken des Krieges und die Verrohung der Menschen unter solch extremen Bedingungen, zeigt aber auch, wie es dem Einzelnen gelingen kann, seine Würde und seine menschliche Wärme zurückzugewinnen und so neue Hoffnung zu schöpfen.

Die Veröffentlichung aus dem Hause Sunfilm Entertainment und Tiberius Film ist erneut auf einem sehr hohen Niveau, Bild und Ton sind ohne nennenswerte Mängel, die Synchronisation erneut überaus gelungen und stimmig. Im Bonusbereich befinden sich der Originaltrailer und eine Programmübersicht.

Die Sonne, die uns täuscht – Die Zitadelle ist ein zweieinhalb Stunden langer, emotionaler und fesselnder Trip, welcher als russischer Beitrag bei der Oscar-Verleihung ins Rennen ging. Bildgewaltig und faszinierend bleibt nur zu hoffen, dass schnellstmöglich auch der erste Teil veröffentlicht wird!

Christian Funke-Smolka