Die Zeit die uns noch bleibt

Die Zeit die uns noch bleibt

Die Zeit die uns noch bleibt
(Atlas Film)

 

Es gibt Filme, die gehen einem auf Grund ihrer Thematik und der sehr sensiblen Annährung zu Herzen.
Dem vorliegenden britisch/ irischen Film Die Zeit, die uns noch bleibt gelingt dies auf unglaubliche Weise. Dazu tragen sowohl das hervorragende Drehbuch, die tollen Darsteller aber auch die feinfühlige Inszenierung ihren Teil bei.

Die Geschichte handelt von dem erfolgreichen Autoren Blake Morrison (Colin Firth, The Kings Speech), der erfährt, dass sein Vater Arthur (Jim Broadbent, Brazil, Hot Fuzz) an Krebs erkrankt ist.
Da sein Vater ein anstrengender Mensch war, der auf Grund seiner sehr ausufernden Art gerade in Blakes Teenagertagen für sehr viele peinliche und unangenehme Momente sorgte, haben die beiden kein besonders inniges Verhältnis, welches sich auch nicht dadurch besserte, dass der Sohn sich nur sehr selten bei seinem Vater blicken ließ. Trotz des angespannten Verhältnisses macht er sich nun aber auf, um mit seiner Vergangenheit ins Reine zu kommen, und seinen Vater in seinen letzten Tagen zu begleiten.

Autor Blake Morrison verarbeitet in seinem Roman seine eigene Geschichte, die hier von David Nicholls in Drehbuchform gebracht wurde, um dann von Anand Tucker inszeniert zu werden. Dabei hat er das Glück auf zwei talentierte Darsteller zurückgreifen zu können, aber die eigentlich hervorstechendste Person ist der junge Blake, dargestellt durch den Newcomer Matthew Beard. Zu Recht gab es sowohl für den Film als auch die Regie und seine Darsteller sieben Nominierungen seitens des British Independent Film Awards 2007!

Die Blu-ray aus dem Hause Atlas Film glänzt durch ein sehr gutes Bild und einen sauber abgemischten Ton. Im Bonusmaterial findet man dann noch geschnittene Szenen, eine Programmübersicht und ein Trailer.

Die Zeit, die uns noch bleibt ist ein warmer, sensibler Film, der den Zuschauer unaufdringlich daran erinnert, sich mit seiner persönlichen Geschichte auseinanderzusetzen. Erst im direkten Gespräch, den nahen Tod im Auge eröffnen sich Familiengeheimnisse, klären sich Missverständnisse und wächst am Ende eine Vater-Sohn – Beziehung, welche für beide Beteiligten in dieser Form nie denkbar schien.
Der Zuschauer erlebt die Momente der Gegenwart ebenso wie die vergangenen Situationen, da der Film in einer wunderbaren Art zwischen den Zeiten hin- und herspringt. Dies ist so gelungen geschnitten, dass es wie eine einzige fließende Geschichte daherkommt.

Die Zeit, die uns noch bleibt lebt von seinen Darstellern und seiner emotionalen aber unaufdringlichen Inszenierung, und ist jedem zu empfehlen, der sich mal fernab aller Hektik einen feinfühligen Film anschauen möche!

Christian Funke-Smolka