„Direct Contact“ (filmArt)

„Direct Contact“ (filmArt)

Regisseur: Danny Lerner

Cast: Dolph Lundgren, Gina May, Michael Paré, Bashar Rahal, James Chalke

Der ehemalige Marine Mike Riggins hält sich im Ostblock mit Waffenschmuggel über Wasser, bis er nach einem schief gelaufenen Deal im Gefängnis landet. Seine Chancen, dort je lebendig rauszukommen, tendieren gegen Null. Doch eines Tages erhält er überraschend Besuch eines U.S.-Botschafters, der ihm ein Angebot unterbreitet: Sollte es Mike gelingen, die gekidnappte Amerikanerin Ana Gale zu befreien, ist er ein freier Mann. Mike willigt ein, ohne seinen Gegner zu kennen. Anas Entführer ist kein Geringerer als der grausame General Vlado, der sich mit seiner gigantischen, bis an die Zähne bewaffneten Armee am Schwarzen Meer verschanzt hat…

Dolph Lundgren – Die schwedische Ein-Mann-Armee in einem der härtesten Action-Kracher der 2000er!

© filmArt / StudioCanal

Meinung zur Veröffentlichung:

Der ehemalige Marine und jetzige Waffenschmuggler Mike Riggins (Dolph Lundgren) sitzt nach einem misslungenen Deal in einem russischen Gefängnis, wo es ihm nicht besonders gut ergeht. Eines Tages unterbreitet ihm der dubiose US-Diplomat Clive Connelly (Michael Paré) einen nicht ganz ungefährlichen Vorschlag: er kommt frei, wenn es ihm gelingt, die entführte Milliardärstochter Ana Gale (Gina May) zu befreien. Doch der Auftrag birgt weit mehr Gefahren, als gedacht…

Trotz einiger A-Film-Ausreißer ist der sympathische Schwede, der hier einen schlagkräftigen Amerikaner spielt, tief verwurzelt im Direct-to-Video-Bereich des B-Actioners. So auch hier in dem etwas mehr als 10 Jahre alten Direct Contact von Danny Lerner, der gemeinsam mit Les Weldon auch das Drehbuch verfasste. Das Filmstudio Nu Image, mal mehr, mal weniger erfolgreich mit seinen Actionfilmen, setzt hier auf die klassischen Versatzstücke, die auf der einen Seite eine kostengünstige Produktion ermöglichen und auf der anderen Seite dem vielsehenden Action-Fan gleich ein heimeliges Gefühl bescheren. So startet man gleich furios in einem russischen Knast, wo die Situation innerhalb der ersten drei Minuten eskaliert und man einen sauberen Fight präsentiert bekommt. Im weiteren Verlauf befinden wir uns dann in einer osteuropäischen Region, in welcher man als Normalsterblicher nicht mal tot überm Zaun hängen möchte (Sofia, wo der Film gedreht wurde, hat so unglaublich viele schöne Schauplätze… in diesem Film sieht man nahezu keinen davon J)… muss man zu Glück auch nicht, sondern schaut dem schwedischen Vorschlaghammer dabei zu, wie er allerlei Kriegstreiber und böse Para-Milizen vermöbelt und pulverisiert. Dabei ist es eine Wonne, dem Treiben des Filmemachers Lerner zuzuschauen, der so manchen Fight virtuos in Szene zu setzen vermag, an anderen Stellen allerdings die Schose klassisch vor die Wand fährt. Wenn bei Verfolgungsjagden plötzlich für wenige Sekunden die Bildgeschwindigkeit spürbar erhöht wird, um vermeintliche Dynamik zu simulieren, befürchtet man erst, dass der Player seinen Geist aufgibt, ehe man kapiert, dass es stattdessen ein gewolltes Stilmittel war. Aber das sind kleinkarierte Mäkeleien meinerseits, denn fette Fights, deftige Explosionen, massig Kollateralschäden und derbe Shoot-outs überspielen locker jedes Logikloch oder jede eher weniger preisverdächtige Schauspielleistung. Da der Film dabei in punkto Gewalt manchmal etwas über die Stränge schlägt, hatte er seinerzeit mit einigen FSK-Querelen zu kämpfen. Hier nun liegt er jedoch, filmArt sei Dank, in feinster Auflösung in seiner unzensierten Pracht vor!

© Trailer: LionsgateFilmsUK

Direct Contact (Originaltitel: Direct Contact, Deutschland/USA2009) erscheint bei filmArt unzensiert als deutsche Blu-ray-Premiere mit dem Siegel SPIO/JK: keine schwere Jugendgefährdung. Das Bild (1,85:1/1080p Full HD) der Blu-ray befand sich auf einem qualitativ sehr guten Niveau, der Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1; Deutsch – TV-Mix: dts-HD Master Audio 2.0) war solide, aber etwas zurückhaltend. Im Bonusbereich der auf 1000 Exemplare limitierten Blu-ray gab es den deutschen, englischen und französischen Trailer, so wie eine filmArt-Trailershow.

Direct Contact erfindet das Rad nicht neu…. Einen Oscar wird es auch weder für das Drehbuch, noch die Darsteller geben. Aber der Film ist so ein charmanter Feierabend-Actioner, den man sich gerne nach einem stressigen Tag anschaut, um anderen Menschen dabei zuzuschauen, wie sie sich hemmungslos auf die Mappe kloppen… nicht geil, aber schön und laut! Zudem entwickelt Dolph Lundgren mit zunehmendem Alter immer mehr Charme, Charisma und eine herrlich selbstironische Süffisanz! Direct Contact ist keine intellektuelle Herausforderung, kein cineastisches Meisterwerk oder ein ausgeklügelt aufgebauter Arthouse-Film. Der Film möchte unterhalten, die niederen Triebe ansprechen und dies bildgewaltig umsetzen. Und das gelingt ihm in weiten Teilen! Wer Lust auf einen wenig zimperlichen Actioner hat, der hier erstmalig in HD in seiner unzensierten Pracht vorliegt, der sollte unbedingt zugreifen!

Christian Funke