“Duell am Missouri” (FilmConfect Home Entertainment GmbH) ++Rezension & Gewinnspiel+++

“Duell am Missouri” (FilmConfect Home Entertainment GmbH) ++Rezension & Gewinnspiel+++

Rancher David Braxon (John McLiam) aus Montana ist ein Selfmademan. In Jahren harter Arbeit hat er die Wildnis in fruchtbares Land verwandelt; in sein Reich, das wächst und gedeiht. Um so mehr erbost es ihn, als sein Vieh, sein Reichtum – ja sogar seine Familie – von dem skrupellosen Pferdedieb Tom Logan (Jack Nicholson) bedroht werden. Braxon will die Sache auf eigene Faust regeln und engagiert den brutalen Ordnungshüter Lee Clayton (Marlon Brando), der den Gesetzlosen zur Strecke bringen soll. Doch indem Braxon das Verbrechen zu bekämpfen meint, setzt er eine Kettenreaktion aus Grausamkeit und Gewalt in Gang, die weit über alles hinausgeht, was er je für möglich gehalten hätte…

© 2018 FilmConfect Home Entertainment GmbH

Meinung zur Veröffentlichung:

„Der Eine stiehlt um zu leben, der Andere lebt um zu töten!“

Tom Logan (Jack Nicholson) und seine Männer sind eine Bande von Gangster und Viehdiebe, die sich mit ihren Diebstählen über Wasser halten. Als der wohlhabende Pferdezüchter David Braxton (John McLiam) ein Mitglied der Bande erhängen lässt, kauft sich Logan nahe dem Anwesen des Züchters unerkannt eine kleine Ranch und plant, Braxton Schritt für Schritt in den Ruin zu treiben. Nachdem man einen seiner Vorarbeiter ermordet hat, engagiert der Pferdezüchter den exzentrischen Regulator Robert E. Lee Clayton (Marlon Brando), der die Diebesbande ausschalten soll. Der Beginn eines gnadenlosen Duells…

Mit Duell am Missouri präsentiert Regisseur Arthur Penn (Bonny & Clyde, Little Big Man) einen mit Jack Nicholson, Marlon Brando, Randy Quaid und Harry Dean Stanton hervorragend besetzten und von John Williams musikalisch grandios untermalten Western, der trotz dieser nahezu perfekten Voraussetzungen an den Kinokassen gnadenlos unterging, dem man gar den Niedergang des Western-Genres Ende der 1970er nachsagt. Meiner Meinung nach tut man dem Film damit an vielen jedoch Stellen unrecht, da er trotz einiger unbestreitbarer inszenatorischer und inhaltlicher Schwächen ein grandioses Erlebnis ist. Dieses Erlebnis fußt für mich in erster Linie an der letztendlichen Kompromisslosigkeit des Handelns seiner Protagonisten und hier wiederum an den beiden grandios agierenden Hauptdarstellern. Hier ranken sich zahlreiche Erzählungen und Geschichten um die Situation während der Dreharbeiten. Eine besagt, dass Brando unzufrieden mit dem Drehbuch und die Arbeitsweise des Regisseurs gewesen sei, weshalb er versuchte, Verbesserungen einzubringen, damit jedoch bei Arthur Penn scheiterte. Völlig entnervt beschloss er daraufhin, sich komplett quer zu stellen und seine Figur, anders als im eigentlichen Drehbuch vorgesehen, als überdrehten, sadistischen, sehr zynischen Exzentriker zu skizzieren. In meinen Augen jedoch gewinnt der Film gerade in diesen Momenten an Qualität, da es gerade dieses außergewöhnliche Gebaren des Auftragsmörders ist, welches den Charme und speziellen Reiz des Films ausmacht und gerade die völlig überbordende darstellerische Leistung Brandos lange nachhallt. Des Weiteren gab es einige Querelen zwischen Nicholson und Brando, was letzterer dazu nutzte, sich in seinem ganz eigenen Humorverständnis über Nicholson zu amüsieren und ihn in der Öffentlichkeit bloßzustellen. Dieser wiederum störte sich daran, dass Brando Texttafeln benötigte und deshalb immer schräg über dessen Schulter Richtung Kamera blickte. Jedoch genau diese Spannung spürt man als Zuschauer, sorgt sie doch dafür, dass dieser beinahe manische Disput beider Filmfiguren zum Greifen spürbar gemacht wird. Letztendlich ist der Film ein erzählerisch vielleicht etwas langatmiger, jedoch trotzdem klassischer Beitrag des damaligen neuen amerikanischen Kinos, welches sich bewusst den etablierten Erzählstrukturen widersetzt und eine bildgewaltige Parabel der soziokulturellen und politischen Situation des Amerikas der Mittsiebziger darstellt.

 

© Trailer: HD Retro Trailers

 

FilmConfect, denen wir die erste Blu-ray-Auswertung dieses Klassikers zu verdanken haben, veröffentlichen Duell am Missouri (Originaltitel: The Missouri Breaks, USA 1976) nach der Steel Edition und dem Mediabook nun als einfache Softbox mit schönem Cover-Artwork. Der Film wurde gut aufbereitet, so dass Bild (1,85:1/1080p/16:9) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 2.0) überzeugen können. Bonusmaterial ist keines vorhanden.

Duell am Missouri ist ein herrlich rauer, unbequemer Antiwestern, den man sich als Zuschauer erarbeiten muss, um ihn in seiner vollen Pracht genießen zu können. Einige inhaltliche Längen und die stellenweise sehr ruhige Inszenierung werden durch grandiose Darsteller und eine wundervolle Bildsprache ausgeglichen. Auch wenn es mich nicht wundert, dass dem Film an den Kinokassen nicht der erhoffte Erfolg vergönnt war, macht es Spaß, dem Psychoduell von Nicholson und Brando zuschauen zu können. Hier treffen zwei Giganten aufeinander, die die Leinwand (oder in meinem Fall den Bildschirm) zum knistern bringen. Deshalb gibt es von mir eine eindeutige Empfehlung!

Gewinnspiel:

Ich freue mich, zum Heimkinostart von „Duell am Missouri“

1 x die Blu-ray

verlosen zu können.

Frage:
Was ist euer liebster Marlon Brando – Film?

Wer mir bis zum 30. Oktober 2018 eine Mail mit dem Betreff „Duell am Missouri“ (plus der Anschrift & der Antwort) an:

christian@wewantmedia.de

schickt, das Gewinnspiel freiwillig auf Facebook mit jemandem teilt, dem das auch gefallen könnte und mir, wer mag, noch ein “gefällt mir” auf meiner Facebook – Seite (https://www.facebook.com/wewantmedia) gibt, nimmt an der Verlosung teil!

Bestimmt durch die Reihenfolge der Teilnahme bekommt jeder Teilnehmer eine Nummer zugeordnet, über den oder die Gewinner/in entscheidet ganz unparteiisch und unbestechlich Random.org.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der/die Gewinner/in wird zeitnah benachrichtigt.

Herzlichen Glückwunsch! Die Gewinnerin steht  fest und wurde per Mail informiert. Die Blu-ray ist auf dem Weg, viel Spaß damit! Allen anderen Teilnehmenden meinen herzlichen Dank für die große Resonanz und viel Glück beim nächsten Gewinnspiel!

Christian Funke