Edgar Allan Poe's Die Maske des Roten Todes  -  2 Disc Special Edition (Koch Media)

Edgar Allan Poe’s Die Maske des Roten Todes – 2 Disc Special Edition (Koch Media)

91ALOVn3tQL._SL1500_Die Horrorikone Vincent Price brilliert hier als tyrannischer Prinz Prospero, dessen ausschweifender Lebensstil mit seinem Hang zu Sadismus und Satanismus Hand in Hand geht. Als mit dem „Roten Tod“ eine pestähnliche Plage über sein Land hereinbricht, verschanzt er sich mit dem Adel hinter den Mauern seines Schlosses und lädt zum dekadenten Maskenball. Der jedoch hat einen uneingeladenen Besucher: Den „Roten Tod“ persönlich!
Roger Cormans („Little Shop Of Horrors“, „Die Grube und das Pendel“) sechste Adaption eines Edgar Alan Poe-Klassikers, markiert die visuell bahnbrechende Zusammenarbeit des B-Movie-Königs mit der späteren Regielegende Nicolas Roeg („Wenn die Gondeln Trauer tragen“) hinter der Kamera. Ein spektakulär in Szene gesetztes Stück Horrorfilm-Geschichte, dessen Extravaganz nur durch einen diabolisch auftretenden Vincent Price noch übertroffen wird.

Weltweit erstmalig auf Blu-ray Disc und mit umfangreichem Bonusmaterial.

Meinung zum Film:

Wie die angemessene Veröffentlichung eines Klassikers auszusehen hat, weiß Koch Media. Die neuste Perle ist Roger Cormans Version der Edgar Alan Poe-Geschichte Die Maske des Roten Todes, die kongenial mit Vincent Price in der Rolle des Prinz Prospero besetzt wurde und an der Kamera die spätere Regielegende Nicolas Roeg vorzuweisen hat. Die Geschichte ist ein Klassiker und wahrscheinlich jedem wenigstens in Ansätzen bekannt. Vincent Price zeigt hier in der Rolle des Despoten Prospero mit seinem facettenreichen und raumsprengenden Spiel die gesamte Bandbreite seines Könnens.
Während die Bewohner seiner Ländereien an einer geheimnisvollen Seuche sterben, feiert der Prinz in seiner Burg rauschende Feste, die er mit sadistischen und satanischen Ritualen anreichert. Doch auch er kann trotz seiner Macht und seinem Reichtum letztendlich dem Roten Tod nicht entkommen….51rDrGN3TvL

Die Drehbuchautoren machten aus der Kurzgeschichte Poes, die in märchenartiger Prosaform verfasst war, durch hinzufügen weiterer Charaktere und Nebenplots eine vielschichtige Story, deren Hauptfigur deutlich mehr Tiefe spendiert bekam, was letztendlich der gesamten Handlung zugute kommt. Regisseur Corman hatte hier das Glück, auf ein größeres Budget, einem großzügigen Zeitplan und die perfekten Sets anderer Filme zurückgreifen zu können, so dass er einen detailverliebten, pompös ausgestatteten Film schuf, der in seiner visuellen Künstlichkeit so überspitzt, beinahe cartoonesk daherkommt, dass es schon wieder malerisch wirkt. Würde man heute anmerken, dass hier eindeutig Stil über Inhalt steht, wirkt es in einem Film dieser Zeit irgendwie künstlerisch und in seiner Farbnutzung innovativ.

51omYFGB1YLKoch Media veröffentlicht Die Maske des Roten Todes als Doppel-Disc Special Edition, wobei der Hauptfilm mit kräftigen Farben, einer guten Detailschärfe und einem guten, klar verständlichen Sound aufwartet. Da es aus Qualitätsgründen nicht möglich war, die in vorangegangenen Versionen geschnittene Badeszene einzufügen, hat man diese in den Bonusbereich gepackt und liefert diese sogar noch in Zeitlupe mit. Dazu gibt es noch ein Intro mit Synchronsprecher Arne Elsholtz, den Originaltrailer, den deutschen Vorspann und eine Bildergalerie. Disc zwei beinhaltet dann weitere interessante Zusatzmaterialien. Neben einem Interview mit Roger Corman gibt es noch einen Gesprächsmitschnitt mit Arne Elsholtz, der Super 8-Version des Films, einer weiteren Bildergalerie, dem Comic zum Film und dem Herzstück der Bonusdisc, einem knapp einstündigen TV-Special namens „An Evening of Edgar Allan Poe“ mit Vincent Price aus dem Jahre 1970.

Die Maske des Roten Todes ist auch aus heutiger Sicht eine der gelungeneren Poe-Verfilmungen, die dank ihrer intensiven Atmosphäre, der liebevollen Inszenierung und der charismatischen Haupt- und Nebendarsteller überzeugt und mit dieser Veröffentlichung den Ruf von Koch Media als Filmliebhaber-Label untermauert. Hier haben wir einen Filmklassiker, der diese Bezeichnung zu Recht trägt und in einer entsprechenden Veröffentlichung angemessen gewürdigt wird!

Christian Funke-Smolka