Ein fast perfektes Verbrechen (Koch Media)

Ein fast perfektes Verbrechen (Koch Media)

Als Olive, eine Trickbetrügerin mit Faible für die 30er Jahre, muss Milla Jovovich das größte Opfer bringen, das sich eine junge Mutter nur vorstellen kann. Jahrelang hatte sie sich und ihren zehnjährigen Sohn Bobby mit Betrügereien über 35929197ZWasser gehalten, doch als sie der Strafe für ihre Taten entgegensehen muss, ist sie gezwungen, ihr Kind aufzugeben. Eine Familie findet der Junge ausgerechnet beim reichen Immobilienhändlerpaar Kent und Mary, das den Tod des eigenen Sohnes zu betrauern hat.

„Resident Evil“-Heldin Milla Jovovich glänzt im Regiedebüt von „X-Men“-Heroine Famke Janssen als moderne „Bonnie“. Der auf etlichen Filmfestivals gefeierte Film ist nicht nur ein Loblied auf das Kino der 30er und die Liebe einer Mutter, er hat auch einen exklusiven Soundtrack von den Flaming Lips, Junkie XL und Darstellerin Milla Jovovich selbst.

Meinung zum Film:

Viele Schauspieler kommen irgendwann im Laufe ihrer Karriere an den Punkt, mal auf der anderen Seite der Kamera Platz zu nehmen. Einigen gelingt dieser Perspektivenwechsel sehr gut, bei anderen bleibt es bei diesem Versuch.
Famke Janssen, bekannt durch ihre Rollen in der X-Men-Trilogie, den beiden 96 Hours – Filmen oder James Bond – Goldeneye, ging nach eigener Aussage lange schwanger mit dem Gedanken, einen Film nach eigenem Drehbuch zu inszenieren. Es erwies sich jedoch als äußerst schwierig, die Finanzierung für dieses ambitionierte Projekt zu sichern. Auf Grund von Steuervergünstigungen gelang es ihr letztendlich dann im Jahr 2010 doch noch, ihr Drehbuch Ein fast perfektes Verbrechen iin Oklahoma zu verfilmen. Gleichzeitig trat sie auch noch als Produzentin ihres Projekts in Erscheinung.
Doch die Mehrfachbelastung war für den Regie-Neuling offenbar zu viel, denn man merkt deutlich, dass es ihr an vielen Stellen schwergefallen zu sein scheint, den roten Faden nicht aus den Au20097990.jpg-r_640_600-b_1_D6D6D6-f_jpg-q_x-20120504_103638gen zu verlieren. Man bemerkt ihre Bemühungen, ihre Ideen zu visualisieren, aber nicht jeder Ansatz ist dabei von Erfolg gekrönt. Trotzdem ist das Gesamtergebnis, wenn auch an vielen Stellen unbefriedigend, in Summe dank der guten Darsteller noch unterhaltsam.

Die Blu-ray aus dem Hause Koch Media glänzt mit einem hervorragenden Bild und einem sauber ausbalancierten Klang. Neben einem Audiokommentar findet man im Bonusbereich noch zwanzig Minuten mit Szenen vom Dreh und verschiedenen Interviews, dem Originaltrailer, so wie ein langes Gespräch mit der Regisseurin Famke Janssen, welches bei einem Film-Festival aufgezeichnet wurde.

Das Regiedebüt der Schauspielerin Famke Janssen glänzt durch eine Schar guter Darsteller, allen voran Milla Jovovich, Bill Pullman und Marcia Cross. Leider gelingt es der Regisseurin nicht, die Darsteller durch einen von ihr lässig geplanten Film mit einer charmanten Story und nachdenklichen Untertönen zu manövrieren. Vieles wirkt holprig oder aufgesetzt, der Zuschauer erhält dabei oft keinen emotionalen Anschluss an die Figuren. Doch dank eines wirklich sehr guten Soundtracks und den spürbaren Ambitionen gewinnt der Film letztendlich doch einige Sympathien, die ihn zu einem kurzweiligen Filmvergnügen machen, welches jedoch etwas unter seiner Belanglosigkeit leidet. Als unterhaltsames Projekt Famke Janssens ganz in Ordnung, doch sollte sie besser bei der Schauspielerei bleiben.

Christian Funke-Smolka