„Ein Gauner & Gentleman“ (dcm) +++Rezension, Special & Gewinnspiel+++

„Ein Gauner & Gentleman“ (dcm) +++Rezension, Special & Gewinnspiel+++

Regie: David Lowery

Mit: Robert Redford, Casey Affleck, Danny Glover, Tom Waits, Sissy Spacek

Den Großteil seines Lebens verbrachte der 70-jährige Forrest Tucker (Robert Redford) bereits im Gefängnis. Weil er aber nicht bloß ein Spitzen-Bankräuber ist, sondern gleichzeitig auch ein wahres Genie für Gefängnisausbrüche, genießt der Berufsgauner auch immer wieder die selbst gewonnene Freiheit. Selbst im legendären Hochsicherheitsgefängnis Alcatraz gelang ihm die Flucht. Nach einem Coup mit seiner „Altherren- Gang“, bestehend aus Teddy (Danny Glover) und Waller (Tom Waits), lernt er die hübsche Farmbesitzerin Jewel (Sissy Spacek) kennen, die mit ihrem Truck am Highway liegengeblieben ist. Alles scheint perfekt für Forrest Tucker zu laufen, bis ihm der Polizist John Hurt (Casey Affleck) auf die Spur kommt und als Erster zu durchschauen scheint, was es mit all den Überfällen der letzten Zeit auf sich hat. Von nun an ist also mehr Vorsicht geboten für Tucker und seine Altherren-Gang, denn Hurt ist ihnen dicht auf den Fersen…

In EIN GAUNER & GENTLEMAN verkörpert Redford den legendärsten und charmantesten Ganoven der Zeitgeschichte: Forrest Tucker, der auch im hohen Alter von 70 Jahren seine Passion für Raubzüge auslebt und es mit einem letzten fetten Bankraub noch einmal wissen will! Begleitet wird sein großer Coup von der bezaubernden Sissy Spacek sowie einem erstklassig besetzten Cast bestehend aus Tika Sumpter, Danny Glover und Tom Waits! Dicht auf den Fersen ist dem gaunerhaften Gentleman stets Casey Affleck als Polizist John Hurt.

© dcm

Meinung zur Veröffentlichung:

Der letzte große Coup von Robert Redford! Nach einer fast wahren Geschichte.

Forrest Tucker (Robert Redford) ist ein in die Jahre gekommener Bankräuber, der zeitlebens entweder in Gefängnissen seine Haftstrafe absaß, oder sich auf der Flucht befand. Seine Banküberfälle führt er mittlerweile mit den zwei Freunden Teddy Green (Danny Glover) und Waller (Tom Waits) nach einem bewährten Schema durch. Dabei bleibt Tucker jederzeit höflich und charmant. Schon sehr bald haben sie den Spitznamen „Altherren- Gang“, während die Ermittler, unter ihnen John Hurt (Casey Affleck), auf den Fersen sind. Auch die Bekanntschaft zu Jewel (Sissy Spacek) ändert nichts an der Liebe Tuckers zum Bankraub, der für den alternden Gauner eine Art Spiel ist, welches ihn agil und am Leben hält…

Basierend auf einem Zeitungsartikel David Granns im New Yorker über den realen Forrest Tucker verfasste Regisseur und Drehbuchautor David Lowery (The Saints – Sie kannten kein Gesetz) ein Skript, welches sich wie eine zweite Haut an seine Darsteller schmiegt. Jede Rolle scheint perfekt besetzt, jede Figur auf authentische Weise zum Leben erweckt. So bekommen wir einen Film, der wie aus einem Guss wirkt, der in seiner gelebten Langsamkeit keine Langeweile, sondern ein kuscheliges Wohlgefühl entstehen lässt, welches getragen wird von einem stimmigen wie unaufdringlichen Score aus der Feder Daniel Harts.  

Ein Gauner & Gentleman ist ein zeitloser, mit leichter Hand inszenierter Film über das Leben, die Liebe und der Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung. Über die Aspekte, die ein Leben lebenswert machen und den Weg, den man persönlich wählt. Dabei erweist sich Lowery als angenehm altmodischer Erzähler, der sich ganz der Tradition des klassischen amerikanischen Independentkinos der 70er Jahre verschrieben zu haben scheint und damit in Redford die perfekte Besetzung der Hauptrolle gefunden hat. Doch auch die anderen Darsteller glänzen in ihren größeren und kleineren Rollen, so dass man als Zuschauer beim Nachspann zufrieden und mit einem wohligen Grinsen zurückgelassen wird.       

Ein Gauner & Gentleman (Originaltitel: The Old Man & the Gun, USA 2018) erscheint bei dcm als DVD, Blu-ray und Video on Demand. Die mir zur Ansicht vorliegende Blu-ray war in Bild (2,40:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) auf einem qualitativ guten Niveau. Im Bonusbereich gab es neben einer Audiodeskription für Sehbehinderte und Blinde Interviews mit den Darstellern Casey Affleck, Danny Glover, Robert Redford und Sissy Spacek, sowie eine Programmübersicht.

Ein Gauner & Gentleman ist nun offiziell der Schlusspunkt der langjährigen Karriere Robert Redfords. Entsprechend erleben wir hier einen Film, der maßgeschneidert für seinen gewohnt souverän aufspielenden Hauptdarsteller wirkt und einen sehr lässigen, entspannten und charmanten Abschied darstellt, welcher einen mit einem lachenden und einem weinenden Auge zurücklässt. Ein Film, der seinen Darstellern und seinen Figuren Respekt zollt, ihnen die Bühne zur Entfaltung bietet und im Gesamteindruck wie ein gut gereifter, vollmundiger Rotwein schmeckt.

Robert Redford, wir zücken den Hut: Ein Blick auf die glorreiche Geschichte einer Hollywoodlegende

Oscar®-Gewinner Robert Redford hat in seiner langjährigen Karriere viele charismatische Rebellen verkörpert – ob einen treffsicheren Zugräuber in „Zwei Banditen“ (1969) oder einen Hochstapler in dem Klassiker „Der Clou“ (1973). In EIN GAUNER & GENTLEMAN zeigt er sich nun mit stolzen 82 Jahren ein letztes Mal von seiner ganovenhaften und zugleich charmantesten Seite und erweckt die Legende des Bankräubers Forrest Tucker im Film zum Leben – eine Legende porträtiert eine weitere Legende. Für Redford eine Paraderolle, in der der charismatische Hollywoodstar mit den strahlend blauen Augen kaum gebührender seinen Hollywood-Abschied zelebrieren könnte.

Regisseur David Lowery schuf mit dem Werk nach (fast) wahren Begebenheiten eine Hommage – zum einen an den komplexen Antihelden Forrest Tucker, zum anderen an die abwechslungsreiche, über 60-jährige, Filmkarriere Robert Redfords. Zum Home Entertainment Start von EIN GAUNER & GENTLEMAN am 13. September 2019 werfen wir einen Blick auf Redfords erstaunlichen Lebensweg.

Erstes Intermezzo an der Kunsthochschule und als Straßenkünstler in den 50er Jahren: Robert Redford, der Maler

Der am 18. August 1936 geborene Charles Robert Redford Jr. wuchs in einfachen Verhältnissen im sonnigen Kalifornien auf. Seine Jugend verlief nicht immer rund, inklusive einiger Alkohol Eskapaden nach dem Tod seiner Mutter. So verlor er sein College-Baseball-Stipendium an der University of Colorado Boulder. Nach anfänglichen Nebenjobs auf Ölfeldern rund um Los Angeles zog es ihn dann zur Malerei hin: an verschiedenen Akademien in Paris und Florenz und sogar auf der Straße sammelte er Erfahrungen mit Farben und Pinsel. Danach kehrte er zurück in die USA und begann Theaterdesign am New Yorker Pratt Institute zu studieren. Seine Begeisterung für die Schauspielerei entdecke er erst 1959 an der American Academy of Dramatic Arts.

Redford, der „ewige Sunnyboy“, erobert und revolutioniert das Hollywood der 70er Jahre

Zunächst verlief seine Karriere in Hollywood etwas schleppend, doch dank seines Facettenreichtums konnte der sympathische Schauspieler die Herzen der Kinobesucher schnell erobern – vor allem das weibliche Publikum war mehr als verzaubert von Redfords magischer Art. Der Durchbruch gelang ihm 1969 neben Paul Newman im Streifen „Zwei Banditen“. Bis heute ist Redford für seine große Bandbreite an Rollen bekannt – in komödiantischen als auch düsteren und sozialkritischen Ausprägungen. So bewies er sein Talent etwa als Sonnyboy-Politiker in „Bill Mckay – Der Kandidat“ (1972), als traumatisierter Kriegsveteran in „Jeremiah Johnson“ (1972) sowie als Sensationsreporter Bob Woodward in „Die Unbestechlichen“ (1976). Außerdem findet sich in seiner Filmografie der problemgeplagte Baseballstar in Barry Levinsons „Der Unbeugsame“ (1984), der reformwillige Gefängnisdirektor von „Brubaker“ (1980) und der einsame Schiffbrüchige in „All is Lost – Überleben ist Alles“ (2013).

Es geht noch viel mehr: Robert Redford, der Regisseur in den 80ern

Da Redford nie wirklich angetan war von der glamourösen Hollywood-Welt als Schauspieler, wechselte er in den 80er Jahren auf die Seite die Filmemacher und gewann direkt einen Oscar® für die beste Regie mit  „Eine ganz normale Familie“ (1980). Er erhielt überdies Anerkennung für seine zahlreichen Beiträge zum amerikanischen Kino – darunter der Oscar®-prämierte „Aus der Mitte entspringt ein Fluss“ (1992) und die beiden Oscar®-nominierten Filme „Quiz Show“ (1994) und „Der Pferdeflüsterer“ (1998). Er inszenierte seine Filme stets mit viel Feingefühl für das Publikum.

Seine Schützlinge: Jim Jarmusch, Quentin Tarantino & die Coen-Brüder! Robert Redford als „Godfather of Indie Film“

Die Präferenz für neue Herausforderungen lässt sich leicht aus Redfords Filmografie und Lebenslauf ablesen und so ist es naheliegend, dass er in seiner zweiten Lebenshälfte weitere Kapitel seiner Karriere aufschlug: Er begründete 1980 das Sundance Institute und das Sundance Film Festival, um unabhängige Filmemacher zu fördern. So schafften u.a. Tarantino und Jarmusch ihren Durchbruch im Filmbusiness. Die Inspiration für den Festivalnamen zog er übrigens aus dem Originaltitel „Butch Cassidy and the Sundance Kid“ (Dt. Titel „Zwei Banditen“). 2002 wurde sein Lebenswerk als Schauspieler, Regisseur und Produzent sowie als Gründer des Sundance Instituts dann mit einem Ehren-Oscar® ausgezeichnet.

Neben all den herausragenden Leistungen im Filmbusiness setzte und setzt sich Redford aktiv für den Umweltschutz ein. In den 80er Jahren gründete er ein Institute for Resource Management, um zwischen Wirtschaft und Umweltorganisationen zu vermitteln. Anfang der 2000er machte er sich gegen Ölbohrungen in Alaska unter der Bush-Regierung stark und kämpfte aktiv für die Rechte der Indianer-Reservate.

Robert Redfords wahrscheinlich letzter Coup und Showdown: EIN GAUNER & GENTLEMAN

In „Zwei Banditen“ (1969) erklärt Robert Redford seinem Filmkollegen und gutem Freund Paul Newman: „Erzähl mir nicht, wie man eine Bank ausraubt. Ich weiß, wie man eine Bank ausraubt!“.

Über 50 Jahre später spielt er nun in EIN GAUNER & GENTLEMAN erneut einen liebenswürdigen Banditen und beendet damit seine Karriere als Schauspieler womöglich so, wie er sie einmal begonnen hat! Aber genau deswegen genoss er den Entstehungsprozess des Films umso mehr und fühlte sich von der Rolle des Forrest Tucker magisch angezogen: Redford verkörpert Forrest Tucker als einen Mann, der ein glorreiches Abenteuer sucht und es mit seinem Individualismus und Widerstand gegen das System schafft, jung und lebendig zu bleiben. Um es zum Abschluss mit den Worten des Produzenten James D. Stern auszudrücken:

+++ „Niemand sonst auf der Welt hätte diese Figur so unverfälscht und ungekünstelt spielen können.” +++

Der Publikums- und Presseliebling EIN GAUNER & GENTLEMAN erscheint ab dem 13. September endlich im Home Entertainment und ist ein Fest für alle Liebhaber von lässigen Gaunerkomödien!

Gewinnspiel:

Ich freue mich, zum Verkaufsstart von „Ein Gauner & Gentleman”

2 x die Blu-ray

verlosen zu können.

Frage:

Was ist euer liebster Robert-Redford-Film?

Wer mir bis zum13. September 2019 eine Mail mit dem Betreff „Ein Gauner & Gentleman”  (plus der Anschrift & der Antwort) an:

christian@wewantmedia.de

schickt, das Gewinnspiel freiwillig auf Facebook mit jemandem teilt, dem das auch gefallen könnte und mir, wer mag, noch ein “gefällt mir” auf meiner Facebook – Seite (https://www.facebook.com/wewantmedia) gibt, nimmt an der Verlosung teil!

Bestimmt durch die Reihenfolge der Teilnahme bekommt jeder Teilnehmer eine Nummer zugeordnet, über den oder die Gewinner/in entscheidet ganz unparteiisch und unbestechlich Random.org.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der/die Gewinner/in wird zeitnah benachrichtigt.

Herzlichen Glückwunsch! Die Gewinner stehen fest und wurden per Mail informiert. Die Blu-rays sind bereits auf dem Weg, viel Spaß damit! Allen anderen Teilnehmenden meinen herzlichen Dank für die große Resonanz und viel Glück beim nächsten Gewinnspiel!

Christian Funke