Elevator  (Ascot Elite)

Elevator (Ascot Elite)

9 Personen – 1 Blockierter Aufzug – 1 Bombe – Null Entkommen

51wopbNDg-L._SL500_Beim Kampf ums Überleben zählt keine Moral. Das erfahren neun unterschiedliche Gäste einer Wall Street Party am eigenen Leib, als Ihr Fahrstuhl hoch über Manhattan stecken bleibt. Auf engstem Raum zeigt sich schnell, wem an ein Miteinander gelegen ist, wer nur an sich denkt und wer ein Sadist ist.

Die Fassaden der Zivilisation brechen vollends, als auch noch eine Bombe im Aufzug entdeckt wird: Alle Moralvorstellungen weichen einem Kampf ums eigene Überleben; Die Fahrt zur Party wandelt sich zu einem Sturz in den Horror.

Mit im Fahrstuhl sind u.a.: John Getz (Die Fiege, The Social Network, Zodiac-Die Spur Des Killers), Anita Briem (Die Reise zum Mittelpunkt der Erde, Die Tudors), Joey Slotnick (Twister, Eve Und Der Letzte Gentleman, Hollow Man-Unsichtbare Gefahr).

Meinung zum Film:

Das Szenario ist aus filmischer Sicht so bekannt, wie aus dem persönlichen Blickwinkel erschreckend: neun unterschiedliche Menschen, eingesperrt in einem Fahrstuhl! Ein Alptraum für jeden, erst 51ClSMgkWqLRecht, wenn man unter Klaustrophobie leidet. Konnte mich vor geraumer Zeit die etwas absurde M. Night Shyamalan-Produktion „Devil“ nicht wirklich überzeugen, gerate ich immer noch ins Schwärmen, wenn ich an den deutschen Vertreter aus den 80ern namens „Abwärts“ denke. Diesem Klassiker des Fahrstuhl-Films thematisch näher als dem ernstgenannten ist der vorliegende Elevator des norwegischen Regisseurs Stig Svendsen (es handelt sich hier nach „Radiopiratene“ um seinen zweiten Spielfilm) eine spannende Studie über das Verhalten zivilisierter Menschen in einer Extremsituation. Da der Regisseur auf Nebenplots komplett verzichtet, konzentriert er sich somit gänzlich auf die Handlung und ihre Figuren im Fahrstuhl, was zu einer ziemlich dichten und latent bedrohlichen Atmosphäre beiträgt. Erstaunlich finde ich, dass man dabei auf reine Sympathieträger verzichtet, denn irgendwie hat jeder der Protagonisten etwas unangenehm oder störend-nerviges an sich, aber auch die Entwicklung der einzelnen Charaktere ist interessant, kann man sich als Zuschauer doch nie sicher sein, ob sich die einzelnen Figuren in bestimmten Situationen so verhalten, wie man es von ihnen erwartet.

41rXm0bmcTLDas Manko von Elevator ist jedoch eindeutig die teilweise auftretende Schwäche in den Dialogen und die Bildgestaltung. Ein Film, der den Hauptteil seiner Laufzeit in einer eng bemessenen Location stattfindet, sollte seine Stärke aus der visuell beeindruckenden Kameraarbeit und den geschliffenen Dialogen beziehen. Beides wird jedoch nur hinlänglich bedient, so dass hier einiges an Potential verschenkt wird. Zwar versucht die Kamera durch die verschiedenen Perspektiven Dynamik zu erzeugen, jedoch gelingt ihr dadurch nur eine interessante Optik, jedoch kein durchgehend beklemmendes Gefühl (wie es zum Beispiel in „Buried“ eindrucksvoll gelang).

Die Schauspieler sind durchweg auf einem guten Niveau, und füllen ihre Rollen überzeugend aus. Leider wirkt das Finale ein wenig hektisch, sogar etwas holprig inszeniert, so dass man als Zuschauer ziemlich abrupt am Ende des Films ist.

Die Blu-ray erscheint bei Ascot Elite und ist sowohl in der Bild- als auch Tonqualität auf einem sehr guten Niveau. Im Bonusbereich befinden sich neben Szenen vom Dreh mit entsprechenden Interviews noch Texttafeln mit den Biografien der am Film Beteiligten und der Originaltrailer.

Letztendlich bleibt als Fazit, dass Elevator ein solide umgesetzter, durchweg spannender Film ist, der mit etwas mehr Feinschliff jedoch ein weitaus besseres Ergebnis hätte erzielen können.

Christian Funke-Smolka