"Emerald City: Die dunkle Welt von Oz"  (Capelight Pictures)

„Emerald City: Die dunkle Welt von Oz“ (Capelight Pictures)

Nach zwanzig Jahren erhält die junge Krankenschwester Dorothy endlich ein Lebenszeichen von ihrer leiblichen Mutter. Auf der Suche nach ihr wird Dorothy von einem heftigen Sturm überrascht. Sie rettet sich in einen Polizeiwagen, doch der Tornado macht auch vor dem Auto nicht halt und reißt sie samt Polizeihund Toto mit sich, geradewegs in die magische und düstere Welt von Oz. Dort liefern sich verfeindete Königreiche erbitterte Kämpfe um die Vorherrschaft. Nur ein allmächtiger Zauberer in Emerald City kann ihr helfen, wieder nach Hause zu finden. Mit ihrem vierbeinigen Begleiter macht sich Dorothy auf den Weg zu ihm. Auf ihrer Reise erkennt sie schon bald, dass sie fest mit dem Schicksal der fremden Welt verbunden ist und die Zukunft von Oz in ihren Händen liegt.

© Capelight Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

Während eines starken Tornados wird die 20-jährige Dorothy Gale (Adria Arjona, Pacific Rim 2: Uprising, True Detective 3) mit ihrem Polizeihund Toto in die fremdartige Welt Oz katapultiert. Hier trifft sie auf wilde Krieger, konkurrierende Königreiche, intrigierende Herrscher und viel dunkle Magie. Auf der Suche nach dem mächtigen Zauberer von Oz muss die junge Frau bald feststellen, dass das Schicksal der Welt aufgrund einer alten Prophezeiung auf ihren Schultern zu lasten scheint…

Dem visionären indischen Filmemacher Tarsem Singh (The Fall, The Cell) war mit seinem Ausflug ins TV-Serienfach leider kein Glück beschert. Bereits drei Jahre vorher sollte das lose auf dem Roman Der Zauberer von Oz von L. Frank Baum aufbauende Drehbuch für den Sender NBC umgesetzt werden, wurde jedoch aufgrund massive Produktionsschwierigkeiten und kreativer Unstimmigkeiten eingestellt. Mit neuem Showrunner und Produzenten wurde es dann ein Jahr später wiederbelebt. Neben dem Regisseur konnte man einen in seiner Rolle wie Hagrid aussehenden Vincent D’Onofrio (Marvel’s Daredevil, Full Metal Jackett), die hervorragende Joely Richardson (Red Sparrow) und Ólafur Darri Ólafsson (Phantastische Tierwesen: Grindelwalds Verbrechen) für das Projekt gewinnen, doch auch dies sollte nicht ausreichen. Dabei ist Emerald City – Die dunkle Welt von Oz ein sympathisch andersartiges Fantasy-spektakel, welches von seinen irrwitzigen Ideen, der überbordenden Phantasie und der Tarsem Singh’schen Bildsprache lebt. Hier liegt auch gleich die große Stärke dieser zehnteiligen Serie, denn wer den Regisseur kennt, weiß, dass dieser Bilder gestaltet, wie man sie in ihrer Pracht nur selten zu sehen bekommt. Hier könnte man ohne zu zögern fast jede Szenensequenz als Gemälde an die Wand hängen. Gleichzeitig jedoch gelingt es ihm nicht durchgängig, einen inhaltlichen roten Faden zu verfolgen, oder seinen Figuren charakterliche Tiefe zu spendieren. So bleibt Emerald City – Die dunkle Welt von Oz ein visuell atemberaubendes, inhaltlich jedoch etwas dünnes Fantasy-Abenteuer, welches aufgrund diverser Produktionsquerelen sein Potenzial leider nicht vollständig ausschöpfen konnte.

© Trailer: Books on Fire

Emerald City – Die dunkle Welt von Oz (Originaltitel: Emerald City, USA 2017) erscheint als DVD und Blu-ray bei Capelight Pictures. Die zehn etwa 42 Minuten langen Episoden befinden sich bei der mir vorliegenden Blu-ray verteilt auf zwei Discs, Bild (1,78:1/1080p) und Ton (Deutsch & Englisch: dts-HD Master Audio 5.1) sind auf dem qualitativ erwartet sehr guten Niveau. Im Bonusbereich befinden sich entfallene Szenen und ein Making of.

Wer die Fantasy-Werke des indischen Video- und Filmkünstlers kennt, weiß, was ihn erwartet: opulente Bilder in einer unvergleichlichen Wucht, prächtige Farben und atemberaubende Kostüme. Emerald City – Die dunkle Welt von Oz ist ein düsteres Fest für die Sinne, welches jedem, der sich einem hemmungslosen Bilderrausch hingeben möchte, uneingeschränkt empfohlen werden kann.

Christian Funke