Empire of War - Back to 1942  (Koch Media)

Empire of War – Back to 1942 (Koch Media)

dvm001431dDie berüchtigte Henan-Katastrophe von 1942 bildet den erschütternden Hintergrund für mehrere dramatische Einzelschicksale, mittels derer uns „Empire of War“ das Unbegreifliche begreifbar machen will. Denn Dürre, Hungersnot und der Krieg mit Japan haben verheerende Folgen vor allem für die hiesige Bevölkerung, die nicht zuletzt auch zum Opfer einer korrupten und unfähigen Regierung wird.

Mit seinem neuesten Film widmet sich Blockbuster-Garant Xiaogang Feng („Heroes of War – Assembly“, „Aftershock“) der vielleicht größten humanitären Katastrophe in der chinesischen Geschichte. In noch nicht dagewesener Drastik zeigt er die dramatischen Folgen von Dürre, Hungersnot und Krieg und kann dabei auf internationale Stars wie Adrien Brody und Tim Robbins bauen. Ein erschütterndes Meisterwerk.

Meinung zum Film:

Xiaogang Feng ist einer der Männer für ganz großes Kino. Kaum einem gelingt es, Emotionen und opulente Bilder so gekonnt zu kombinieren, wie diesem Regisseur, der nicht zu Unrecht als der asiatische Spielberg bezeichnet wird. Hier haben wir sein neuestes Werk Empire of War – Back to 1942, welches sich inhaltlich eher als Flüchtlingsdrama und weniger, wie einem der deutsche Titel jedoch vermittelt, um einen Kriegsfilm handelt.

Die hier thematisierte Henan-Katastrophe gilt als eine der schwersten humanitären Katastrophen des zweiten Weltkrieges, In den Jahren 1942 bis 1944 kam es in der Provinz Henan durch große Dürre und damit verbunden einem entsprechenden Ernteausfall zu einer Hungersnot ungeahnten Ausmaßes. Da sich die herrschende Regierung aufgrund des Krieges zwischen China und Japan nicht in der Lage sah, der notleidenden Bevölkerung rechtzeitig Hilfsgüter zur Verfügung zu stellen, starben in dieser Zeit zwischen 3-5 Millionen Menschen an den Folgen des Hungers. Der U.S. Journalist Theodore Harold White (gespielt von Adrien Brody) ist zu diesem Zeitpunkt in der Region unterwegs und dokumentiert die dortigen Zustände, um mit seinem gesammelten Material auf die Situation der Bevölkerung aufmerksam zu machen.

Drehbuchautor Zhenyun Liu und Regisseur Xiaogang Feng versuchen die Geschichte für den Zuschauer greifbarer zu machen, indem man sich beispielhaft auf die Schicksale zweier Familien beschränkt und diese als Sinnbild für die Katastrophe nimmt. Diese versuchen, völlig verarmt und nur im Besitz der Lumpen, die sie am Körper tragen, den gnadenlosen Winter 1942 zu überleben. Da man merkt, wie die Kräfte der einzelnen nachlassen und zudem Plünderer rücksichtslos ihre Interessen durchzusetzen versuchen, beschließen die Überlebenden, zusammen zu flüchten. Es wird ein Todesmarsch, der viele Opfer fordern wird.dvm001431d_5

Empire of War – Back to 1942 erscheint bei Koch Media in einer qualitativ sehr guten Veröffentlichung. Mag man von dem verfälschenden Titel absehen, haben wir hier einen monumental inszenierten Film, der in einer hervorragenden Bild- und Tonqualität präsentiert wird. Der Bonussektor ist mit einem Trailer und einer Programmübersicht dann jedoch sehr schlicht ausgestattet.

Empire of War – Back to 1942 ist ein Beitrag, der seine dramatische Geschichte beeindruckend in Bilder verpackt, die einem als Zuschauer noch lange in Erinnerung bleiben. Die Leistungen der Darsteller können jederzeit überzeugen und die Geschichte zieht einen, trotz der etwas ausufernden Nebenplots, die den Film dann auf eine Lauflänge von über 2,5 Stunden bringt, jederzeit in ihren Bann. Ein Film der nachdenklich stimmt und von mir eine klare Empfehlung bekommt.

Christian Funke-Smolka