End of Animal (Rapid Eye Movies)

End of Animal (Rapid Eye Movies)

Das Genre des Endzeitfilms blickt mittlerweile auf eine lange Reihe interessanter Veröffentlichungen unterschiedlicher Gangart zurück. Ob nihilistisch, religiös oder actionorientiert, jede Inszenierungsform hat sich in diesem filmischen Bereich versucht.
Hier vorliegend haben wir nun einen Debütfilm des südkoreanischen Regisseurs Jo Sung-hee, der seinen speziellen Beitrag zu diesem Genre liefert. Minimalistisch inszeniert, wirkt der Film beinahe wie eine Theaterstück, welches nahezu komplett auf Zutaten wie zerfallene Städte und panische Menschenmassen verzichtet, sondern den Fokus auf wenige, allein auf sich gestellte Personen richtet. Karg und visuell eher experimentell, spielt der Regisseur mit den Erwartungen seines Publikums, um diese immer wieder auszuhebeln, und etwas anderes zu zeigen, als man erwartet.

Die Geschichte handelt von der jungen, hochschwangeren Sun-yeoung (Lee Min-jii), die sich eine Auszeit gönnt, und mit einem Taxi von Seoul Richtung Heimatdorf ist, um ihre Mutter zu besuchen. Ihr Taxifahrer (Kim Young-ho) nimmt auf dieser Strecke noch einen Anhalter mit, der sich schon nach kurzer Zeit als überaus mysteriös erweist. Nicht nur, dass er viele Details aus dem Leben des Taxifahrers und der jungen Frau zu kennen scheint, er sagt auch eine Katastrophe voraus, die er mit einem Countdown anzuzählen scheint, und welche sich dann in Form eines grellen Blitzes bestätigt. Als Sun-yeoung erwacht, befindet sie sich alleine im Taxi, kein elektrische Gerät funktioniert, und sie ist auf sich alleine gestellt. Da sie nicht im Taxi bleiben kann, macht sie sich auf den Weg durch die menschenleere Landschaft.

Die DVD von End of Animal, erschienen bei Rapid Eye Movies, und liegt hier im Originalton mit deutschen Untertiteln vor. Bild- und Tonqualität sind auf einem guten Niveau, im Bonussektor findet man lediglich den Originaltrailer.

End of Animal ist ein sehr ruhig erzählter Film, der dialoglastig seine niederdrückende Geschichte erzählt. Durch den Verzicht auf übermäßigen Einsatz technischer Hilfsmittel bei der Inszenierung, so dass er an vielen Stellen beinahe wie ein Dogma-Film wirkt, ist man als Zuschauer gezwungen, sich voll auf die Protagonisten und ihre Geschichte zu konzentrieren.
Regisseur Jo Sung-hee geht in seinem Filmdebüt konsequent seinen Weg, und hält die unangenehme Atmosphäre bis zur absoluten Schmerzgrenze durch. Dabei verweigert er sich an vielen Stellen den Gepflogenheiten des modernen Erzählkinos, um damit auf der einen Seite den Zuschauer zu verunsichern, auf der anderen Seite auch viel Platz für eigene Interpretationen zu bieten. Ein interessanter, aber letztendlich sehr schwer zu greifender Film, der sein Publikum echt fordert.

Christian Funke-Smolka