Evil Words

Evil Words

Evil Words
(I-On New Media/StörKanal)

Die Reihe StörKanal entwickelt sich immer mehr zu einem Begriff für gute, meist anspruchsvolle, aber immer kontroverse Filmveröffentlichungen, die jenseits des Mainstreams versuchen, Geschichten für ein erwachsenes Publikum packend zu erzählen.
Die vorliegende Blu ray ist die kanadische Produktion Evil Words von Regisseur Èric Tessier aus dem Jahre 2003, welche gerade zu Beginn des Filmes ein beklemmendes Gefühl auf Grund der dort gezeigten Bilder und den aktuellen Bezügen hinterlässt.
Die Geschichte beginnt mit einem TV-Bericht über einen bis dahin unbescholtenen Familienvater und Polizeibeamten, der plötzlich seine Waffe zieht, und 11 Schulkinder auf offener Straße erschießt. Kurze Zeit später findet man den erfolgreichen Horrorautoren Thomas Roy, welcher sich erst seine Finger abtrennte, und dann erfolglos versuchte, sich durch einen Fenstersturz das Leben zu nehmen. Der ihn nun behandelnde Psychologe Dr. Paul Lacasse versucht, dem Motiv seines Patienten auf den Grund zu gehen. Bald stellt er fest, dass ein Journalist ebenfalls in dieser Sache Nachforschungen anstellt, und man dabei einem grausamen Geheimnis auf die Spur kommt. Wie kann es sein, dass der Schriftsteller Thomas Roy schlimme Ereignisse schon vor ihrem Geschehen detailgetreu in seinen Geschichten verarbeitet?
Evil Words basiert auf den Roman des Kanadiers Patrick Seneécal (dessen Vorlagen 7 Days und 5150 Elm‘s Way ebenfalls verfilmt wurden. Letztgenannter wurde auch von Regisseur Èric Tessier gedreht, und ebenfalls bei StörKanal veröffentlicht), dessen Werk sich ähnlich gestaltet wie dass seines Kollegen Stephen King. Aus diesem Grunde sind Ähnlichkeiten zu Filmen wie Stark – The Dark Half oder Die Mächte des Wahnsinns nicht zu leugnen, nur dass der vorliegende Film nicht unbedingt die Klasse von Carpenters und Romeros Beiträgen erreicht. Dies liegt dabei aber weniger an den Darstellern, welche allesamt eine Überzeugende Leistung abliefern, als mehr an dem Drehbuch, welches seine Handlung erst recht nüchtern und Dialoglastig, dabei jedoch zum Teil beinahe quälend langsam vorantreibt, später dann jedoch das Tempo spürbar erhöht, dabei jedoch stellenweise die Logik und den Erzählfluss vernachlässigt. Man merkt, dass es sich hier um ein Debüt handelt, da der Regisseur seinen Stil noch finden muss (das er dazugelernt hat, zeigt er ja später in dem beeindruckenden 5150 Elm‘s Way).
ist trotzdem ein harter, teils unangenehmer und fesselnd-faszinierender Film geworden, der es weiß, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Nur im Gesamtblick der StörKanal-Reihe ist es eben ein eher schwächerer Vertreter.
Der Film war unter Anderem als Beitrag in der Official Selection beim Fantasy Filmfest Hamburg 2009 und dem International Film Festival Brussels 2003 vertreten.
Genrefreunde werden mit dem für eine FSK 16 erstaunlich harten Film gut unterhalten, denn auch trotz der genannten Schwächen ist er immer noch ein Beitrag, der sich wohltuend aus der Masse an Veröffentlichungen hervorhebt.

CFS