Extreme Justice - Ein Cop nimmt Rache (FilmArt/Studiocanal)

Extreme Justice – Ein Cop nimmt Rache (FilmArt/Studiocanal)

45774_fDie S.I.S. – Special Investigation Section – ist eine Spezialeinheit des Los Angeles Police Departement. Offiziell existiert die Einheit nicht. Die Behörden streiten ihre Existenz ab. Ihre Aufträge erhalten sie von der Regierung. Die S.I.S.-Einheit wird eingesetzt, wenn die Justiz und der Polizeiapparat versagen. Sie sind bestens ausgebildet und erledigen ihren Job schnell, präzise und meistens endgültig. Der junge Cop Jeff Powers ist wegen seiner brutalen Methoden seiner Behörde ein Dorn im Auge. Nachdem er bei einer Verhaftung den Täter krankenhausreif geschlagen hat, wird er vom Dienst suspendiert. Für Lieutenant Dan Vaughn, dem Chef der S.I.S. ist er genau der richtige Mann. Er wirbt Powers für seine Einheit an. Jeff ist zunächst begeistert, merkt aber bald, dass er einer Truppe von abgebrühten, brutalen Killern angehört. Vor allem sein neuer Boss entpuppt sich als tödliche Kampfmaschine. Als Vaughn bei einem der gefährlichen Einsätze einen Jugendlichen kaltblütig erschießt, kommt es zum offenen Kampf mit Powers…

Meinung zum Film:

Der Filmfreund etwas älteren Semesters, der dem Actiongenre nicht abgeneigt ist und sich sein Filmwissen seit Beginn der 80er angeeignet hat, wird definitiv mit den Genrebeiträgen des Regisseurs Mark L. Lester in Berührung gekommen sein. Einschlägige Klassiker wie „Phantom Kommando“, „Die Klasse von 1984“ oder der nicht ganz so gelungene „Feuerteufel“ gehen auf sein an Filmen nicht armes Konto und erfreuen sich damals wie heute noch großer Beliebtheit.
Im Jahr 1993 widmete er sich einem Thema, welches damals wie heute sowohl aktuell wie brisant ist: Selbstjustiz, in diesem Fall in den Reihen der Polizei. Extreme Justice heißt der Film und handelt von einer Spezialeinheit, die laut Filmeinleitung Mitte der 60er gegründet wurde und sich ohne Kompromisse der persönlichen Rechtsauslegung widmet.bc4c4d262355802.jpg

Extreme Justice ist dabei ein klassischer, überaus unterhaltsamer B-Actionthriller seiner Zeit. Hier wird trotz der brisanten Story kein intellektueller doppelter Boden vorgegaukelt, der erwachsene Zuschauer, der die Geschichte mit etwas vorhandenem Filmwissen inhaltlich schnell durchschaut, bekommt genau das, was er erwartet, nämlich solide inszenierte, temporeiche Actionszenen mit einem gehörigen Thriller-Anteil und überzeugenden Schauspielern. Lester zeigt in seinem letzten für die große Leinwand inszenierten Film, was er am Besten kann, harte, schnell inszenierte Action als Bestandteil eines klar strukturierten Genrekonstrukts zu integrieren. Hier treffen wir auf griffige Charaktere, die ihre teils dunklen Triebe in Form einer frei auslegbaren Justiz ausleben, nur um im Verlauf der Geschichte Methoden und Ambitionen zu hinterfragen und Stellung beziehen zu müssen. Als Identifikationsfigur dient hier die Figur des Polizisten Jeff Powers (Lou Diamond Philipps), der angezogen von dieser Form der offen ausgelebten Selbstjustiz angezogen bald erkennen muss, das die Grenze zwischen Ermittler und Verbrecher teils erschreckend schwammig ist und man als eigentlich der Justiz zugehörigen Institution an einem gewissen Punkt selbst zu einem Teil des Problems wird.

2087917,MRum1fCz2O6_eLuS_9LWpLPsl+_dc+gypBT4ClHIYRvY+4oH_fbEpRbtj4Zub5e6jEcDMsJxX_yLRqxCvaC3fg==Hier vorliegend haben wir erstmals eine deutsche unzensierte DVD-Veröffentlichung des mit Scott Glenn, Lou Diamond Philipps, Yaphet Kotto und Andrew Divoff sehr gut besetzten Genrefilms Extreme Justice, den uns Film Art in einer gelungenen, auf 1000 Stück limitierten Veröffentlichung präsentiert. Bild und Ton sind auf einem guten Niveau, auffallend ist die überaus gelungene Synchronisation. Aber auch im Bonusbereich kann die Veröffentlichung überzeugen, denn hier findet der geneigte Zuschauer neben einer exklusiven Einleitung von Regisseur Mark L. Lester noch die deutschen Titel- und Endtafeln, den Originaltrailer und eine Programmübersicht, ein informatives, umfangreiches und sehr persönlich geschriebenes Booklet von Oliver Nöding rundet das Gesamtpaket perfekt ab.

Extreme Justice belegt überzeugend, was der Zuschauer an den Filmen des Regisseurs Mark L. Lester schätzte. Straff und punktgenau inszeniert ist der Film ein ehrlicher, geradliniger Beitrag, der gut, hart und spannend unterhält und hier dank Film Art in einer soliden Veröffentlichung vorliegt.

Christian Funke-Smolka