"F.I.S.T. - Ein Mann geht seinen Weg" (Koch Films) +++Rezension & Gewinnspiel+++

„F.I.S.T. – Ein Mann geht seinen Weg“ (Koch Films) +++Rezension & Gewinnspiel+++

Regie:
Norman Jewison

Darsteller:
Sylvester Stallone, Rod Steiger, Peter Boyle u.a.

Hilfsarbeiter Johnny Kovak (Sylvester Stallone) wird nach einem von ihm initiierten Streik im Cleveland des Jahres 1937 von der Fernfahrergesellschaft F.I.S.T. engagiert, um deren Belange bei den Arbeitgebern durchzusetzen. Hier nutzt der einst unbestechliche Working Class Hero bald schon seine Verbindungen zum Organisierten Verbrechen, um die Position der Gewerkschaft zu stärken. Der Beginn einer bedrückenden Abwärtsspirale, während der Kovak zunehmend alte Ideale aus den Auge verliert und bald schon zu dem wird, was er ursprünglich bekämpft hatte.

Inszeniert vom insgesamt fünf Mal Oscar®-nominierten Norman Jewison („Rollerball“, „In der Hitze der Nacht“) darf Sylvester Stallone in der Rolle eines streitbaren Gewerkschaftsführers weiter an seinem Working-Class-Image schrauben und in direkter Nachfolge von „Rocky“ erneut seine ganze Klasse zeigen. Ihm zur Seite stehen nicht nur Hollywood-Schwergewichte wie Rod Steiger und Brian Dennehy, sondern u. a. auch der spätere Red Hot Chili Peppers-Sänger Anthony Kiedis, die allesamt dafür sorgen, den atmosphärisch dichten Streifen zu einem Musterbeispiel des New-Hollywood-Films werden zu lassen.

© Koch Films

Meinung zur Veröffentlichung:

Sylvester Stallone ist ein Schauspieler, dem man Unrecht täte, würde man ihn lediglich auf seine eher wenig wortgewandten Actionrollen der 1980’er Jahre reduzieren. Denn gerade Mitte der 70’er zeigte er sich in einer Reihe anspruchsvoller Rollen, in denen er gerne den volksnahen und kämpferischen Underdog gab. Als er 1976 mit dem auf seinem Drehbuch basierenden Boxerfilm Rocky Weltruhm erlangte, erhielt er zahlreiche ähnlich gelagerte Rollenangebote, er entschied sich jedoch für den hier vorliegenden F.I.S.T. – Ein Mann geht seinen Weg von Regisseur Norman Jewison (The Thomas Crown Affair). Das Drehbuch stammte aus der Feder von Autor Joe Eszterhas, der hier sein Debüt gab und später mit Flashdance und Basic Instinct Filmgeschichte schrieb. Der ungarisch-amerikanische Eszterhas war zu dieser Zeit Journalist beim Magazin Rolling Stone und plante nach eigener Aussage, einen großen, komplex angelegten amerikanischen Roman zu schreiben. Da er jedoch nicht weiterkam, gleichzeitig jedoch Anfragen für Drehbücher vorliegen hatte, nutzte er seine Ideen, um sie in seinem Debüt zu verarbeiten. Auf die Zustände bei der amerikanischen Transportarbeitergewerkschaft der Teamsters, insbesondere unter ihrem Präsidenten Jimmy Hoffa (der im Juli 1975 spurlos verschwand und sieben Jahre später offiziell für tot erklärt wurde), anspielend, schuf er mit der Figur des ehemaligen Hilfsarbeiters Johnny Kovak (Sylvester Stallone), der sich erst zum Sprachrohr seiner Arbeitskollegen und später zum Gewerkschaftsführer hocharbeitet, eine Figur, die sinnbildlich für die Korruption durch Macht steht.

Stallone, der das Drehbuch in eine filmtaugliche Form stutzte (die ursprüngliche Version wäre ein mehr als sechs Stunden langer Film geworden), füllt seine Figur leidenschaftlich mit Leben und liefert eine wirklich überzeugende Leistung. Auch inszenatorisch gibt es wenige Gründe zu meckern, da Jewison eine dreckig-authentische Optik wählt, dem Film und seinen Figuren genügend Raum zur Entfaltung schenkt und einen sowohl erzählerisch, als auch künstlerisch ansprechend Film präsentiert. Doch leider war ihm damit kein großer Erfolg gegönnt. Ob es am Thema, der zeitlichen Nähe zu den realen Geschehnissen, oder der sehr ruhigen, beinahe bedächtigen Inszenierung lag, vermag ich nicht zu beurteilen. Wer jedoch einen interessanten, in seiner ersten Filmhälfte durchweg meisterhaften Film mit einem faszinierenden Hauptdarsteller sehen möchte, sollte unbedingt einen Blick riskieren.

 

 

Trailer: © Danios12345

F.I.S.T. – Ein Mann geht seinen Weg (Originaltitel: F.I.S.T., USA 1978) erscheint bei Koch Films erstmals in der komplett ungeschnittenen Originalfassung auf DVD und Blu-ray. Mir lag zur Ansicht die DVD vor, die den Film in der 139 Minuten langen Fassung präsentierte, auf Blu-ray wird es zudem noch die deutsche Kinofassung geben. Bild (1,85:1) und Ton (Deutsch & Englisch: Dolby Digital 2.0) waren auf einem soliden Niveau, die Fehlstellen waren im Originalton mit deutschen Untertiteln. Im Bonusbereich befanden sich der Trailer, eine Bildergalerie, so wie ein siebzehnminütiges Featurette mit Interviews mit Norman Jewison und Autor Joe Eszterhas.

F.I.S.T. – Ein Mann geht seinen Weg ist eine atmosphärisch gelungene, darstellerisch starke Studie über eine tragische Figur, die in ihrem Idealismus vom richtigen Weg abgekommen in alten Mustern gefangen bleibt und hart gestraft wird. Ein sehr ruhiger, jedoch intensiver und stellenweise beeindruckender Film, der die darstellerische Bandbreite seines Hauptdarstellers eindrucksvoll belegt!

Gewinnspiel:

Ich freue mich, zum Heimkinostart von „F.I.S.T. – Ein Mann geht seinen Weg“

2 x die Blu-ray

verlosen zu können.

Frage:
Was ist euer liebster Norman Jewison – Film?

Wer mir bis zum 25. Januar 2018 eine Mail mit dem Betreff „F.I.S.T.“ (plus der Anschrift & der Antwort) an:

christian@wewantmedia.de

schickt, das Gewinnspiel freiwillig auf Facebook mit jemandem teilt, dem das auch gefallen könnte und mir, wer mag, noch ein “gefällt mir” auf meiner Facebook – Seite (https://www.facebook.com/wewantmedia) gibt, nimmt an der Verlosung teil!

Bestimmt durch die Reihenfolge der Teilnahme bekommt jeder Teilnehmer eine Nummer zugeordnet, über den oder die Gewinner/in entscheidet ganz unparteiisch und unbestechlich Random.org.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, der/die Gewinner/in wird zeitnah benachrichtigt und unter diesem Post genannt.

Herzlichen Glückwunsch! Die Gewinner stehen  fest und wurden per Mail informiert. Die Filme sind bereits auf dem Weg, viel Spaß damit! Allen anderen Teilnehmenden meinen herzlichen Dank für die große Resonanz und viel Glück beim nächsten Gewinnspiel!

Christian Funke