Faszination Poker - Die Welt des Pokerfilms

Faszination Poker – Die Welt des Pokerfilms

bubedamekniggras_coverd8s6Wenn Begriffe wie „Dealer“, „Pot“, High“ oder „Low“ fallen, mag der Unkundige denken, er befinde sich mitten in einem Drogengeschäft, der Kundige jedoch weiß, dass es sich eigentlich nur um eines handeln kann: POKER!

Das Pokerspiel gibt es ja schon seit mehreren hundert Jahren (einige Vorläufer gehen bis in das 16. Jahrhundert zurück), aber erst Anfang bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Regeln verfeinert und es entstanden verschiedene Variationen dieses Kartenspiels. Seinen Boom erlebte es dann Anfang der 1970er Jahre mit dem Beginn der „World Series of Poker“.
Als 2003 der Amateur Chris Moneymaker die „World Series of Poker“ als Gewinner verließ, erreichte die Euphorie ihren Höhepunkt. Dies führte zu einer starken Verbreitung des Spiels und war nun auch in anderer Form anzutreffen. Immer öfter war Poker auch ein zentraler Bestandteil in Film und Fernsehen, zum Beispiel in Sitcoms wie Kings of Queens, Desperate Housewives oder Malcolm Mittendrin, oder Filmen wie dem Klassiker Rounders mit Matt Damon oder Casino Royal, dem ersten James Bond mit Daniel Craig.
Eine interessante Seite zum Thema Poker in Kinofilmen findet man hier

Mein persönlicher Favorit jedoch ist das Regiedebüt des Briten Guy Ritchie (Snatch, Sherlock Holmes) aus dem Jahr 1998: Bube, Dame, König, grAS (Originaltitel: Lock, Stock & Two Smoking Barrels), ein Film, der gleichzeitig auch das Debüt des Schauspielers Jason Statham (The Transporter, Parker, The Expendables) darstellte.

Bube, Dame, König, grAS ist ein Film, der sich um eine Gruppe von vier Freunden dreht, deren Lebensinhalt kleine Betrügereien sind, mit denen sie sich über Wasser halten. Als sie von der illegalen Pokerrunde eines ortsansässigen Mafiabosses namens „Hackebeil“ Harry Lonsdale hören, bei der man offensichtlich eine hohe Summe gewinnen kann, ist den Freunden sofort klar, dass sie hier natürlich mitspielen müssen. Einziges Problem: das Startkapital beträgt 100.000 Pfund! Da Eddy unter den Freunden als sehr guter Pokerspieler bekannt ist, versucht man das benötigte Geld trotzdem zusammenzubekommen.pic-23347
Doch da die Pokerfreunde des Mafiabosses nicht unbedingt für ihre Ehrlichkeit bekannt sind, verliert Eddy alles und steht am Ende mit 500.000 Pfund Schulden in der Kreide. Nun gilt es, eine andere Möglichkeit zu finden, um das dringend benötigte Geld zu besorgen.
Zufälligerweise belauscht man die kriminellen Nachbarn bei ihrer Planung eines Deals, doch dies löst letztendlich eine Kettenreaktion aus, die für alle Beteiligten eher unschön, für den Zuschauer jedoch extrem unterhaltsam ist.

Bube, Dame, König, grAS kann eigentlich nur sekundär in die Gattung Pokerfilm einsortiert werden, jedoch ist das Spiel neben der gelungenen Darstellung im Film der Ursprung aller nachfolgenden Aktionen im weiteren Story-Verlauf und gilt für mich aus diesem Grund dem Genre zugehörig.

Die intelligente Verknüpfung der Geschichte, grandiose und äußerst spielfreudige Darsteller und eine perfekte Regie machen den Film deshalb zu einem der unterhaltsamsten und lässigsten Thriller der letzten Jahre, der zudem auch einige der wohl ausdrucksstärksten Pokerszenen der Filmgeschichte beinhaltet. Ein rundum gelungener Filmspaß, nicht nur für Pokerfreunde!

Christian Funke-Smolka