Film und Fernsehen ziehen um - wie Streamingdienste die Medienwelt aufmischen

Film und Fernsehen ziehen um – wie Streamingdienste die Medienwelt aufmischen

Unsere Lieblingsfilme kaufen die meisten von uns schon lange nicht mehr auf DVD und auch nicht auf Blu-Ray. Streaming heißt der neue Trend, der die Welt der Filme und des Fernsehens seit einer Weile nun ordentlich auf den Kopf gestellt hat. Filme mit Werbeunterbrechung im Fernsehen anzuschauen, kommt heute kaum noch jemandem in den Sinn. Pünktlich zur Prime-Time vor dem Fernseher zu sitzen, um eine Folge der Lieblingsserie zu sehen, wird auch immer unüblicher. Stattdessen schalten wir Netflix, Amazon Prime Video und Co. ein – Fernsehen und Filme on Demand, wann und wo wir möchten. Das Angebot der Dienstleister wird immer breiter, die Anzahl der Anbieter immer größer, einige Filme und Serien, wie etwa „Amazon Original“ oder auch diverse Sportprogramme gibt es inzwischen sogar ausschließlich auf den jeweiligen Streamingdiensten. Bald kommt auch noch ein eigener Disney-Streamingdienst heraus und sogar die Bundesliga wird jetzt gestreamt. Brauchen wir bald sämtliche Abos, um auch alle unsere Serien und Filme zu sehen?

Der Markt wird immer größer

Schon seit einer Weile übernehmen die Streamingdienstleister wie Netflix, Maxdome und Amazon Prime Video langsam aber sicher die Art und Weise, wie wir Filme anschauen und fernsehen. Laut einer Marktprognose von Statista gibt es bereits über 20 Millionen Menschen in Deutschland, welche die Dienste der Streaminganbieter auf Abobasis nutzen. Bei dem überwältigenden Angebot und dem hohen Maß an Flexibilität, welche die Services bieten, ist das auch nicht verwunderlich. Netflix ist in Deutschland der unangefochtene König, auf dem zahlreiche Filme und Serien tagelanges Filme- und Seriengucken ermöglichen. Auch Amazon Prime Video ist hierzulande äußerst beliebt, Hitserien wie Game of Thrones sind hier zu Hause. Der Markt wird jedoch immer größer, besonders in den USA etablieren sich weitere Anbieter, wie etwa Hulu und HBO – und es werden mehr. Disney bringt eine eigene Plattform namens Disney+, Apple ebenfalls mit Apple TV+. Auch HBO und Warner planen einen neuen Dienst, der Ende 2019 an den Start gehen und weltweit ausgerollt werden soll.

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Filme aus eigenem Hause

Mit der zunehmenden Anzahl der Anbieter geht der Streit um die Rechte an den Filmen und Serien los. Sobald Disney+ an den Start geht, werden berühmte Disney-Filme, darunter auch sämtliche Marvel- und Star-Wars-Filme, nicht mehr auf Netflix zur Verfügung stehen. Dies ist dann natürlich der wichtigste Verkaufspunkt für den neuen Dienst von Disney. Mit diesem Druck kreieren die Anbieter jedoch immer mehr Filme selbst. „Netflix Original“-Filme sind etwa Bird Box oder Auslöschung, sowie die deutsche Serie Unorthodox, die aktuell in Berlin gedreht wird. Um wirklich alles zu sehen, braucht man bald bei sämtlichen Anbietern die entsprechenden Abos.

Auch Sport wird gestreamt

Neben Serien zieht auch ein weiterer wichtiger Teil des Fernsehens in die Streamingdienste. Während die Bundesliga schon seit Langem nur auf dem Pay-TV-Kanal Sky live zu sehen war, muss nun auch der Platzhirsch unter den Sportsendern Platz für die Streaming-Konkurrenz machen. Ab dieser Saison werden 40 der Bundesligaspiele live auf der Online-Plattform DAZN gestreamt. Wer also alle Spiele live verfolgen möchte, braucht neben Sky nun auch das DAZN-Abo. So hat man die Gelegenheit, live zuzuschauen und zudem das Angebot der Live-Sportwetten von Wettanbietern wie bet365 zu nutzen und in Echtzeit auf den Ausgang der spannendsten Bundesligaspiele zu setzen. Sky versucht bereits mit dem Streaming-Hype mitzuhalten und hat mit Sky Ticket ein neues Abo auf Lager, mit dem man auch von unterwegs schauen kann. Ob sich DAZN wohl in Zukunft noch mehr Rechte sichern kann?

Die Welt der Medien befindet sich in einem radikalen Wandel, während die Streamingdienste in sämtlichen Bereichen langsam, aber sicher das Ruder übernehmen. Aktuell sind es noch in erster Linie Netflix und Amazon, die sich um den Thron schlagen. Bald kommen jedoch schon jede Menge weitere Player auf den Markt. Wir sind gespannt.

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