Forgotten Silver – Kein Oscar für Mr. McKenzie (Koch Media)

Forgotten Silver – Kein Oscar für Mr. McKenzie (Koch Media)

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Mit dem „Herr der Ringe“ Peter Jackson widmet sich der größte Neuseeländische Regisseur aller Zeiten seinem legendären Vorgänger Colin McKenzie. Dass jener niemals existiert hat, spielt dabei keine Rolle in dieser frühen 514b5DRujKLMockumentary, die selbst als vergessener Goldschatz im Schaffen Peter Jacksons gelten darf.
U. a. Peter Jackson selbst, Sam Neill, Produzentenlegende Harvey Weinstein und Kritikerikone Leonard Maltin sind zu sehen in dieser genial konstruierten alternativen Filmgeschichte, nach der ausgerechnet ein unbekannter Neuseeländer für die frühen Innovationen der Filmgeschichte verantwortlich sein soll. Ein Fest für Freunde des abseitigen Humors oder das am besten gehütete Geheimnis der Filmgeschichte?

Obwohl Peter Jackson spätestens seit seinem grandiosen Herr der Ringe – Erfolg jedem Filmfreund ein Begriff sein dürfte, ist sein Frühwerk, die 1995 entstandene Fake-Dokumentation Forgotten Silver – Kein Oscar für Mr. McKenzie kaum einem Filmfan bekannt. Dass sich dies nun ändert, verdanken wir dem Liebhaber-Label Koch Media, die diese kleine Perle nun in der angemessenen Form veröffentlichen.

Die Blu-ray präsentiert den knapp einstündigen Film in einer guten Qualität, der Ton liegt dabei in Dolby Digital 2.0 in Deutsch und Englisch vor. Zusatzmaterial findet der interessierte Zuschauer in Form eines Audiokommentars mit Peter Jackson und seinem Regiepartner Costa Botes, entfernten Szenen und dem etwa zwanzig Minuten langen Making of „Behind The Bull“.

Peter Jackson und Costa Botes ist mit Forgotten Silver – Kein Oscar für Mr. McKenzie ein kleines Kunststück gelungen. Mit dem ihnen eigenen spleenigen Humor erzählen sie anhand von „Archivmaterial“ die Geschichte des wohl größten neussländischen Filmemachers Colin McKenzie, der Monate vor den Gebrüdern Wright im Jahr 1903 den ersten Flug eines Menschen mit seiner Kamera filmte, und lange vor dem Rest der Kinowelt mit Farbfilm experementierte. Auch der erste Blockbuster geht auf sein Konto, doch habe er sich dabei so verschuldet, dass er aus Neuseeland verschwinden musste und fortan als Front-Kameramann im spanischen Bürgerkrieg zu finden war. Da die Welt nicht bereit gewesen sei für McKenzies großen 512Sk8+NtRLIdeen, sei sein Name in Vergessenheit geraten. Beweise werden durch das eben erwähnte „Archivmaterial“ geliefert, untermalt wird die Dokumentation zusätzlich durch Interviews mit australisch/ neuseeländischen Schauspielern wie zum Beispiel Sam Neill.

Forgotten Silver – Kein Oscar für Mr. McKenzie ist eine der besten und unterhaltsamsten Mockumentaries, die locker neben den ganz Großen wie etwa „Spinal Tap“ bestehen kann. Man merkt den Regiesseuren ihre Liebe zum Film, aber auch das Wissen über die Manipulierbarkeit des Publikums deutlich an, was wiederum den Reiz von Forgotten Silver ausmacht. Ein unterhaltsamer und herrlich absurder Spaß, den man sich nicht entgehen lassen sollte!

Christian Funke-Smolka