Frozen – Eiskalter Abgrund (Universum Film)

Frozen – Eiskalter Abgrund (Universum Film)

So sehr ich Regisseur Adam Green als sympathische Person schätze, musste ich trotzdem einräumen, dass sein vielgehypter Hatchet mich nicht restlos überzeugen konnte (die Fortsetzung kenne ich noch nicht). Aus diesem Grund ging ich auch frozengewinnmit der entsprechenden Erwartungshaltung an Frozen heran, ein wenig Neugier ohne zu hohe Erwartungen. Das die Geschichte sich auf den ersten Blick auch nicht als besonders innovativ interpretieren ließ, steigerte meine Neugier auch nicht wirklich.
Nun gut, kommen wir zum Film. Frozen startet wie ein typischer, langweiliger, auf Teens zugeschnittener Genrebeitrag. Drei eher unsympathische Schönlinge, zwei davon männlich, treffen sich zum gemeinsamen Skifahren. Man benimmt sich doof, arrogant und liefert dumme Dialoge. Vor meinem inneren Auge hatte ich hier meine geistigen Schublade schon geöffnet, in welche der Film verschwinden würde.
Doch Moment… hier beginnt der Hauptteil des Filmes, und unsere Protagonisten befinden sich in einer sehr unangenehmen Situation, nämlich spät abends alleine in einem festsitzenden Skilift. An dieser Stelle zu viel zu verraten würde der (zugegeben) nicht ausufernde Geschichte ihren Reiz nehmen! Aber was der Film hier vollzieht ist eine satte 180° Drehung, denn plötzlich fühlt man mit den sich realistischer verhaltenden Charakteren, und dadurch entsteht eine sogartige Spannungskurve, die auf konstant hohem Niveau gehalten wird. Selbst die Dialoge, sind sie auch manchmal ein wenig dünn, tun dem keinen Abbruch, sondern bringen dem Zuschauer die Protagonisten noch näher, wodurch ihre Situation noch schmerzhafter erscheint.
Der Verzicht von phantastischen oder Genretypischen Elementen gibt dem Film eine beinah realistische Note, die den Schrecken umso extremer zum Zuschauer trägt. Wenige, aber gezielt eingesetzte drastische Goreelemente geben dem Film zusätzlich noch eine lang anhaltende Intensität.frozen_01
Somit ist Frozen definitiv ein Film, den ich jedem Fan ans Herz legen will. Im Bonusbereich sind neben einem sehr ausführlichen Feature namens “Beating The Mountain – Surviving Frozen” die obligatorischen Deleted Scenes und eine Trailershow enthalten.
Man kann Frozen ein eigentlich recht dünnes Storygrundgerüst vorwerfen. Auch die teils für das Genre typischen Dialoge können so manchem Filmfan übel aufstoßen. Aber ähnlich dem damals eingeschlagenen Open Water bietet Frozen mit einem minimalen Szenario maximales Spannungskino auf sehr gutem Niveau, und ist damit ein Psycho-Horror, den ich wärmstens (was für ein Wortwitz bei dem Titel) empfehlen kann.

Christian Funke-Smolka