Gallowwalkers  (Ascot Elite Home Entertainment)

Gallowwalkers (Ascot Elite Home Entertainment)

51u2eK+hsKLEin Fluch liegt auf Aman. Alle, die durch seine Kugel sterben, kommen zurück. Erst wenn sie ihren Kopf verlieren, sind sie für immer erledigt. Auch die fünf Männer, die seine große Liebe vergewaltigt und geschwängert haben, erheben sich wieder von den Toten. Jetzt soll die Rache auf ihrer Seite sein. Sie sammeln ein Heer von Untoten für das letzte Gefecht. Zu viele für einen einzelnen Mann. Aman rettet deshalb den jungen Sträfling Fabulos vor dem Galgen und bietet ihm einen gut bezahlten Job an: Er erwartet die Zombies am Schlachthaus seiner Ziehmutter, wo er seine Stiefschwester Sueno lieben gelernt hatte. Sie war bei der Geburt des Bastards in ihrem Leib gestorben. An dem Ort, an dem alles begann, soll es auch zu Ende gebracht werden …

BLADE IS BACK!

Gallowwalkers gegen den Daywalker! Nachdem Wesley Snipes als Blade seine Fähigkeit, es mit gefährlichen Abgesandten aus dem Schattenreich aufzunehmen, gleich dreifach bewiesen hat, tritt er nun mit dem Colt gegen eine Bande von Zombies an. Doch diese bösartigen Untoten sind alles andere als debil vor sich hin rottende Menschenfleischfresser.

Anführer Kansa und seine Gefolgs“männer“ haben den Finger schnell am Abzug und sind höchst wendige und erfindungsreiche Gegner. Das Produktionsdepartment hat sich für diesen Zombie-Western einen coolen und bizarren Look einfallen lassen. Jede der individuell gestylten Kreaturen ist bis zu ihrem endgültigen blutigen Ende eine horrormäßige Augenweide, ebenso wie Wesley Snipes als mitleidsloser Revolverheld besticht. Wer auf harte Genre-Adaptionen wie Takashi Miikes „Sukiyaki Western Django“ steht und die staubige Endzeitwelt von „Mad Max“ liebt, wird bei den GALLOWWALKERS sicher fündig werden!

Meinung zum Film:

Der Schauspieler Wesley Snipes war über Jahre einer der populärsten Darsteller der Action-Szene, auf dessen Konto einige der besten Genre-Beiträge wie etwa die Blade-Trilogie gehen. Seit geraumer Zeit jedoch hat sich der Mann erst von den Kinoleinwand (abgesehen von der großartigen „Brooklyn’s Finest“ – Ausnahme) verabschiedet um sich einigen, teils auch von ihm produzierten Direct-to-Video – Veröffentlichungen zu widmen, später dann verschwand er wegen einer längeren Haftstrafe auch von diesem Markt. Nun, zwei Jahre später, meldet er sich mit dem von Andrew Goth (Cold and Dark) inszenierten Horror-Western Gallowwalkers zurück.

Auch wenn einem die Werbung weismachen will, dass Blade zurück ist, so hat der vorliegende Gallowwalkers so gar nichts mit dieser Reihe zu tun. Snipes mimt hier den sowohl humor- als auch emotionslosen Aman. Dieser ist ein geheimnisvoller Killer mit dunkler Vergangenheit, der verflucht ist. Alle von ihm gemeuchelten kehren zurück und verfolgen ihn nun als Untote, die sein Leben wollen. Um diesen Zombies entgegentreten zu können, benötigt er somit Hilfe. Ein Kampf auf Leben und Tod beginnt…

Was dem erwachsenen Film-Freund mit Gallowwalkers geboten wird, ist ein Genre-Bastard erster Güte. Im Western-Ambiente tummeln sich die Untoten in einer kruden Rache-Story, die so manchen seiner Protagonisten den Kopf (auch mal mit anhängender Wirbelsäule) kosten wird. Für Blut und Gekröse ist also für die Gorehounds unter uns gesorgt. Jedoch in den restlichen Punkten kann der Film nur bedingt überzeugen. Wesley Snipes spielt seine Rolle spürbar desinteressiert, die zum Teil handgefertigten Effekte sind überaus gelungen, gehen jedoch in einer zu sprunghaft erzählten Geschichte etwas verloren.51lfLaxSiSL

Gallowwalkers erscheint erfreulicherweise unzensiert bei Ascot Elite Home Entertainment. Die Blu-ray, die in einem Schuber ausgeliefert wird, bietet eine gute Bild- und Tonqualität, der Bonusbereich ist mit acht Interviews, einer etwa 16 Minuten langen B-Roll, dem Originaltrailer und einer Programmübersicht ganz passabel ausgestattet.

Gallowwalkers ist ein blutiger, etwas trashig wirkender Genre-Beitrag, der kurzweilig unterhaltsam ist, sich jedoch streckenweise etwas zu ernst nimmt. Die Inszenierung von Regisseur Andrew Goth wirkt an einigen Stellen etwas unbeholfen, außerdem gelingt es ihm zu selten, seine Geschichte stringent zu einem Punkt zu führen und dabei seinen Hauptdarsteller mit seinem Charisma und seiner Präsenz visuell wirksam einzufangen. Somit ist Gallowwalkers ein zwar unterhaltsamer und mit seinen teils handgemachten Effekten sehr blutiger Genrebeitrag, der jedoch durch seine Inszenierung nicht über ein gutes Mittelmaß hinauskommt.

Christian Funke-Smolka