Gaming-Kultur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen:

Gaming-Kultur im öffentlich-rechtlichen Fernsehen:

Redaktionsleiterin Valentina Hirsch erklärt die Idee hinter dem Format „Pixelmacher“

 

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8-Bit-Konzerte, die Gaming-Kultur in Japan oder die Frage nach dem Gruselfaktor in Horrorgames – das sind Themen, die tatsächlich – von vielen nach wie vor unbemerkt – im öffentlich-rechtlichen Fernsehen behandelt werden. Auf dem kleinen aber feinen Spartensender ZDF.kultur haben nämlich die „Pixelmacher“ ihr zuhause gefunden, die regelmäßig über Videospielkultur berichten. Wie es dazu kam und welchen Anspruch die Sendung an sich selbst stellt – darüber haben wir ein Gespräch mit Redaktionsleiterin Valentina Hirsch geführt.

Die ursprüngliche Idee zur Sendung

„Unsere erste Idee war so etwas wie ein „literarisches Quartett“ – wir wollten uns wirklich ganz vielen Hintergrundthemen intensiv widmen“, berichtet Pixelmacher-Redaktionsleiterin Valentina Hirsch. Einige der heutigen Redakteure hatten vorher bereits zusammen beim 3sat-Format „neues“ gearbeitet. Dort hatten sie immer wieder interessante Interviewpartner, wie zum Beispiel Peter Molyneux. Schnell kam die Idee auf, dass man daraus noch mehr machen könnte: „Wir haben uns vorgestellt, dass man sich ein Thema sucht und ganz stark in die Tiefe geht. Und dann haben wir eigentlich immer wieder ein bisschen von Vorne angefangen: Haben uns überlegt, ob wir eine moderierte Sendung machen, ob wir auch noch Netzkultur-Themen dazu nehmen, und haben im Grunde genommen an ganz vielen Baustellen gleichzeitig gearbeitet. Wir haben es voll ausgekostet, dass man uns Freiheit zum Experimentieren gelassen hat und wir nicht jede Woche die gleiche Sendung abliefern mussten“, erzählt Valentina Hirsch.

Von Aktualität und Tellerrändern

Von den Zuschauern kam von Anfang an viel Feedback zu den ersten Sendungen und so prägte sich nach und nach das heutige Format aus. Pixelmacher beschäftigt sich mit der Videospielkultur als Ganzem. Das heißt, die Sendung will mehr leisten, als nur aktuelle Spiele besprechen. Letzteres tun viele Onlineportale nämlich sehr gut und schnell. Stattdessen überlegen die Pixelmacher bei jedem Thema, welchen Mehrwert sie bieten, wie und wo sie hinter Kulissen gucken können. Sie wollen weder den „Erklärbär“ geben, noch sich ausschließlich auf die großen Blockbuster konzentrieren. Valentina Hirsch erklärt: „Wir versuchen, immer eine klare Haltung einzunehmen, egal worum es geht. Wir lieben Videospiele in all ihrer Unterschiedlichkeit. Sei es Trash-Kultur aus Japan, Monster-Metzeleien, oder handgemachte Pixel-Kunst. Konkret sieht das so aus, dass wir uns ein Schwerpunktthema suchen, um es dann in verschiedenen Beiträgen zu vertiefen. Wir wollen auch aktuelle Themen und Diskussionen im Auge behalten, uns aber nicht allein von den Release-Terminen der Blockbuster die Themenplanung diktieren lassen. Uns geht es darum, einfach mehr über den Tellerrand hinaus zu schauen.“

Videospieler als Publikum

Valentina Hirsch

Valentina Hirsch

Videospieler sind ein anspruchsvolles, gut informiertes Publikum. Das ist die Herausforderung an einem Format wie Pixelmacher. „Deshalb müssen wir uns bei vielen unserer Themen auch genau überlegen, welchen Mehrwert wir bieten können. Das Internet können wir schließlich in Sachen Geschwindigkeit niemals überbieten“, gibt Valentina Hirsch offen zu. Der Mehrwert kann dabei in starker Hintergrundberichterstattung liegen, also dass die Redakteure Leute besuchen, mit Menschen reden, vor Ort sind und all diese Eindrücke filmen. „Dabei mussten wir uns erst darauf einlassen, von diesen klassischen Magazinbeiträgen Abstand zu gewinnen“, erzählt die Redaktionsleiterin: „Ein Gaming-Magazin muss viel mehr eigene Kommentare und Haltungen zeigen, weil das Videospielpublikum dies unserer Erfahrung nach fordert. Diese müssen wiedergespiegelt werden, ohne dass man sich dabei allerdings irgendwie anbiedert.“

Die Zukunft der Sendung

Die Pixelmacher wollen auch in Zukunft in spannende Themen aus der Videospielwelt tiefer eintauchen. Wichtig ist ihnen dabei vor allem eines: „Wir wollen bei aller Ernsthaftigkeit auch den Spaß nicht vergessen“, schildert  das Credo der Redaktion. „Denn das ist ja nun für Videospiele auch ein wichtiges Kriterium: Sie müssen Spaß machen.“

Wer nun neugierig geworden ist, kann sich die bisherigen PIXELMACHER-Sendungen in der ZDF-Mediathek kostenlos in voller Länge ansehen:

http://www.zdf.de/ZDFmediathek/hauptnavigation/startseite/#/kanaluebersicht/1328644/sendung/Pixelmacher

Ab dem 4. Februar sind die Pixelmacher außerdem wieder regelmäßig mit neuen Folgen aus der faszinierenden Welt der Videospielkultur zu sehen – auf ZDF.kultur und nach Erstausstrahlung immer auch in der ZDF-Mediathek.