Gangsters (Koch Media)

Gangsters (Koch Media)

51lmsF1PYULVerbrecher. Superstar. Liebling der Medien

Weltkriegsveteran Edwin Boyd hat nach dem Zweiten Weltkrieg Probleme, sich wieder in die Gesellschaft einzufügen und für Frau und Kinder zu sorgen. Bis er seine Hollywoodträume im wirklichen Leben in die Tat umsetzt und mit der Boyd-Gang zum gefürchteten Bankräuber und Medienliebling aufsteigt. Doch der plötzliche Ruhm hat seinen Preis…

Basierend auf einer wahren Geschichte ist es Regiedebütant Nathan Morlando gelungen, eine eindrucksvolle Besetzung um sich zu versammeln. Scott Speedman („Underworld“), Kelly Reilly („Sherlock Holmes“) und Kevin Durand („X-Men Origins: Wolverine“) brillieren in einem klassischen Gangsterstoff, wie ihn sonst nur Hollywood schreiben könnte. Oder eben das wahre Leben.

Meinung zum Film:

Eines der Genres, welches immer wieder für einen angenehmen Filmgenuss sorgt ist das des klassischen Gangsterfilms. Seit Jahrzehnten entstehen hier in regelmäßigen Abständen Beiträge, die in ihrer Struktur zwar recht ähnlich, aber immer wieder für gute und trotzdem abwechslungsreiche Unterhaltung sorgen. Koch Media veröffentlich hier das Regiedebüt von Nathan Morlando, der sich der Biografie des im Jahr 1914 geborenen und 2002 verstorbenen kanadischen Bankräubers Edwin Alonzo Boyd annahm und dessen kriminelle Karriere, aber auch die Auswirkun412YMs9GwoLgen auf sein Privatleben darstellt. Scott Speedman gelingt dabei eine sehr persönliche und facettenreiche Darstellung des Bankräubers, der nach seiner Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg versuchte, sich in die Gesellschaft einzugliedern und aus Geldmangel seinen ersten Bankraub verübte. Kontakte zu anderen Räubern ließen schnell die gefürchtete Boyd-Gang entstehen, die sich selbst während ihrer Gefängnisstrafen als sehr trickreich erwiesen und somit schnell wieder ausbrechen konnten. Ihre Dreistigkeit und das Charisma ihres Anführers machen diesen schnell zum Medienstar. Doch dieser Ruhm hat nicht nur seine positiven Seiten.

Regisseur Nathan Morlando präsentiert uns mit Gangsters einen solide und stilsicher inszenierten Film, der neben dem primären Genre des Gangsterfilms, wie es der Titel ja schon sinnigerweise vermittelt, durch seine emotionalen und dramatischen Anteile ein komplexeres als auch tiefergehendes Bild eines Mannes darstellt, als dies mit den doch recht simplen Mechanismen eines üblichen41tlog3utVL Krimis hätte erreicht werden können. So wird hier auf effektheischende Autostunts und inflationär eingesetzte Schießereien weitestgehend verzichtet und dafür mehr Wert auf die authentische Figurenzeichnung eines Mannes gelegt, der eigentlich Gutes will und trotzdem an seinen gesteckten Zielen scheitert.

Die Blu-ray aus dem Hause Koch Media präsentiert Gangsters in einer guten Bild- und Tonqualität, im Bonussektor befinden sich neben einem 26 Minuten langen Making of noch der Originaltrailer und eine Programmübersicht.

Gangsters ist ein hervorragend besetzter, solide inszenierter, musikalisch gelungen untermalter und in seinen Settings perfekt ausgestatteter Film, der sich dem Leben und Wirken des berühmten kanadischen Bankräubers Edwin Alonzo Boyd widmet. Auch wenn sich das Drehbuch nicht immer sklavisch an den biografischen Fakten entlangbewegt, ist Nathan Morlando mit seinem Regiedebüt ein unterhaltsamer Film zwischen „Miller’s Crossing“ und „Public Enemies“ gelungen, der an einigen Stellen zwar nicht deren Tiefe erreicht, jedoch über die gesamte Lauflänge gut unterhält.

Christian Funke-Smolka